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schen Selbstmord. Vor wenigen Tagen fand im dortigen Bezirke eine Hochzeit statt. Die neunzehnjährige Braut genoß nun vor der Brautnacht Arsenik, und starb daran. Sie liebte einen Mann, der nicht ihr Gatte werden konnte, und deshalb zog sie eS vor, zu sterben. „In Steiermark", setzt der Berichterstatter bei, „kommt dieser Heroismus der Liebe sehr selten vor."
— Der General-Polizei-Direktor von Hannover beabsichtigte kürzlich cmcm seiner untergebenen Polizei-ChesS in einer der sieben größeren Städte des Landes einen amtlichen Besuch abzustatten. Er telegrafiert: „Ve- niam 6 Uhr 55 Minuten" und rechnet dabei aus das Latein seines Beamten. Dieser aber, im polizeilichen Eifer, nimmt die Lache, als ob ihm irgend ein gefährliches Individuum mit jenem fremdartigen Namen zur Verhaftung signalisier worden sei, rückt zur bezeichneten Stunde mit dem ganzen Polizeipersonal zum Bahnhof, den er absperren und mit Wachen umstellen läßt, und ist bereits daran, den inmittels angelangten Zug Wagen für Wagen nach Herrn Veniam zu durchsuchen, als — in eigener Person — der Herr Gencral-Polizmdirector aus dem Wagen tritt und den Irrthum ausklärt.
— (Ringkampf mit einem Bären.) In der Nähe des Militärgrenzortes Walisselo wurde vor kurzem ein Bär — eine Rarität dieser Gegend — der von un- gcwöbnlicbcr Größe war, durch die Grenzer Toma Pod- koniak und Peter Martievic erlegt, wobei es dem Erstgenannten bald übel ergangen wäre. Er schoß zweimal auf das auf ibn zueilende Thier, traf eS auch beidemale, aber nicht tödtlich. Zum drittenmale die Flinte zu laden, fand er keine Zeit mehr; — Podkoniak besann sich nicht lange und stürzte dem bis zur Wuth gereizten Bären entgegen, um ihn mit dem Gewehrkolben zu erschlagen, versetzte ihm auch einen Hieb auf den Kopf, wurde aber im selben Augenblick von dem Thiere -erfaßt und rollte — zu seinem Glücke — den steilen Bergabhang, auf dem der gefährliche Nachkampf stattgefunden, in der Umarmung seines Feindes hinab. Grenzer Martieviec, der unweit davon stand, sprang mit einem Pflock herbei, und führte damit einen so kräftigen Hieb auf den Kopf des Bären, daß dieser betäubt, sogleich von Podkoniak abkieß, und nach einigen wiederholten Hieben leblos da- lag. So kam der allgemein als muthig bekannte Pod- koniak mit zwei nicht sehr bedeutenden Bißwunden davon.
— Vor einigen Tagen wurde in Berlin ein junges Mädchen beerdigt. Die Verstorbene lag im Sarge, geschmückt wie eine Braut, nichts war vergessen werde--- selbst die Krinoline nicht.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landrathsamt Hersfeld.
Die am 28. August d. I. aus dem Zuchthause zu Caffel entlassene Margaretha Brandt aus Heringen ist
bis jetzt in ihrer Heimath nicht eingetroffen, weshalb alle betreffenden Behörden ersucht werden, die rc. Brandt, welche sich wahrscheinlich zwecklos umhertreibt, int Be« tretungsfalle zu verhaften und anber abliefetn zu lassen.
Hersseld, am 28. November 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.
Signalement Der 2c. Bran d.
Alter 41 Jahre, Größe unter 5 Fuß, Haare blond, Stirn hoch, Augenbrauen blond, Augen grau, Nase dick, Mund gewöhnlich, Kinn rund, Farbe gesund, Statur mittet. Besondere Kennzeichen: Sommersprossen.
Kleinschmied Justus Wiegand von Kirchheim hat um Entlassung aus dem kurhessischen Unterthanenver- band behufs Niederlassung im Königreich Preußen nachgesucht
Hersfeld, am 30. November 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.
Landrathsamt Hüufrld.
Die Verfügung vom 19. v. Mts. wodurch den Müllern gestattet wurde, auch Sonurags zu mahlen, wird nunmehr wieder zurückgezogen.
Hünfeld, am 26. November 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. Götz.
August Banmgard von hier hat zum Zwecke der Niederlassung im Königreiche Preußen um Entlassung aus dem kurhessischen lluterthancnverbande nachgesucht.
Hünfeld, am 26. November 1864.
KurfürsslichcöLaudrathsamt. Götz.
Dem Eisenbahnarbeiter Philipp Theis aus Motzfeld ist angeblich am 26. d. M. im Wirthshause zu Odcn- sachsen eine Tabakspfeife mit Kopf von Holzmaser und Abguß von Horn entwendet worden. — Etwaige Spuren zur Entdeckung des Thäters 2C. sind dahier anzuz eigen.
Hünfeld, am 28. November 1864.
Kurfürstliches Landrathsamt. Götz.
Der Schmied Joseph Keck aus Spahl im Groß- herzogthnm Sachsen Weimar soll dahier wegen Beleidigung eines öffentlichen Dieners in Beziehung auf dessen Dienstausübung vor Gericht gestellt werden, derselbe ist deshalb,- sobald er im diesseitigen Gebiete betreten wird, zu verhaften und hierher abzuliefern
Hünfeld, am 14. November 1864.
Die untergerichtliche Staatsbehörde.
S chilli ng.
Landrathsamt Ziegenham.
Um dem Unwesen, welches von vagirenden Zigeunern aus dem platten Lande häufig getrieben wird, auf eine ernstliche Weise entgegen zu treten, erhalten in Folge eines Beschlusses Kurfürstlichen Ministeriums des