sersfelhcr Anzeiger
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Mx. 84» Hersfeld, den 21. Oktober. ZG'SA.
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Zum fünfzigjährigen
Gedenktag Hee Schlacht bei Kerpzig
am 18. Octobcr 1 8 6 3,
Ein Säculum zur Hälfte ist vergangen,
Seit deutsches Volk du deine Fesseln brachst, Worin dein böser Geist dich hielt gefangen, ,Dcff' Zornesmuth du lange Zeit erlagst.
Auf den Gefilden Leipzigs ward geschlagen
Die Völkerschlacht, die Deutschland frei gemacht, Doch will ich dir, mein deutsches Volk, auch sagen, Was dir Erniedrigung und Schmach gebracht.
Der Zwiespalt war'S, der Hader und das Grollen — Zerklüftet war das arme Vaterland, ' Nicht Eintracht mehr im Rath, in That und Wollen, Und aufgelößt war jeglicher Verband.
Wenn Glieder selber fich im Kampf entzweien, So widerstrebt das ewig der Natur.
ES kann der Leib da nimmermehr gedeihen, Und führt zuletzt zum eignen Morde nur.
Es war der schlimme Fluch der bösen Thaten, Wie Strafe folgt auf Sünde immerdar, Die Züchtigung vollzog an Volk und Staaten Der Korse, der die Geißel Gottes war.
Merk' auf mein Volk, fast will es mich bedünken, Du sci'st nicht ferne mehr dem zweiten Fall, woll'st den Wermuthskelch noch einmal trinken, Denn Haß und Zwietracht wuchert überall.
Wirst du in Eintracht bald dein Haus bestellen?! , "uf mein Volk, mit Ernst und mit Bedacht, ; stylst der Feind schon rüstig aus den Wällen, Sei Eins, und einig, halt' in Treue Wacht.
Blick" hin auf Leipzigs blutiges Gefiilde, Wo all die Braven deckt ein Leichenstein, ^flltschland dich versöhnen in dem Bilde, -aß deine Söhne treu dem Bunde sein!
Am Moor.
(Fortsetzung.)
Von dem Sandhügel herab schlangelte sich der Weg von Altenwalde nach dem Moorgrunde. Dieser bedeckte sich mit Menschen. Es waren die Wächter der Quaran- taiue, die nach dem Flüchtlinge suchten. Neugierige zo« .gen hinterdrein. Die Meisten derselben gehörten zu der Gemeinde von Altenwalde.
Bei diesem Anblicke schwiegen die beiden Hüttenbe- wohnör und blickten die Kommenden mit scheuer Neugier .an. Der Führer schritt gerade auf die Alten zu und rief:
„Habt Ihr einen Flüchtling bemerkt? Hollah, Mann.' Gebt'Antwort!" .
. „Ich weiß nicht!" stotterte ClaaS Tamm.
.'.^©aße nicht,wissentlich eine Lüge, Mann!" sprach warnend FNm Tvinm „Ja, Herr, hier ist ein flüchtiger Mann zur Nachtzeit angekommen. Wir haben ihm die Thür geöffnet, ohne zu fragen, woher und wohin? Nun liegt er drinnen auf dem Strobsacke und hat das Fieber."
„Das ist unser Mann!" sprach der Führer. „Laufe Einer imb sage es aus dem Amte und bei dem Doctor. Welchen Verkehr habt Ihr mit dem Ausreißer gehabt? . Es wird ein schweres Wetter über Euch kommen, Ihr unvorsichtiges Volk!"
„Haben wir etwas Böses gethan?" fragte Frau Trina, sich ermannend. „Wir haben Barmherzigkeit geübt"
„Dann übt sie auch ferner!" sagte der Führer spöt- . lisch, „Ihr seid verdächtig und dürft nicht mit anderen Menschen zusammen treten. Zurück in die Hütte mit Euch!"
„Laß uns gehen, Mann! Wir thun unsere Christenpflicht. Gott wird uns nicht verlassen und wir brauchen nicht vor Scham zu vergehen vor dem jungen Kinde, das da drinnen als eine barmherzige Samariterin schafft.
Frau Trina ging der Hütte zu. Die Lhnr der Hütte öffnete sich und Liesbeth erschien aus der Schwelle:
„Zurück! Hier ist die Pest!" ,
Diese Worte brachten einen furchtbaren Eindruck hervor! Viele schrien laut auf und liefen nach allen Richtungen hin aus einander. Der Führer der Truppe suchte umsonst die aufgelöste Ordnung wieder hcrzuftellen. Er