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aus dem Hause gegangen; man hat ihn hineingehen, aber nicht wieder herauskommen sehen."
„Wenn Ihr mir keinen Glauben schenken wollt", erwiderte sie, „so bitte ich sämmtliche Räume meiner Wohnung gefälligst zu durchsuchen."
„Gut", sagte derOfficier, „und wir wollen mit diesem Zimmer den Anfang machen "
Obgleich die Frau von Polignac sich endlich, nachdem sie wieder zum Bewußtsein ihrer selbst und der ver- rätberischen Stellung, die sie vor der Tapetenthür ein- nahm, gelangt war, auf einem Sopba niedergelassen hatte, war den Gendarmen dieser verdächtige Umstand doch keineswegs entgangen, und sie glaubten das ängstliche Hüten der Wand anderen Beweggründen, als dem Zufälle zuschreiben zu müssen.
Ein leises Klopfen an der Wand überzeugte den Officier bald, daß dieselbe nur von Bretern war; einige Minuten später war auch schon die Thür entdeckt, die das kleine Cabinet vom Wohnzimmer trennte.
Mit einem lauten Aufschrei sank Frau von Polignac tu die Kissen des Sophas zurück, als ihr unglücklicher Gemahl ausgefunden und in die Stube gezerrt wurde.
Man gestattete ihm nicht, sich noch einige Augenblicke mit der Gemahlin zu unterhalten. Der Abschied war daher eben so kurz, als schmerzlich.
Als die Gendarmen darauf den Unglücklichen in ihre Mitte nahmen und mit ihm das Zimmer und das Haus verließen, drückte die schwer geprüfte Frau ihr Kind küssend an das Herz und fand einige Linderung ihres grenzenlosen Schmerzes in ihren Thränen.
MiT angfMMr Spannung verfolgte sie seit jener Stunde den Proceß der Verschworenen.
Ach, sie wußte es nur zu gut, daß ihr Gemahl einer der eifrigsten Royalisten, einer der erbittertsten Feinde Bonapartes und eben so tief in die Verschwörung gegen das Leben des Letzteren verwickelt war, wie Pichegru und Moreau.
Die Besorgniß um das Geschick ihres Gatten wurde aber noch größer, als sie einige Tage später erfuhr, daß auch bet englische Schiffskapitän Wright, welcher die Verschworenen an die französische Küste gebracht hatte, verhaftet, daß ferner der Herzog von Engbien aus dem Schlosse Eltenheim in Baden bei nächtlicher Weile aufgehoben und zu Vincennes erschossen worden sei, und daß Pichegru sich selber im Gefängnisse ausgehängt habe, oder, wie man sich heimlich zuflüsterte, auf das Geheiß des ersten Consuls von dessen Mameluken oder anderen dienstbeflissenen Sclaven erwürgt worden sei.
Moreau wurde zu zwei Jahren Gefängnißstrafe ver- urtheill, doch auf Fovches Verwendung ward dieselbe in Verbannung verwandelt. Georg Cadoudal bewahrte vor Gericht denselben Trotz, den er immer gezeigt. Er gestand es offen ein, in der Absicht, Bonaparte Persön- Uch zu bekriegen, nach Paris gekommen zu sein, und er bebaute nichts, als das Mißlingen seines Unternehmens. Einen seiner Richter, den ehemaligen Jacobiner Thnriot,
welcher mit für den Tod Ludwig XVI. gestimmt hatte, nannte er ungeachtet aller,/ dagegen eingelegten Verwahrung, stets Monsieur Tue-roi (Königsmörder).
' Er, wie neunzehn seiner Genossen wurde zum Tode verurtheilt.
Auch Armand von Polignac war unter ihnen.
Kaum hatte seine Gemahlin Kenntniß von diesem Urtheile erlangt, als sie in die Tuilerien eilte und sich eine Audienz beim ersten Consul erbat.
Sie erhielt dieselbe und that einen Fußfall.
Weinend beschwor sie den Beherrscher der Republik, das Leben ihres Gemahls zu retten.
Lange und ernst weilte Napoleons Auge auf ihren schönen Zügen, dann ergriff er ihre Hand und bat sie, sich wieder zn erheben.
„Madame", sagte er, „ich kann Ihrem Gemahl verzeihen, weil es mein Leben war, wonach er trachtete."
War das wirklich der Grund, weshalb der erste Consul dem Vcrurtheilten verzieb? War er wirklich so edelbenkend? Nein, der Herzlose verzieh, weil die Schönheit ihn besiegt und seinen Zorn und seine Rachsucht entwaffnet hatte!
Aus demselben Grunde verzieh er auch im folgenden Jahre dem Graten Hatzfeld, dessen Gemahlin die ihrem Manne verderblichen Papiere auf Napoleons Rath in's Feuer warf.
Die Schönheit allein konnte den Unbesiegbaren und Unerschütterlichen bewältigen.
Während die übrigen Vernrthetlten die Todesstrafe erleiden mußten, kehrte Apmand von Polignac aus dem Dunkel des Kerkers in die Arme seines glücklichen und schönen WeibeS, dem er das Leben verdankte, wieder zurück.
Dies.geschah im März; am 2. December desselben Jahres wurde der erste Consul zum Kaiser von Frankreich gekrönt.
Amtliche Bekanntmachungen.
Laudrathsamt Hersfeld.
Znr nächsten Militäraushebung sind für den Kreis Hersfeld folgende Termine bestimmt worden:
1) Donnerstag den 1 9. Januar 1865 für die Militärpflichtigen aus den Stadt- und den Landgemeinden der Untergerichtsbezirke Hersfeld 1 und II.
2) Freitag den 20. Januar 1865 für die Militärpflichtigen aus den Landgemeinden der UntergerichtSbezirke Niederaula und Friedewald, sowie
3) Sonnabend den 2 1. Januar 1865 für die Militärpflichtigen aus den Landgemeinden des Untergerichtsbezirks Schenklengsfeld und zwar jedesmal des Morgens von präcis 8 Uhr an beginnend.
Es wird dieses unter Hinweisung auf die den Ortsvorständen der Stadt- und Landgemeinden des Kreises