Rv. AG. Hersfeld, den 30. November. ISO«.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnäbigst geruht:
dem vom Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Postverwalter zu Fronhausen in Vorschlag gebrachten Postgehülfen Konrad Friedrich Prcntzell aus Mecklar die allerhöchstlan- desherrliche Bestätigung zu ertheilen..
Ein Ha Cbnräö er.
Novelle von Adolph Dona i.
(Fortsetzung.)
„Es fehlte weder an Nahrungsmitteln aus dem Thier« reiche — denn Kaninchen, Hasen, wilde Hunde und Antilopen grasten hier in ganzen Heerden. den niegesehenen Menschen neugierig und unschuldig aus aller Nähe an- sämuend, und im Flusse wimmelte es von Fischen, in der Luft von Vögeln — noch fehlte es an solchen aus dem Pflanzenreiche; denn hier wuchsen, geschützt durch die himmelhohen Felsen vor allen rauhen Winden und durch die in's Thal hereingebrochenen doppelt heißen Sonnenstrahlen hervorgelockt, wilde Pflaumen und Kirschen, alle Arten Nüsse und Cocnsfrüchte, Perstmonen und wilder Wein, wilde Gctreidcarten und eßbare Wurzeln in überreicher Fülle.
„Es fehlte blos an menschlicher Gesellschaft, um hier, abgeschieden von. der großen Welt, mit Wenigen ein köstliches idyllisches Leben zu führen. Aber im ersten Enthusiasmus eines Entdeckers neuer Gegenden dachte ich an diesen Mangel nicht.
„Und da, wo die Geröllhalden sich an die Felswände anlehnten, reichte, so weit das Auge schauen konnte, ein breiter Streifen goldhaltigen Quarzgesteins ringsum an den Felswänden hin, so reich an diesem edlen Metall, daß der gierigste Gcizh ls genug haben mußte. Die Luft hier unten war balsamischlau und erquickend, wenn auch kühl während der Nacht, welche zu jeder Jahreszeit mehr als die Hälfte der Tageslänge einnahm.
„Sobald ich meine Erforschung weit genug getrieben hatte, um meiner Aussichten für die nächste Zukunft sicher
zu sein, begrub ich den Leichnam meines Nachstellers unter Felsgeröll und einen Haufen Erde. Ich fand in seinen Taschen eines der Bowiemesser, welche zur Ladung meines anderen Maulthiers gehört hatten—ein Beweis, daß er an der Erlegung und Plünderung desselben be- thciligt gewesen war, und diese Entdeckung' 'kühlte bei mir den letzten Rest des Mitleids ab, welches man wohl mit einem erlegten Feinde zu haben pflegt. Das Messer war mir ein wertbvoller Fund.
„Hierauf dachte ich an die Anbahnung eines Auswegs, um mein Maulthier und seine Ladung herab zu bekommen. Die Sache war leichter gedacht als ausgeführt. Es galt fünfhundert Fuß senkrechter Höhe, welche auf einem Zickpackpsade zum Doppelten anwuchsen, durch fast lauter festes Quarzgestein vorzndringen; und zwar mußte ich anr den größeren Theil dieser Entfernung eine Gallerie, geräumig genug für ein Maulthier, in die Felswand einsprengen. Das war Arbeit für ein volles Jahr, und dazu würde mein Pulver bei weitem nicht ausgereicht haben, dessen ich zum Leben dringend benöthigt war. Es machten sich sofort noch andere Erwägungen geltend. Der Indianer hatte meiner Spur zu folgen und meinen oberen Weg zu finden vermocht. Sollte ich, da auf dem harten Lehmboden des Plateaus die Spuren oft Jahre lang erkennbar bleiben, anderen Indianern und sonstigem Gesinde! geradezu den Weg zu mir herab vollends bahnen, indem ich für sie die letzten und größten Schwierigkeiten überwand? — Nein, ich mußte von dieser Minirarbeit abstehen.
„Zunächst galt es, das nächste Bessere zu erdenken. Ich mochte vielleicht die Ladung meines Maulthieres retten, indem ich einen von Natur gebahnten Ausweg zu ihm fand, wäre er auch so halsbrechend, daß ich das Maulthier preiSgeben, die Ladung am Stricke herablassen und mich selbst an einem dickeren erst noch herzustellel- lenden Seile herabgreifen müßte. Allein ich suchte wochenlang vergebens nach einem solchen Auswege.
„Konnte nicht das Maulthier bereits von dem Indianer oder seinen Genossen getödtet, die Ladung geraubt sein? Und war, wenn auch Beides noch zu haben war, die Beute so riesiger Anstrengungen und Gefahren, als ihre Erlangung kosten mußte, werth? — Ich war seit meiner Luftreise sehr nervös geworden und traute mir