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war die ziemlich romantische Gegend besonders zur Rnhe einladend. Zum Lagerplatz eignete sich die Gegend jedoch nicht; denn es fehlte an Wasser.
Johnston, Moore, DaviS, Alle blickten und spähten in die ferne Gegend, aber nirgends ein Anzeichen, welches auf Wasser schließen ließ. Johnston ritt eine Strecke weit in die Prairie, kam wieder zurück und machte die Mittheilung, daß die Spur, welche die Comanches hinterlassen hätten, in nördlicher Richtung weiter führe, BenS Spur jedoch nicht mehr zu sehen sei. Dann stieg er ab, blickte auf die Erde und lief in verschiedenen Richtungen umher. Endlich fand er die Spur des Lazadors wieder; sie zog sich rechts, zwischen dem Waldsaume und einzelnen Bauminselgruppen fort.
Der Trailor bestieg sein Roß aufs neue und die Anderen folgten ihm wie früher. Kaum war man zehn Minuten lang geritten, so hörte man ein lautes munteres Wiehern und erblickte an ein Seil gebunden ein Pferd, welches die ankommenden Thiere zu begrüßen schien, es spitzte die Ohren, kam so weit die Leine reichte entgegen und wieherte abermals.
„Da ist BenS Pony!' rief Johnston. „Wo das Pferd ist wird auch der Reiter sein!"
Bald kam der Lazador von einem hohen Baume herabgeklettert. Herzlich begrüßte er die Angekommenen, zeigte ihnen eine Quelle in der Nähe und ein ziemlich großes Bassin, in welchem sich Quellwasser angesammelt hatte. , . „ _ „ , , x
Johnston nahm den Lazador bei der Hand und bat ihn, von jetzt an den Befehl über das aus zweihundert und vier Mann bestehende Corps zu übernehmen. Der Antrag wurde abgelehnt, jedoch versprach er, die nöthigen Rathschläge in Bezug auf die weitere Verfolgung zu ertheilen. Ben erklärte nun, daß man sich in einer Gegend befände, in welcher oft schon einzelne Indianer streisteu. Die Wohnplätze der Comanches befänden sich aber jedenfalls jenseit des Gebirges, denn diesseit seien Büffel und wilde Pferde schon zu selten geworden.
«Die Prairie vor unS", fuhr er fort, »ist ziemlich eine kleine Tagereise lang und endigt bei einem Walde, welcher sich dicht am Fuße des Gebirges hinzieht. Wir können daher von jetzt an, nicht mehr am Tage, sondern nur noch bei Nacht reisen, um uns den Blicken der Feinde nicht zu früh auszusetzen; denn mit Bestimmtheit ist an« zunehmen, daß, wie eS in der Regel geschieht, aus den Höhen deS Gebirges Späher sich befinden. ES darf aus denselben Gründen auch kein Lagerfeuer angezündet, nicht geschossen oder des Nachts sehr laut gesprochen werden. Was die Spur der Comanches betrifft, so ist es nicht nöthig dieselbe besonders zu verfolgen; wir reiten direct in nördlicher Richtung bis an den Wald diesseit deS Gebirges und können dort, von den Bäumen versteckt, die Spur sehr leicht wiederfinden. Einen Befehlshaber aber brauchen die Leute ganz und gar nicht; sie sollen die Comanches tödten wie sie wollen und wo sie dieselben treffen, ebenso kann ein Jeder seinen Skalp
nach Belieben vertheidigen. Das Einzige, was bei bevorstehendem Kampfe von besonderer Wichtigkeit und den Leuten ernstlich eingeschärft werden muß, ist, daß sie sich niemals vereinzeln, sondern nur in Trupps kämpfen, um sich gegenseitig unterstützen zn können "
Bens Rath war in jeder Beziehung ein sehr praktischer und wurde augenblicklich befolgt.
Der nächste Morgen brächte wieder das schönste Wetter. Der Sicherheit wegen hatte man in bedeutenden Entfernungen das ganze Lager mit Wachen umstellt; diese konnten aber nirgend etwas Verdächtiges erblicken. Die Siesta am Mittag wurde heute bedeutend ausgedehnt; galt es doch die Glieder für den Nachtritt zu stärken. — Die Nacht brach endlich ein und die Reiter zogen in nördlicher Richtung über die MesquitgraS bewachsene Praierie. Eine Stunde vor Tagesanbruch hatte man den, am Fuße des Gebirges lehnenden Wald erreicht und erwartete auf den Pferden sitzend, den An- bruch des Tages. So weit das Auge reichte, zeigte sich kein lebendes Wesen. Aber man sah, daß Ben mit großer Sicherheit den Zug in der Nacht geleitet hatte; denn kaum zehn Minuten vom Platze entfernt, entdeckte der Pfadfinder die Spur der Verfolgten.
Die Gegend war in jeder Beziehung den Wünschen der Reisenden entsprechend; mehrere Quellen fanden sich in der Nähe, das GraS war weich und üppig und was die Hauptsache war, die Pferde konnten in das GraS gebunden werden, ohne daß man vom Gebirge die Thiere zu sehen im Stande war.
Ben hatte sich den ganzen Morgen vorzugsweise mit einem Häuptling der TonquewaS unterhalten und erklärte kurz nach eingenommenem Mittagsmahle, sich mit dem Indianer auf einen oder zwei Tage zu entfernen, um das Terrain genau zu recognosciren.
Vier Stunden später befanden sich Ben und der Häuptling am Kamme deS Gebirges. Sie hatten ihre Waffen und etwas Proviant mitgenommen. Vorsichtig waren Beide auf Händen und Füßen gleitend über die hervorragendsten, von jder Höhe leicht zu überblickenden Hügelketten gekommen, dann durch kleine Wäldchen geschlichen und am Rande von tiefen, unermeßlichen Abgründen vorbeigerutscht, hatten überhaupt das Gebirge aus Wegen erklommen, welche wohl selten der Fuß eines weißen Mannes betreten. Aber nirgend erblickten sie ein menschliches Wesen. Auch auf dem Kamme des Gebirges war keine indianische Wache zu entdecken. '(F. f)
Amtliche Bekanntmachungen.
Sandra thsamt Hersfeld.
Die Kreisliste über die zur nächstjährigen Rekru- tirung Pflichtige Mannschaft im Aushebungsbezirk Hers- feld ^ird vom 12. k. M. an, acht Tage lang im Lo-