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Schmiede; er wollte sich auf den dicht neben ihm stehen­den Strohstuhl setzen, fiel aber daneben zu Boden, wo er in tiefen Schlaf versunken liegen blieb.

Das war ein Moment der Erholung für den Kna- ben, dessen Hülfe Pegg bedurft hätte, wenn er zu arbei­ten im Stande gewesen wäre. Wenn ein Mensch sich an den unmäßigen Genuß des Gin gewöhnt hat, ist sein Schlaf weder lang noch ruhig; nach Verlauf einiger Stunden erwachte Pegg, zitternd von der Kälte des Bo­dens, auf dem er gelegen, und als er nach und nach seine Gedanken sammelte, erblickte er seinen immer noch schlafenden Lehrling. — Pegg dachte nach und sein Nach­denken beruhigte seine Eigenliebe.

„Der kleine Schelm hat mich zum Besten gehabt", dachte er, „er ist gewiß so wenig Herrn Towers Sohn als mein eigner; das ist eine von den tausend Lügen, welche die Lehrlinge erfinden, um nichts zu thun. — Ge­duld, Geduld, man kann Pegg wohl betrügen, wenn er einen Schluck zu viel getrunken hat, aber nüchtern ist er ausgespitzter, als alle Lehrlinge in Woolwich und Lon­don zusammen!"

Er warf die Augen auf das wieder erloschene Feuer seiner Schmiede und untersuchte mit unzufriedener Miene die Masse der zu schleifenden Gegenstände; die verlorene Zeit mußte wieder eingebracht werden, die Hülse seines Lehrlings war dazu nöthig, er säumte daher nicht, Alfred mit einem Fußtritt zu wecken.

„Frisch auf, Bursche! Du hast genug geschlafen, an die Arbeit!"

Das Gehirn von Branntwein erhitzt, hatte der Kleine geschlafen; er hatte geträumt, daß er in seinem schönsten Anzüge auf einem Rasenplätze Reiten spiele. Erwachend um sich blickend, stieß er einen Schrei gnS, als er statt Luchs liebliches Antlitz die brennenden Haare und die gerötheten Züge Peggs sah, und bedeckte mit beiden Händen sein Gesicht. Wenig an solche Manieren gewöhnt, nahm ihn Pegg beim Arm und stellte ihn auf­recht hin.

„Thue Deine Arbeit, Richard!" sagte er.

Verwundert und zitternd wußte der Knabe sich nicht zu benehmen; während dieser Zeit hatte der Arbeiter das gelier schon wieder augezündet und drehte mit dem Fuße den Schleifstein.

„Meine Zange!" rief er, „mein Hammer!"

Alfred gehorchte nicht; Pegg, der getäuscht worden zu fein ,-glaubte und ärgerlich war, mehrere Stunden ver­loren zu haben, überließ sich gegen. den armen Kleinen seinem viehischen und oft blutdürstigem Zorne. Die Ein- zelnheitcn der Qualen, die die Arbeiter ihren Lehrlingen auferlegen, sind unglaublich. Wir citiren eine uns darüber zugekommene Mittheilung:

„Eine Peitsche, ein Strick, ein Stock, ein Hammer, „eine Feile, daS erste beste Werkzeug, dient dem Zorne „des Meisters gegen seine Lehrlinge. Er prügelt sie „mit Faustschlägen oder versetzt ihnen Fußtritte wenn „er kein anderes Instrument hat. Man hat gesehen,

„wie Kinder mit glühenden Eisen geschlagen und vcr- „braunt wurden. Wenn der Arbeiter ein glühendes „Stück Eisen aus dem Ofen nimmt, schüttelt er erst „die Funken davon ab, ehe er es auf den Amboß legt. „Zuweilen läßt er diesen glühenden Regen auf das „Kind fallen, das ihm als Gehülfe dient und das er „bestrafen will, er verbrennt damit die Arme, die „Hände und die halbnackte Brust; die Flammenstückchen „bringen unter sein Halboffenes Hemd und er kann „dann zuscheu, wie er sie wieder loS wird."

So ungefähr war die Behandlung; welche Pegg HHm TowerS Sohn z» Theil werden ließ," und die der Heine Richard feit acht Tagen erdulden mußte. Lucy war ge­rächt, mehr als sie gedacht, mehr als sie gewünscht hatte. Das arma Kind, dessen Thränen und Bitten den Um Menschen nicht rührten, fiel endlich ohnmächtig bin.

„Ganz entschieden ist der.Lehrling zu Nichts ju gebrauchen", sagte sich Pegg, „ich werde Herrn Tower sagen, er solle mir einen andern geben." (Forts. f.)

Die krauen Zannoueraner.

Wo kommt ein Freund? Wo steht der Feind?

Wo sind sie zu erfragen?

Bald hordenweise, bald vereint — Das ist ein trostlos Jagen.

An Pulver mangelt's und an Blei, Doch nicht an Bajonetten. "Wir haben prächt'ge Reiterei, Wir können uns' noch retten.

Steig' auf den Berg, Trompeter, zu den Föhren!

Blas' Deinen Ruf! Die Bahern'S müssend hören.

Was häuft sich dort? Das blitzet auf

Als wie von Feuerschlünden;

Ein Preuße sprengt daher im Lauf, Er hat uns was zu künden.

Die Waffen nieder! Preußen kann Euch sonst Pardon nicht schenken.

Wohl! Nur /in Stündchen, bester Mann, Damit wir uns bedeuten.

Trompeter lauft! Die Grenzen sind nicht ferne.

Blast, Kinder, blast! Die Bayern kommen gerne!

ES rührt sich nichts, die Zeit verrinnt, Der Feind strömt immer dichter.

Versuchen wir's! Der Kamps beginnt, Europa fei uns Richter.

Wir fechten einsam, eingekeilt, Gleich wüthigen Spartanern. Rejchstrnppen, wenn ihr könnt, so eilt Und helft den Hannoveranern.

Das Eisen klirrt, es donnttt aus den Röhren, Hui Schlachtgnlärm! Die Bayern müssen's hören-