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Herssesder Anzeiger.

A^ §4.

Hersfeld, den 13. September.

1866

DerHersfelder Anzeiger" erschein wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Amtliches.

Der Hauptmann v. Starck, Provinzcommandant der Landgendarmerie zu Fulda, ist in gleicher Eigenschaft nach Hanau, und

der Hauptmann v. Cölln, interimistischer Provinz- commandant der Landgendarmerie zu Hanau, ist in glei­cher Eigenschaft nach Fulda versetzt worden.

Der OberappellationsgerichtS Präsident Dr. Konrad Schellenberg zu Cassel ist aus Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und

der Garnisous-AuditeurJulius Schödde in Cassel zum Justizbeamte» bei dem Justizamte in Burghaun be­stellt worden.

Der Regierungs-Kommissar zu Rinteln, Geheime Regierungörath Jacob Wilhelm Adrian v. Specht, ist zur Regierung in Fulda versetzt und mit den Geschäften des Directoriums dieser Behörde beauftragt,

der Regiernugsrath Alt Haus zu Fulda zum Mit­glied der Direction des dasigen Landkrankenhauses bestellt, der Referent und Assessor bei der Negierungs-Com- misston zu Rinteln, Carl Kroger, zum Landrath er­nannt und mit Versetzung der Geschäfte der gedachten Commission beauftragt und

der Elementarlehrer an der Realschule zu Cassel, Georg Heinrich Stern, zum Reallehrer an der Real­schule in Hofgeismar ernannt worden.

Der Oberfeuerwerker vom Kurhesstschen Artillerie- Regiment, Christoph Friede riet, ist zum Expeditions­Gehülfen bei der Eisenbahnstation Wabern, auf Wider­ruf, ernannt worden.

Der Oberzahlmeister, Rcchnungsrath Jakob Kauf­mann, bei der Abtheilung III der Hauptstaatskasse ist aus sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und der Probater Jakob Horchler bei der Oberfinanz- rammer zum Gegenschreiber bei derselben ernannt worden.

.Keine Mischehe.

Novelle aus dem Volksleben an der Ostseeküste von Friedrich Dentler.

(Fortsetzung.)

Wenn der Unbefangene vom Lande hinaus schaut auf die entfesselte Fluth, und die Woge ihren langen Auslauf zum Strande nimmt und der wolkenumflorte Himmel tief aus das Wasser herniederdrängt, zieht ein Bangen, eine nie gekannte Angst durch seine Seele, aber auch ein heiliges Gefühl durchströmt das Gemüth, denn Nichts ist erhabener, Nichts prächtiger, als das Meer in seiner gewaltigen Aufregung. Hier' tanzt eine bacchanti­sche Nebelgestalt über die Wellen, dort mischt sich der Dampf und Gischt des Wassers mit dem darüber hän­genden Wolkenschleier und im Horizont verschwimmen die Elemente innig verschlungen das Firmament scheint auf den Fluthen zu ruhen.

Der Abend war hereingebrochen, die Dämmerung breitete ihren schwarzen Fittig über das Hass und noch immer war der Vater nicht heimgekehrt.

Sehnsüchtig schaute Margareth hinaus kein Se­gel konnte sie erspähen - kein Fahrzeug.

Ein kleines Ticken brauste heran, wie eine Möve mit ausgebreiteten Flügeln sein Schnabel stand nach dem Dorschkruge.Ach, das ist nicht der Vater, ihm ist sicher ein Unglück geschehen."

Der Hempel freilich, der unausstehliche Mensch, würde aber nein nein keiner soll meinetwegen zu Grunde gehen, lieber will ich sterben! lieber ich !" Die Jungfrau wischte sich mit ihrer Schürze eine brennende Thräne- abc

In vier Wochen soll die Hochzeit sein in' vier Wochen bab's dem Konstantin heimlich geschrieben aber ach, er gab' keine, keine Antwort. Wenn ich vor den Altar trete o Gott, lasse mich diesen Tag nicht erleben und ^der Verhaßte mir angetraut wird nein nein es soll, es darf nimmer geschehen o Constantin, warum bist Du so treulos?"

Da rauschte der Silken heran ein junger Mann stieg aus er näherte sich langsam dem Kruge.Con­stantin er ist's" rief Margareth und eilte hinaus.