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Hers selber Anzeiger.

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Hersfeld, den 18. Juli.

1966.

DerHersfelder Anzeiger" erschein wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt 9ir. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postapfschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Amtliches.

Der Nechtspraktikant Jacob Hirsch in Cassel ist zum Obergerichis-Anwalt bestellt worden.

3# Hülfe r

ES geht durch's Land der Schrei der Notb; er will an jeden Busen klopfen.

Für heiße Wunden purpnrroth o, gebt der Liebe Dal- samtropsen!

Für arme Kinder, blaß und krank o, füllt die kleinen Kinderbände!

Dem Weib, dem der Ernährer sank o, reicht deS Goldes Segensspende!

Zum Himmel hallt ein Jammerschrei von Herzen, die in Schlachten brechen.--

Nun schweigt die Stimme der Partei, nun hat das Herz ein Recht zu sprechen!

Im Land des Ziska, Land der Huß, am Fuß der Wart­burg, an der Elbe

Kanonendonner, Flintenschuß, Schwarzweiße wider Schwarz und Gelbe!

Dem Banner treu der Krieger steht, Gewehr im Arm, im Land der Czechen,

Und hört ihn leise ein Gebet die mitternächt'ge Stunde . . sprechen,

Dann ist's kein Fleh'n um's eigne Ich und keines Fcig- liiigs heimlich Weinen,

Er spricht:Der Himmel schütze dich, mein liebes Weib, und meine Kleinen!

Dann seufzt der Mann in sich hinein:Was frag' ich nach des Feindes Schüssen!

-^och weh , wenn Weib und Kinder mein daheim am

- r, Heerde darben müssen!" ~ setzt, in hellen Thränen schwimmt ein Männeraug! Herbei ihr Reichen! Oold, zu eignet Lust bestimmt, o gebt's den Blas- . ftn, Kummerbleichen! hierher, die ihr beim Becher Wein noch fröhlich seid, daß euch's erbarme!

Kein Becher Wein für euch allein, ein Tröpflein immer auch für Arme!

Und dunkler mal' ich noch mein Bild und muß doch immer düst'cer malen!

Seht auf dem weiten Blutgefild den Krieger dort in Todesqualen.

Es steht im schwarzen Kleide nicht die Witwe bei des Gatten ®rabe!

Kein stammelnd Vaterunser spricht das Mägdlein und der kleine Knabe.

Kein Kranz, kein Todtendiadem! Kein Weihspruch, keine Trauerlieder!

Auf'S Haupt der nasse, gelbe Lehm und auf den Lehm der Rasen wieder!

Und Reih' an Reih' verwundet liegt im Lazareth ein Weinen, Aechzen.

Wie wild der Puls im Fieber fliegt! Nach Labung ringS die Lippen lechzen.

Da ruh'n sie, die das Blei gemäht, der Lanzenstoß, die Kolbenschläge;

Nun thut die Arbeit früh und spät die Zange und die Knochensäge.

Sie ruh'n, berwundet und zerfleischt, die kühn gekämpst in wilden Schlachten.

Die Lippe, die nach Labung heischt, o, laßt sie nicht vergebens schmachten!

Ja, also ist's und härter noch! Noch weilen wir bei Weib und Kindern;

Doch wir, wir können Eines doch, das Eine: Noth und Leiden lindern!

Du Jungfrau mit der rosigen Wang', was frommt es, , . daß die Perlen gleißen!

^raS soll die reiche, güld'ne Spang' dem Arm, dem run- . . den, schwanenweißen!

Und du, o Weib, das Kinder herzt, o denk' an deine . eig'nen Kleinen, Denk, wie der bitt're Hunger schmerzt und laß kein Aug' vergebens weinen!

Zu Hülfe! Hier ist Hülfe noth! Die Herzen und die Säckel offen!