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Zersfelder Anzeiger.

^ 33. Hersfeld, den 21. April. 1866*

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden aufgenommen und diö.Garmond-Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landrathsamt Hersfeld.

Die Ehefrau des bereits ausgewanderten Johannes Strack 2r von LengerS hat behufs Auswanderung nach Amerika für sich und ihre Tochter Anna Margretha um Ertheilung eines Reisepasses und um Entlassung ihrer Söhne Ernst, Peter und George Strack aus dem Kur- hessischen Unterthanenverbande nachgesucht.

Hersfeld, am 18. April 1866.

Kurfürstl. Landrathsamt. Ausfarth.

Die in dem Verlage des resormirten Waisenhauses zu Cassel erschienene neue Ausgabe der Gemeinde-Ord­nung mit den dieselbe erläuternden Beschlüssen Kurfürst­lichen Ministeriums des Innern wird hiermit den Orts­vorständen des Kreises sowie den Mitgliedern von Ge­meinde-Behörden znr Anschaffung empfohlen.

Hersseld, am 20. April 1860.

Kurfürstl. Landrathsamt. Ausfarth.

Gefunden: ein Heusack, worin sich mehrere Gegen­stände befinden. Der Eigenthümer kann sich bei dem Ortsvorstand zu Mecklar melden.

Hersseld, am 20. April 1866.

Kurfürstl. Landrathsamt. Ausfarth.

Landrathsamt Hünfeld.

Für Eugen Hodes, Franz Hodes und Rudolph

Hodes von Hünfeld sowie

für Caspar Hahn von Steinbach ist um Entlassung aus dem Kurhessischen Unterthanen- Verbände behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. Hünfeld, am 18. April 1866.

Kurfürstl. Landrathsamt- Götz.

^uf der Landstraße zwischen hiesiger Stadt und der Bruckenmuhle ist der Betrag von 534 Kreuzer gefunden »orten. Der Eigenthümer kann solchen dahier in Empfang nehmen.

i Hünfeld, am 20. April 1866.

Kurfürstliches Landrathsamt. Götz.

Warnung für Auswanderer.

(Rew-Orleans.) Seit der Regerbefreiung haben sich der Mangel" an Arbeitskräften und die Arbeitslöhne unglaublich gesteigert. Fünf Dollar pro Zag ist die ge­wöhnliche Bezahlung eines Maurers und Zimmermanns. Das Leben ist freilich auch sehr theuer. An dem Mangel an Arbeitskräften leiden am meisten die Pflanzer; daran sind aber nicht etwa die freien Reger, sondern die Pflanzer selbst Schuld; denn der freie Reger arbeitet im Allge­meinen, jedoch nur, wenn er seines Lohnes sicher ist, recht gern und ist in seinen Ansprüchen nicht unbeschei­den. Die Pflanzer wollen aber den Reger durch Jah­res- Co ntra kte binden, wozu der Neger, aus Furcht, der Pflanzer könnte ihm den Jahreslohn schuldig bleiben, durch nichts zu bewegen ist. Der Reger hat nicht un­recht. Der fleißige Arbeiter, ob weiß oder schwarz, be­kommt auf Stunden, Tage und Wochen reichliche, loh­nende Arbeit; wozu soll er sich auf ein Jahr binden? Bliebe ihm der Pflanzer auch noch den Lohn schuldig, was eintreffen kann, so müßte er den Herrn verklagen. Die Klagen sind hier aber sehr theuer, und der Reger weiß, daß selbst der bemittelte Weiße sehr oft lieber un­recht leidet, als zur Klage greift, die ihm höchstens zu neuen Ausgaben verhilft. Der arme Reger richtet ge­gen den noch immermächtigen" Herrn vor Gericht auch nicht das Geringste aus! Die Pflanzer suchen nun deutsche Arbeiter' zu gewinnen und deutsche Familien durch brillante Jahrescontrakte zur Auswanderung zu vrrlocken. Es werden nemlich Ansiedler für diese Staa­ten gesucht, denen die Agenten als Lockmittel Ländereien und hohe Arbeitslöhne znsichern. So viel nun ans den betreffenden Mittheilungen entnommen werden kann, hat das Unternehmen die Bestimmung, deutsche Arbeitskräfte an die Stelle des sreigelassenen Lclaven zu setzen. Man kann sich da leicht denken, welches das LooS der Un­glücklichen sein wird, die sich durch die schönen Ver­sprechen verführen lassen. Es wird ihnen nicht viel besser ergehen, als den Deutschen, welche in den letzten Jahren nach Rußland ausgewandert sind, um die Arbeit der freigewordenen Leibeignen zu übernehmen. Zudem ist das "südstaatliche Klima für Deutsche durchaus nicht geeignet. In den Niederrungen, wo das Zuckerrohr und