Hersselder A n z e i g e r.
^F 28. Hersfeld, den 7. April. 1866.
Der „Hersfelder Anzeiger." erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 7± Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Den Vonfirmanten
(zum weißen Sonntag).
Noch in dem Frühling Eurer Lebensjahre Zieht betend Ihr zu Gottes Weihaltare, Um ihm das kindlich-reine Herz zu weihn; Um zu geloben, daß im Kampf des Lebens, Im Lauf der Tage und im Drang des Strebens Ihr immer wollt nur gute Kinder sein!
Und daß ihr in den fernen Lebensjahren Den Glauben wollt, den heiligen, bewahren, Als Anker auf dem sturmbcwegten Meer; Daß Ihr die Hoffnung wollt im Herzen tragen, Daß Ihr in Liebe wollt das Höchste wagen, Daß Euch die Liebe Waffe sei und Wehr!
Es ruhen heut auf Euch der Eltern Blicke; Ihr tretet ja aus Eurem Jugendglücke Hinaus in eine unbekannte Welt, Die unterm Rosenschmucke scel'ger Freuden Verbirgt die Dornen lebenslanger Leiden. Und die so Manchem hier nicht wohlgefällt!
Nicht immer wird ein Mutterherz Euch lachen, Nicht immer Euch ein Mutterherz bewachen— Und selbst zu schaffen ist nur Euer Loos! — D wißt, es gibt der Wege zwei Hienieden, Der eine führt zur Freude und zum Frieden, Der andre in des Lasters argen SchoosI
Der eine Weg, das ist der dornbegrenzte, Der andre Weg, das ist der goldumglänzte— Sei6t Euch nicht täuschen von dem eitlen Glanz! In Eures Herzens stillem Heiligthume Vluht aus den Dornen aus die Friedensblume, Des Lasterskrone wird zum Dornenkranz!
Auch Ihr, Ihr Waisen, die Ihr am Altare rückwärts schaut nach einer dunklen Bahre, Nach jener Friedhofs stiller Hügelwelt; Getrost! die Hoffnung sproßt in jedem Halmen — Die Sel gen dort mit ihrer Friedespalme, ^>ie beten heut für Euch im Sternenzelt! —
Und so Ihr Kinder zieht zur heil'gen Stätte Empfanget für der Lebensjahre Kette Den Seegen aus der ew'gen Vaterhand! Sie hat Euch heute freudig auserlesen, Sie gibt Euch Schutz und Schirm vor allem Bösen, Zu allem Guten Kraft im Erdenland!
Was Ihr gelobt in diesen Heil'gen Stunden, Was bebend Eure Seelen heut empfunden, Mög Euch geleiten durch die weite Welt! Dann könnt Ihr leicht des Lebens Bürde tragen Dann seid Ihr glücklich bis in späten Tagen In Frieden dann auch Euer Vorhang fällt!
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:
den Obersten' Treusch von Buttlar, Commandeur des 3. Infanterie-Regiments (Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen) mit der Führung der ersten Infanterie - Brigade zu beauftragen und denselben ä la suite des genannten Regimentes zu stellen;
dem Oberstlieutenant von Cornberg, Commandeur der Landgendarmerie, den Charakter als Oberst zu verleihen;
dem Wasserbaumeister Hermann zu Hanau den Kurfürstlichen Wilhelmsorden vierter Klasse zu verleihen ; den Oberstlieutenant und Flügel-Adjutanten von Bischoffshausen mit der Führung des 8. Infanterie - Regiments (Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen), unter Stellung desselben a la suite dieses Regiments, zu beauftragen.
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Der Spuk auf -er SchweuzhrüBe.
(Fortsetzung.)
Ein heftiger Windstoß wirbelte das gefallene Laub empor und jagte mit ihm im tollen Reigen über die Gräber dahin und rüttelte an der morschen Thür und den zerbrochenen Fenstern der Todtengrust, daß es grausig erklang.