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hörige Wohngebäude vor dem Weserthor und zertrüm­merte einen Theil des Dachstuhls. Von einzelnen Bal­ken desselben sah man nur noch Spähne. Der Blitz fuhr dicht an einer der Thüren des Hauses, an welcher das Dienstmädchen stand, hernieder und riß die Thür aus den Angeln; glücklicher Weise ist aber weder das Mädchen, noch deren Herrschaft körperlich zu Schaden gekommen.

Frankfurt, 12. Sept. Bei dem in der Nacht von Samstag aus Sonntag stattgehabten schweren Ge­witter hat es an mehreren Orten der Umgegend einge­schlagen, ohne daß jedoch glücklicher Weise dadurch ein erheblicher Schaden angerichtet worden ist.

München, 9. Sept. Gestern Abend ist in der freiherrlich von Beck'schen Papierfabrik in Pasing ein großer Brand ausgebrochen, dessen man um Mitternacht erst Herr zu werden vermochte, nachdem etwa ein Drittel derselben zerstört war.

Dürkheim, 1. Sept. Ein junger Mann aus Deidesheim gerieth diesen Nachmittag unter die Loco- motive, wobei ihm die beiden Beine von den Knieen an abgequetscht wurden. Der Unglückliche wird mit dem Leben schwerlich davon kommen'

Stuttgart, 6. Sept. Einen peinlichen Eindruck macht, so schreibt dieKrh. Ztg", hier ein Unfall des Grasen v. Reiggersberg, des k. bayerischen Gesandten, der am Sonntag Abend aus einem Spaziergang Hilferuf hörend einem durch einen Soldaten hart bedrängten Mädchen Beistand leistete und dafür von dem Soldaten mit dem FaschinerMesser einen Hieb über die Hand er­hielt, welcher den Grafen fast einen Finger kostete. Ein später zu Hilfe gekommener Reiter erhielt von dem Wü­thenden einen Hieb über den Kopf. Zum Glück ist je­doch der Verüber dieser Rohheiten durch die Nummer aus seiner Achselklappe entdeckt und den Gerichten zur Bestrafung überliefert worden.

Am 2. April d. I. fiel in dem Seegefechte bei Jasmund (Rügen) ein preußischer Matrose, Namens Wilhelm Gern, Sohn eines pensionirten SteuerausseherS zu Naumburg am Queis, verwundet über Bord. Da er nicht wieder auftauchte, nahm man an, daß er ertrun­ken sei. Er hatte sich aber, vier volle Stunden schwim­mend, über Wasser erhalten und war dann von einem nach Riga fahrenden Lübecker Schiff aufgenommen wor­den. Dieses Schiff war von den Dänen aufgebracht und Gern als Kriegsgefangener nach Nyborg tranSpor- tirt. Dort ist er bis zum 7. August gewesen. An die­sem Tage brach er mit drei anderen Genossen aus. Sie wurden verfolgt, am Strande kam es zum Kampf. Gern stach zwei Dänen nieder und, obschon am Kopse durch einen Säbelhieb und einen Bajonnetstich schwer verwun­det, sprang er in ein Boot, setzte alle Segel bei und schoß in'S Meer hinaus. Am 12. August wurde dieses Boot, in welchem Gern besinnungslos und im Blute schwimmend lag, bei Rügen von einem dort kreuzenden Kriegsdampfer aufgefangen. Jetzt liegt Gern zu Dan-

zig im Lazareth und seine Eltern haben durch ein Schrei­ben von dort Obiges gemeldet erhalten. Der muthige Matrose hatte als Schiffsjunge die Expedition nach Ja­pan und China mitgemacht.

Petersburg", 6. Sept. Eine Depesche im gestri­genInvaliden" meldet kurz, daß die ganze Stadt Simbirsk ein Raub der Flammen geworden, nachdem ein heftiger Wind alles Löschen unmöglich machte. Gestern Abend ertönten wieder einmal die Allarm-Ka- nonen, um die nahende Ueberschwemmungsgefahr in den niedern Stadttheilen anzuzeigen; indeß hatten wir gestern und vorgestern.nach 14 Regentagen endlich wieder schö­nes Wetter, heute Morgens aber wieder starken Regen.

Paris. Aus einer in der Akademie vorgetragenen Denkschrift gebt hervor, daß in Paris 10l,750 Personen (auf eine Bevölkerung von 1,700,000 Seelen in 55,000 Häuser) von den öffentlichen Wohlthätigkeits-Anstalten Unterstützung erhalten. Dieselben bilden 40,000 Haus­haltungen. Davon sind 28,000 Familien- Oberhäupter in der Provinz geboren, 2000 aus dem Auslande Herge- kommen und 10,000 in Paris auf die Welt gekommen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts erhielten die Armen pro Familie 20 Franken pro Jahr, heute erhalten sie 80 Franken. Die Wohlthätigkeits - Anstalt^i verausgaben im Ganzen (an Unterstützung in Geld und Lebensmittel, ärztlicher Hilfe w.) die Summe von 4,200,000 Franken.

Lyon, 5. Sept. In einem Hause der Moncey- Straße hat sich gestern Morgen ein furchtbares Ereigniß zugetragen und "das ganze "Stadtviertel in die höchste Aufregung versetzt. NicolaS Suaramaz, 34 Jahre chl, aus Ruwilly gebürtig, hat in dem Hause Moncey-SmM 104 mit seinen beiden Töchtern, von denen die eine 4, die andere 2| Jahre alt ist, eine Wohnung inne. Ge­stern Vormittag 11 Uhr schloß er sich in derselben ein und beging darauf einen Act von wahnsinniger Rohheit, wie er bis jetzt wohl kaum vorgekommen ist. Er packte seine beiden kleine Töchter, warf sie auf den Tisch, und ohne sich durch das Verzweiflungsgeschrei der armen Opfer wehren zu lassen, schnitt er ihnen beiden mit einem Rasirmesser den Hals durch, so daß die Köpfe nur noch an einem Stück Haut am Rumpfe saßen. Gleich nach dieser grausen That schnitt sich der Rasende selbst mit dem Messer die Gurgel ab. Fast gleichzeitig hatten die Nachbarn, die das Ängstgeschrei der Kinder gehört hatten, die Thür eingeschlagen und waren in das Zim­mer gedrungen, wo "ihrer ein gräßlicher Anblick harrte: die unglücklichen Opfer schwammen in einem Blutmeere, neben ihnen wälzte sich ihr Mörder in seinem Blute, der noch am Leben war und sogleich nach dem Hotel Dien gebracht wurde, wo er aber eine Stunde später verstarb. Man muß annehmen, daß der Unglückselige dies scheuß­liche Verbrechen in einem Unfall von Tollwuth begangen hat. Suaramaz war seit 6 Wochen Wittwer, seine Frau war im Wochenbett gestorben und hatte ihm ein drittes Kind hinterlassen, das bei einer Amme auf dem Lande untergebracht wurde. Am Morgen der Schreckensthat