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Dersfcldcr Anzeigcr.

WR. 93»

Hersfeld, den 21. November.

1863*

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr., bei den Postaustalten kommt der übliche Postaus­schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben Dergnädigst geruht:

den Amtsactuar Schmitten von Veckerhagen in gleicher Eigenschaft zu dem Justizamte II. in Hersseld zu versetzen;

den Rendanten bei dem Hauptsteueramte zu Carls- hafcn, Georg Söffet, zum Ober-Juspector bei dem­selben zu ernennen;

dem zu der erledigten Pfarrei Schweinsberg in der Klasse Kirchbain präsentirken außerordentlichen Pfar­rer Carl Wilhelm Sippel aus Cappel die aller- höchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen Und

die erledigte Rectorstelle in Sachsenhagen dem Pfarramts-Candidaten Daniel Schumann aus Gu- densberg zu übertragen.

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Der Kazador».

(Fortsetzung.)

II

„Aufgesessen!" commandirte Johnstou. Einen Au­genblick später saßen die Texaner im Sattel und folgten ihrem Führer. Die Dragoner ritten zurück, da sie den bestimmten Befehl hatten, nur vier Tage lang die Wil­den zu verfolgen.

Eine große, schöne und üppige Prairie lag vor den Reisenden; oceanartig breitete sich dieselbe nach allen Seiten aus. , .

Wohl über eine Stunde ging der Zug durch den von der Natur so außerordentlich begünstigten Länder­strich und auf dem von den Wilden uiebergetretenen Pfade; allmalig aber begann sich der Charakter der Prai­rie zn verändern. Die Ebene war zu Ende, der Boden wurde hügelig und unfruchtbar. Die Reise ging hier nur langsam vorwärts ; denn oft mußte man große Strek- ken zurückreiten, weil die eingeschlagene Richtung plötzlich durch tiefe Schluchten mit steilen Wänden unterbrochen wurde, oder ein schmaler, zwischen zwei Schluchten be­findlicher Erdwall zum vorsichtigen und ruhigen Reiten zwang.

Johnston hatte es schon längst aufgegeben, die sich hier vielfach abzweigende Spur besonders zu berücksichti­

gen, er suchte nur nach dem bequemsten Wege, um so schnell als möglich aus dem Labyrinth zu kommen. End­lich waren alle Hindernisse besiegt, der gefahrvolle und in jeder Beziehung schlechte Weg glücklich zurückgelegt. Der Boden wurde fester; dünne Schichten von Humus zeigten sich wieder, und dem entsprechend wurde auch die Vegetation wieder üppig Der Pfadfinder suchte die Spur wieder auf, und 'bald befand man sich auf einer unmuthigen Prairie, und ritt dem Saume einer lichten Eichenwaldung zu.

Es war Mittag, als man den aus Pfosteneichen, einzelnen Nußbäumen und Cederu gebildeten lichten Wald erreichte. Ein kleiner Bach, dessen klares, krystallhelles Wasser mit ziemlicher Schnelligkeit über sein kiesiges Bett rieselte, lud die Reisenden zur Rast ein.

Kurze Zeit nach dem Mittagsmahle hatten sich John­ston und der Squatter Davis dicht neben den Bären- jäger gesetzt. Diese Männer schienen sich über etwas Wichtiges zu unterreden. Die Berathung hatte längere Zeit gedauert; da erhob sich Johnston von seinem Platze, entfernte den Kautabak aus dem Munde und lieferte da­durch den untrüglichsten Beweis, daß es sich um etwas Besonderes handeln werde.

„Gentlemen!" begann er mit lauter Stimme; „zu­nächst Dank für das Vertrauen, Dank für die bewiesene Beharrlichkeit und Ausdauer. Wahrlich, ein kleines Häuf­lein nur ist es, welches auszog um die Feinde zu züch­tigen und von ferneren Einfällen in unsere Ansiedelungen abzuhalten. Wir sind zwar stark genug, um unsere Feinde zu besiegen, aber wir haben es in unserer Gewalt, die Zahl der Streiter bedeutend zu vermehren. Kaum eine halbe Tagereise von hier, südwärts von unserer Richtung, wohnt ein tapferer Jndiancrstamm, der Stamm der Ton- quewas, welcher seit undenklichen Zeiten mit den Co- mancheS im Kriege lebt. Diese Indianer wollen wir besuchen und zum Kriegszuge auffordern; denn dringen wir mit einer bedeutenden Macht in die Schlupfwinkel der Rothhäute, bestrafen sie in ihren eigenen Nestern und todten Viele, so wird Furcht sie von der Rache ab- halten. Sie werden erkennen, wie weit der starke Arm des weißen Mannes reicht! Deshalb, Texaner, wollen wir uns als Freunde zu den Tonquewas^begebcn und unsere Zahl verstärken!"