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wärest Du dem Zuchthause nicht entgangen. Laß es Dir zur Lehre dienen, Heinrich, Du könntest ein ganz anderer Mensch sein, wenn Du nur wolltest. An "Kopf und Kräften fehlt es Dir nicht, und ich glaube auch, am Herzen nicht, wenn Du nur Deinen wilden Sinn bezähmen wolltest und Deinen Trotz!"
Heinrich blickte zur Erde. Es war ihm, als könne er das Auge zu dem Ackerbauer nicht ausschlagen Zum ersten Male in seinem Leben fühlte er Beschämung über sich selbst und seine Lage.
„Du bist verwundet?" fragte Friese.
„Ja, hier in der Brust", erwiederte Heinrich. Er vermochte die Worte kaum hervorzubringen.
„Laß mich sehen", sprach der Bauer und kniete neben ihm nieder, half ihm die Kleider öffnen und untersuchte die Wunde.
Erschreckt, bedenklich schüttelte er mit dem Kopfe. „Das darfst Du nicht so leicht nehmen, die Kugel steckt noch darin. Du mußt Hülse haben, ehe es schlimmer wird!"
„Ich werde es schon überwinden", entgegnete Heinrich. „Aus den Schmerzen mache ich mir wenig!"-
„Die Schmerzen thun es auch nicht; die Brust ist ein gefährlicher Ort. Wenn Du nur eine Stunde weit gehen könntest, dann wollte ich schon das Weitere besorgen. Zum Bergförster wollte ich Dich bringen, ich kenne ihn seit langen Jahren, der nimmt Dich schon auf, wenn ich ihn darum bitte und hält auch reinen Mund. Bei dem wird Dich Niemand suchen, und Tu kannst eS dort abwarten,-bis Du ganz wieder hergestellt bist."
Einen Augenblick schwankte Heinrich, ob er dieS an- nehmen sollte. Etwas von dem alten Trotze regte sich noch in ihm, verschwand indeß sofort wieder. Er blickte zu dem Ackerbauer auf und streckte ihm die Hand entgegen. „Ich komme schon so weit", sprach er, „und nehme auch Eure Hülfe an."
Mit bebender Stimme hatte er diese Worte hervorgebracht. Er wollte sich erheben, war indeß zu schwach dazu. Der Ackerbauer ergriff seine Hand und unterstützte ihn.
„Ich werde Dich führen", erwiederte er. „Stütze Dich auf mich, fest, ich werde Dich führen "
Langsam schritten Beide der Bergförsterei zu. Niemand begegnete ihnen aus dem einsamen Wege. Wohl mußte Heinrich mehr als Einmal ausruhen, dennoch langten sie endlich bei dem Försterhause an. Friese ging allein hinein, um mildem Förster das Nöthige zm verabreden. „Er wird es thun, wenn ich ihn darum bitte", sprach er zu Heinrich. „Man sagt ihm sogar nach, daß er selbst in früheren Jahren mit den Paschern aus sehr vertrautem Fuße gestanden habe. Mag's sein, wie es will, er wird Dir seine Hülse nicht versagen, und hier sucht Dich Niemand. Er kann Dir auch beistehen, bis der Arzt aus der Stadt kommt denn er hat schon manchem Menschen geholfen, besser als mancher Doctor, und versteht mit Wunden umzugehen.
Schon nach wenigen Minuten kehrte er mit dem Förster, einem rauhen, festen, aber trotzdem gutmüthigen Charakter, den Heinrich von Ansehen wohl kannte, zurück, und Beide geleiteten ihn ins Haus.
(Fortsetzung folgt.)
Amtliche Bekanntmachungen.
Landrathsamt Hersfeld.
Der Ackermann Johannes Klomp zu R ei los ist heute als OrtSvorstand dieser Gemeinde bestätigt und verpflichtet worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersseld, am 18. April 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. . Ausfarth.
Simon Bock von Hilmes hat behufs Auswanderung nach Amerika um Entlassung aus dem Kurhessischen Un- lerthanenverbande nachgesucht.
Hersseld, am 19. April 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. Ausfarth.
Der auf den 13. d. Mts. gefallene Jahrmarkt zu Schenkleugsfeld ist auf den 28. d. Mtö. verlegt worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersseld, am 20. April 1864.
Kurfürstliches Landrathsamt. Ausfarth.
Entlaufen: ein Hund, Bastard von Dax- und Pün- scher-Raxe, braun von Farbe, mit schmalen weißen Streifen an der Kehle und weißen Vorlersüßen, männlichen Geschlechts, auf den Namen „Waldmann" hörend. — Der dermalige Besitzer wird zur alSbaldigen Ablieferung anher mit dem Bemerken aufgefordert, daß ihm eine Belohnung von 15 Sgr. zugesichert ist.
Heröfeld, am 20. April 1864. '
Kurfürstliches Landrathsamt. Ausfarth.
Gefunden: eine Axt, welche der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu WchperShain in Empfang nehmen kann. Hersfeld, am 20. April 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.
Landrathsamt Hünfeld.
Valentin Altstadt auS Großenmoor hat um Entlassung seines Sohnes Christian Altstadt aus dem kurhesfi- schen Unterthanen-Verbände zwecks Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hünfeld, am 15. April 1864.
Kurfürstl. Landrathsamt. F. d. L.
Der Kreissecretar. Schilling.
Der am 14, vor, Mts. gegen Heinrich Otto aus