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„Nun, Ihr verliert ja nichts!" warf sein Begleiter ein. „Ihr bekommt doch Eure Auslagen wieder."
„Oder auch nicht!" entgegnete der Jude, „wie's ge« rade kommt! Und wer bezahlt einem die vielen Wege und die Zeit, die man verliert? Jetzt will ich auch wie- der nach Hersfeld aufs Landgericht, denn ick habe da in der Nachbarschaft einen Kranken, dem ich ein Recept schreiben lassen muß, damit er ein bischen munterer wird," und damit machte er eine Bewegung mit den zwei Fingern der linken Hand, als wenn man Geld zählt.
Der Student verstand, was er wollte, und mahnte daher: „Ihr müßt auch Geduld haben mit Euren Schuldnern, Dauvet, und nicht gleich den Strick zuziehen."
„O, ich habe viel Geduld, Musje Reeden," eiferte der Alte, „aber bei Vielen ist's gar nicht angewandt. Ich lasse mich nichts verdrießen, arbeite vom Morgen bis zum Abend, scheue kein Wetter und keinen Weg, brauche meinen Verstand, lebe sparsam, ein Stück Brod, ein paar Zwiebeln und ein Gläschen Branntwein, das ist gar oft das Einzige, was an mich kommt. Dabei bleibe ich gesund und, was soll ich's leugnen, habe mein gutes Auskommen. Das ist aber bei vielen Leuten nicht so; da find zum Exempel die kleinen Bauern, die wollen's absolut den großen nachthun, im Essen und Trinken und in der Kleidung, gehen in's Wirthshaus und meinen, der Fusel im Kopse sei besser, als ihr bischen Vernunft, zanken daheim mit Weib und Kind, haben keine Lust zur Arbeit, und was ist das Ende vom Liede? Sie müssen borgen und sind dann froh, wenn der Jude, dem sie sonst allen Schabernack anthun, ihnen borgen kann. Aber, da sind wir vor der Stadt, nun Adje Musje Reeden, leben Sie wohl!" und dabei reichte er seinem Begleiter die Hand. Der Jude ging, um sich den Arzt für seinen Kranken zu suchen. Der Student aber kehrte zu den Schulbänken und zu seiner gewohnten Arbeit zurück.
(Fortsetzung folgt.)
Die diesseitigen Anordnungen vom 6. Juli 1857 und 13. April 1858, die Anwerbung inländischer Arbeiter für das Ausland betreffend, werden in Folge höherer Verfügung hierdurch außer Wirksamkeit gesetzt.
Hersfeld, am 8. Mai 1866.
Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.
Georg Goß wann von Tann hat behufs Niederlassung im Königreich Preußen um Einlassung aus dem Kurhessischen Unterthanenvei bände nachgesucht.
Hersfeld, am 7. Mai 1866.
Kurfürstl. Landratbsamt. Auffarth.
Auf den Grund Beschlusses Kurfürstlichen Justiz- Ministeriums vom 20. März d. J. zur Nr. 2409 v. I. 1865 werden die Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises zur Aufnahme der Bestrafunas-An^räae in Beziehung auf diejenigen Vergehen, welche nach §. 6 des Gesetzes vom 28. October 1863 — das Strafverfahren betreffend — einen solchen Antrag erfordern, der untergerichtlichen Staatsbehörde bei dem Landrathsamte substituirt. Hersfeld, am 5. Mai 1866.
Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.
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vom 10. Mai 1866 1. Brod. Pfund gut ausgebackenes Brod .
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Amtliche Bekanntmachungen.
Landrathsamt Hersfeld.
JustuS Reinhard, Johann Heinrich Wiegand, und Jacob Nicding von Heenes haben, ersterer auch für seine Familie, behufs Auswanderung nach Amerika um Entlassung aus dem Kurhessischen Unterlhanenverbande nachgesucht. Hersfeld, am 7. Mai 1866.
Kurfürstl. Landrathsamt. Aufsar th.
1) Eva Elisabeth Heiner, von Schenklengsfeld,
2) Veilchen Nußbaum, von Niederaula,
3) Elisabeth Schneider, von Philippsthal,
4) Leinweber Heinrich Erbe, von Friedewald haben, letzterer auch zugleich für seine Familie, behufs Auswanderung nach Amerika um Ertheilung vonReise Pässen gebeten.
Hersfeld, am 8. Mai 1866.
Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.
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Schweinefleisch . . . . Schweinefleich zu Karbonade ohne Beilage . . .
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Bratwurst oder Knoblinen ordinäre Wurst ....
3. Bier.
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Hersfeld, am 8. Mai 1866.
Kurfürstl. Landrathsamt, Auffarth.