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Zer 5 sesd e r Anzeige r.

J\e 25. Hersfeld, den 28. März. 1866,

^^ Da ^" ^cblu^ dieses Monats das A'br nent des laufenden Quartals zu Ende acht, so werden die resp. Abonnenten ersucht, dasselbe für mit dem 1. April beginnende tteue Düar- tol baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung'^ . nterbrechung eintritt.

Der Fluch der dösen Khat.

Novelle von Ewald August König.

(Fortsetzung und Schluß.)

Der Vater Helencns schlug vor, einen Umweg zu machen, und an dem Teiche vorbeizugehen. Julius lehnte den Vorschlag ab. Er sei zu ermüdet, erwiederte er, zu- dem glaube er, daß es sich der Mühe nicht lohnen werde. Nichtsdestoweniger schlugen die beiden alten Herren den Weg, der zu jenem Teiche führte, ein: in B, wollten sie mit ihren Angehörigen wieder Zusammentreffen. Als sie nun bei dem Leiche an kamen, hatten die Arbeiter soeben das gesunden, was sie suchten, einen bereits in Verwe- tung übergegangeucn menschlichen Körper, den sie an den mit Haken versehenen Stangen aus der Tiefe her- aufgcbolt.

Der Fabrikherr schickte sofort einige Arbeiter in die Stadt, um der Polizeibehörde und dem Gericht den Fund anzuzeigen.

Winler erschrak sichtbar, als sein Blick auf die Leiche fiel. Er erkannte in ihr die verschollene Haushälterin, trotzdem die Züge ganz entstellt waren, er erkannte sie an den langen blonden Haaren, an dem Kleide, welches welches sie trug, in welchem er Minna so oft gesehen hatte. Es war ein bunt karrirtes, seidenes Kleid, an einzelnen Stellen konnte man die Farben noch deutlich untcrlcheiden-

Der Vater Helencns wollte unverzüglich wieder auf» bre^en, Winter bat ihn bis zur Ankunft der Gerichts- beamten zu bleiben.

Der Criminalrichter und der Gerichtsarzt erschienen schon nach einer Stunde und die Untersuchungen des Arztes nahmen wieder eine Stunde in Anspruch. Sein Gutachten lautete auf Mord. Die Schädelknochen zeig­ten Verletzungen, die nur durch Gewalt herbeigeführt sein

d^ den Tod zur Folge haben mußten.

Winter wollte sich jetzt entfernen, aber der Crimi- ualrichter ersuchte ihn zu bleiben, um die Identität der mit der Person der verschollenen Haushälterin festzustellen.

Er war damit eben zu Ende gekommen, als Julius, Helene und bereit Mutter eintrafen. Sie hatten sich in ü. über das lange Ausbleiben der Herren beunruhigt.

Ah, es freut mich, daß Sie gerade in diesem Au« genblick kommen", wandte der Criminalrichter sich zu Ju­lius.Sie kannten ja auch die Haushälterin des Rent­ners Stark und haben wohl die Güte, die Lücken zu füllen, welche die Aussage Ihres Herrn Vaters enthält. Treten Sie näher, Herr Rendant, die Damen aber muß ich bitten, das Zimmer zu verlassen."

Ich bitte Sie ersparen Sie mir den Anblick", er­wiederte Julius rasch mit hohler, tonloser Stimme,ich bin in dieser Beziehung sehr empfindlich''

Wenn mir das eine Dame sagt, acceptire ich es", fiel der Richter ihm ruhig ins Wort, während er seinen Blick unverwandt und prüfend auf den verstörten Zügen des jungen Mannes ruhen ließ,bei einem Manne aber lasse ich solche Entschuldigung nicht gelten."

Er hatte bei den letzten Worten das' Tuch forkge- nommen, welches die Leiche verhüllte.

Julius bedeckte das Gesicht mit den Händen und sank bewußtlos in die Arme seines Vaters.

Da ist nichts zu machen", sagte der Richter Mit einer Geberde verachtender Geringschätzung,ich hätte nicht geglaubt, daß ein Mann so schwache Nerven haben könne. Arbeiter, untersuchen Sie die Kleider, vielleicht finden wir irgend etwas, was uns einen Anhaltepunkt bietet."

Die Leiche war vor der ärztlichen Untersuchung ent­kleidet worden, man hatte dabei nicht darauf geachtet, ob die Taschen des Kleides irgend einen Gegenstand ent­hielten. Jetzt fand man eine sehr werthvolle, vergoldete SchnupstabackSdose, die ebenfalls aus dem geheimen Fach entwendet worden war. Sie trug auf der innern Seite des Teckels den Namen des Rentners Stark, in ihr fand man einen Brief, der an eine entfernt wohnende Dame adressirt war. Die Dose war wenig gebraucht worden und sehr exact gearbeitet, der feste' dichte Ver­schluß hatte das Wasser abgehälten'.

Der Criminalrichter öffnete und las den Brief, dann legte er ihn vor sich auf den Tisch und kein Zug in sei­nem Gesichte verrieth, ob der Inhalt desselben ihm Aus­schluß gegeben hatte, oder nicht.

Ich muß die Herren bitten, sich zu entfernen", sagte er,nur den Herrn Rendant, den Herrn Doctor und den Eigenthümer der Fabrik bitte ich zu bleiben."