ßersfesber Anzeiger.
MV. Wb Hersfeld/ den 17. December. 1864«
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Eilt Triumph her Schönheit.
Geschichtliche Skizze von Wilhelm Andrem
(Fortsetzung.)
Bonaparte, der jetzt noch mehr als vorher der Gegenstand des allgemeinsten Interesses für die Franzosen, und namentlich für die Pariser wurde, die nachgerade anfingen, in ihm ein besonders bevorzugtes Schoßkind der Gottheit und des GlückS zn sehen, wußte den best- möglichstcn Vortheil aus diesem Angriffe auf sein Leben zu ziehen und sich vor allen Dingen dadurch in seiner Stellung zn befestigen Auch benutzte er natürlich diese Gelegenheit, gegen die Häupter der Jacobiner den letzten Streich zu führen.
Ein hundert und dreißig derselben, darunter aber auch mehrere, die ihm, wie der ehemalige Präsident des KriegSauSschunes Anbry, in seiner Sartre hinderlich gewesen, oder ihm überhaupt feindlich gesinnt waren, obgleich sie mit den Jacobinern keine Gemeiuschaft hatten, wurden über's Meer in die Verbannung geschickt.
Die Urheber und Mitbetheiligten der Höllenmaschine: Chevalier, Veycer, Arena, Gerafft, le Brun und Demer- ville, Carbon und St. Rogent wurden zum Tode ver- ucrheilt und hingerichtet.
Nicht minder gefährlich für den ersten Consul war die Verschwörung der bourbonischen Partei, als deren Haupt der General Morean angesehen wurde, der Sieger von Hohenlinden, obgleich er, gleichfalls eines Advo- caten Sohn wie Banaparte, auch durch die Revolution emporgekommeu und folglich von Haus aus den Bour- bouen nicht sehr gewogen war. Er wurde aber durch die öffentliche Meinung und durch die Umstände selbst in eine solche revolutionäre Stellung gebieterisch hinein- gedrängt. Der unersättliche Ehrgeiz seines ehemaligen Kollegen Ben aparte war ihm zuwider, und als sich zu diesem Widerwillen noch die militärische Eifersucht aus den auserwäblten Sohn des Glucks gesellte, wurden sich Beide mit jedem Tage immer fremder, und Morean immer mehr auf die Seite der Royalisten gedrängt; und so kam es, daß er bald als der Führer der mißvergnügten Soldaten und als BonaparteS erklärter Feind angesehen wurde.
Ihm zur Seite stand der General Pichegru, der aus Cayenne, wohin er verbannt gewesen, zurückgekehrt war Zuerst fand derselbe in London Zuflucht und Unterstützung, wo er aus seinen royalistischen Gesinnungen, sowie auch aus seinen Beziehungen zu der verbannten Königsfamilie durchaus kein Hehl machte, und von der englischen Regierung in seinen Machinationen gegen den ersten Konsul mehr ermuntert als zurückgehalten wurde.
Aus einem von dem Kapitän Wright befehligten Schiffe wurde er mit seinen Gesinnungsgenossen an die französische Küste gebracht, und hielt sich seitdem heimlich in Paris aus, wo er mit Morean wöchentlich mindestens zwei Mal abendliche Zusammenkünfte hatte, welche in der Vorstadt Challot Bouvet bei einer Wittwe St. Leger stattfanden.
Da Pichegru mit allen bedeutenderen Anhängern der Bourbonen und mit allen Feinden BonaparteS bekannt war, wurden die Zusammenkünfte immer besuchter und die Debatten belebter. .besonders. seitdem ein gewisser Georg Cadoudak, ein fanatischer Royalist, nebst den zum alten Adel gehörenden Herren Armand von Polignac, Carl de in Riviere und Anderen mit eingeführt waren.
Während Georg Cadoudal den^ersten Consul durch Meuchelmord aus dem Wege schassen wollte und als Bedienter verkleidet sich in die Tuilerien, ja selbst in die Gemächer Napoleons schlich, ohne jedoch Gelegenheit zu finden, seinen verzweifelten Entschluß in Ausführung bringen zu können, gingen die Rathschäge und Anschläge Moreans dahin, seinen und der Bourbonen Feind wie ein ehrlicher Soldat zu bekämpfen.
Dieser Letztere, ein gutmüthiger und milder Charakters faßte daher einen grenzenlosen Widerwillen gegen Cadoudal, und bat seinen Freund Pichegru, diesen „tollen Wilden" nicht wieder mit znr Berathung zu bringen.
Diese genannten Männer waren die Leiter der Verschwörung und hatten noch einige dreißig bis vierzig Royalisten unter sich, die, durch ganz Paris vertheilt, von ihnen ihre Befehle erhielten.
Die Polizei kam jedoch dem Treiben bald aus die Spur.
Alle Barrieren wurden geschlossen und ein Theil der Napoleonischen Garden erhielt den Auftrag Keinen aus der Stadt zn lassen.