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und führte mit Blitzesschnelle einen Axthieb nach seiner Seite. Kaltblütig war der Franzose diesem gefährlichen Hiebe ausgewichen, indem er zugleich die Schulter seines Feindes init der Axt getroffen hatte.

Bei dem Anblick seines Blutes sprang der Wilde mit einem Ungestüm auf den Franzosen, der alles zittern machte. Ein entsetzlicher Kamps, Leib gegen Leib, be­gann, funkensprühend trafen die Aexte auseinander, die Schläge vermehrten sich, daS Blut strömte und Stücke Fleisch flogen umher; man sah nicht mehr menschliche Gestalten, — eS waren zwei mit Blut bedeckte Phantome, die sich mit der Wuth der Verzweiflung aus einander warfen.

Ich zitterte an allen Gliedern und wandle die An- gen von dem gräßlichen Anblick weg. Plötzlich ertönte ein lautes Gebrüll, welches verkündete, daß einer von Beiden gesiegt habe. Der letzte Sprößling des Pon- thiak, der „große Adler", stürzte in der Arena todt zu Boden; ein'Hieb seines Gegners hatte ihm den Hirn- schädel zerschmettert. Sein keuchender.Sieger, selbst im Tode des Wilden noch eine List vermuthend, stand mit hochgeschwnngener Axt zu seiner Vertheidigung bereit.

Die Unruhe war allgemein. Wollten diese wilden Banden die Niederlage ihres Häuptlings rächen? 9tein. Die ganze Horde stieß ein Siegesgeschrei aus; Herr v. R. ward, trotz seiner Wunden, im Triumphe nach sei­ner Wohnung znrückgetragcn, und am andern Tage ka­men die Häupter der SankiS, um ihm ihre Waffen als Siegestrophäen zu überreichen. Sein Zimmer glich ei­ner'indianischen Waffenhalle: Pfeile, Bogen nnd Lanzen, untermischt mit Aexten, Keulen, Dolchen. und jenen kup­fernen Schilden, die entweder rund wie der Clipeus, oder oval wie das Scutum sind, bedeckten die Wände.

Während ich meinem Landömanne meinen Glück­wunsch wegen seines Heldenmuthes abstattete, hörten wir vor der Thür neue Glückwunschrnfe; es wurde nach dem Tambourin getanzt, man stieß ein Freudengeschrei aus und eine Fahne wehte; die Iran des Ponthiak, die un­schuldige Veranlasserin des Kampfes, ward dem Sieger zugeführt.

Am nächsten Morgen, dem Tage meiner Abreise, hieß es, daß Herr v. R. dem Stamm der SaukiS ein- verleibt werden würde, unb daß eS nichts Geringeres gelte, als ihm den Namen des „großen Adlers" beizu- ießen und ihn zum Haupte der SaukiS zu machen.

Vermischtes.

Tegernsee. Von hier werden der „B. Ztg." schlimme Geschichten berichtet. Nachdem vor wenigen Tagen in das Schlafzimmer des königl. Forstmeisters nicht weniger als vier Schüsse bei Nachtzeit abgeseuert worden, deren einer dicht über dem Kopfkissen in die Wand schlug und kurz daraus die Kasse des ForstamteS mittelst Einbruch geraubt worden, wuide am 9, d, ein

ruhig vor seiner Hausthüre sitzender Bauernbursche Abends 8 Ühr erschossen. Wie es heißt, ist derselbe für ein Mitglied des k. Jagdperfonals angesehen worden, dem eigentlich die tödtliche Kugel gegolten hat. Ueberdies sind, wie mitgetheilt wird, dem königlichen Forstmeister auch noch Drohbriefe zugekommen, in welchen ausgespro­chen ist, daß er noch eine weitere meuchlerische Nachstel­lung zu gewärtigen habe.

— D a r m st a d t, 13. Sept. Wie die „Hess. Lz." aus guter Quelle vernimmt, werden morgen die Herren Geh. Regierungsrath Zeller und Oekonom Ritsert von hier, sowie der Oekonom Büchner vom Roßbacher Hof nach der Schweiz reisen, um 30 bis 40 Stück Rindvieh Schwyzer Race, zur Hälfte Zuchtsticre, zur Hälfte Kal- binnen, für den landwirthschaftlichen Provinzialverein der Provinz Starkenburg anzukaufen.

— London, 9. Sept. Eine schreckliche Explosion hat in der Kohlengrube Sheghill bei Nord-Shields statt- gefunden. Achtzehn Menschen waren in derselben be­schäftigt, als plötzlich eine Entzündung von Gasen sie unter Trümmern begrub. Man gab die Opfer schon sämmtlich für verloren; doch gelang es, die größere Zahl derselben, mehr oder weniger gefährlich verwundet, her- auszugraben; acht sind jedoch als Leichen gefunden worden.

Paris. In den letzten Tagen haben in Frank­reich wieder mehrere große Brände stattgefunden. In Ober-Savopen bräunte daS ganze Dorf MoulinS ab; hundert Familien wurden obdachlos und befinden sich im größten Elende. In Motte d'Availlant legte eine Feucrsbrnnst 36 Häuser in Asche. Eine Mutter mit ihrem Sohne kam in den Flammen um. In Limoges bräunte es auch wieder. Drei Häuser wurden zerstört und drei andere stark beschädigt.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landrathsamt Hersfeld.

In der Wohnung des Heinrich Nürnberg zu Meck- lar hat sich ein Schießgewehr vorgefuudcn, welches von demselben als nicht ihm gehörig bezeichnet worden ist, weshalb der rechtmäßige Eigenthümer aufgefordert wird, sich zur Empfangnahme dalner zu melden.'

Hersfeld, am 13. September 1864.

.Kurfürst! Landrathsamt. Auffarth.

In der Gemarkung von Mecklar ist eine Pistole aufgefunden worden..— Der Eigenthümer hat sich inner­halb 3 Monaten dahier zu melden, widrigenfalls ander­weit darüber verfügt werden wird. •

Hersfeld, am 16. September 1864.

Kurfürst!. Landrathsamt. Auffarth.

Aus der Scheuer hinter dem Trommer'schen Wohn- Hause in der Iohannesgasse dahier, ist in den letztem