DcrsfcIher Anzeiger.
Rr. 63, Hersfeld, den 8. August. 1®63*
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Seine Königliche H o he it der Kurs ü<st haben allergnädigst geruht:
dem Fürst ich Thurn- und Taxi-'schen Postmeister von Carlshausen zu Homburg v. d. Höhe die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von dem Fürsten von Hohenzollern demselben verliehenen Ehrenkreuzes 3. Klasse des Ho- Heujollernschen Hausordens zu ertheilen.
Die «Kosaken im deutschen BesreinngS- «Krieg*.
Von Freimund Ohnesorgen.
(Aus dem „Jllustrirten Familicn-Journal".)
In den Schlachten von Großbeeren, Tennewitz und Leipzig, oder vielmehr in den Zwischercherioden dieser Wuffenacte der größern Kriegsthätigkeit, lernten wir zum ersten Male die von den Franzosen so gesürchteten Kosaken kennen und bemerkten den panischen Schrecken des Feindes, wenn in seinen Reihen uns gegenüber der Ruf: „Cosaque!“ erscholl. Uns erschienen die ersten Pulks, die wir in unseren Reihen erblickten, keineswegs eineS so furchtbaren Eindrucks fähig, und ihre wunderlichen Anhängsel von Bogenschützen kamen uns sogar lächerlich vor.
Wir kannten damals ihre außerordentlichen Fähigkeiten und die Wirkungen ihrer schwirrenden Pfeile noch nicht. Die Donier ritten auf kleinen zottigen, Hirschbäl- sigen Rossen, deren Nüstern, des freieren Athmens wegen häufig aufgeschlitzt waren, und deren ellenlanges Mäh- nengeflecht, von rothen Tuchringen zusammengehalten, co- quettirend nach den Widerrieft ausgenommen war, damit die Thiere nicht darauf treten sollten. 4
Von wildem Aussehen, mit rollendem We.ß in den glühenden Augen', folgten die Steppeurosse wie kluge Hunde ihrem Reiter; aber auch ebenso bissig waren sie gegen Fremde, die sie mit den Zähnen und den Vorder- süßen packten. Anstatt, wie andere Pferde, mit den Hinterfüßen zu schlagen, griffen sie ihre Feinde mit den Vorderfüßen an, um sie zu zerstampfen.
Die Zäumung bestand nur in einer einfachen Trense und ihr Sattel hatte keinen Mantelsack, da die ganze Bagage, die nur in Beutegegenständen bestand, unter der Latteldecke vom Reiter factisch besessen wurde und, . im Laufe des Krieges mitunter schon stark angeschwollen, den Besitzer hob.
Die Kosaken selbst trugen kleine runde Feldmützen, blau mit rothen Streifen, eben solche Jacken, ohne Schö- se, mit Patronenbehältnissen auf der Brust, obgleich sie Cartouchen für Reservemuintion führten. Ihre blauen Beinkleider mit einem breiten rothen Streifen waren faltig und außerordentlich weit, nicht nur zur Bequemlichkeit, sondern um den gehörig tiefen Taschen den nöthigen Platz zu gewähren. Anstatt der Sporen führten sie nicht nur zur Verständigung mit ihren Rossen, sondern auch um unverstandene dänische Worte nachzu» schlagen, ihr bekanntes Handlexikon, im gewöhnlichen Leben schlechtweg Kautsch« genannt. Die Pistole steckte, nicht wie bei uns im unzweckmäßigen Sattelholfter, sondern weit praktischer — wenn etwa Reiter und Roß getrennt würden — im Gürtel. Der kurze Säbel schien nur ein Nothbehelf, wie bei unseren Ulanen.
Hier und dort hing ein französisches Beutegewehr beliebig auf dem Rücken. Ihre Hauptwaffe aber blieb die elf Fuß lange Pike, ohne Flagge, nur mit einem rothen Wollbüschel unter der scharfen Spitze, am untern Ende aber mit einem Riemchen versehen Gewöhnlich hielten sie die Pike mit der rechten Hand gefaßt und auf den Schenkel gelehnt.
Trotz der Graubärtennd Jünglingsgesichter, waren die Don,er, unter einander sich so ähnlich, daß wir die Reiter nur an der Farbe der Pferde zu unterscheiden vermochten. Der dunkle Teint, die kleinen aufwärts geschlitzten Augen, die kurzen aufgestutzten Nasen, die starken Backenknochen und die aufgeworfenen Lippen, verriethen die mongolische Nace.
Aus dem denkwürdigen Eroberungszuge des dritten preußischen Armeecorps unter Bülow durch die für Ca- vallerie so ungünstigen Niederlande, wo jene dennoch im Fluge dem überraschten Feinde die festen Plätze fort« nahm, traten diese neuen Krieger als Kampfgenossen uns zur Seite. Es waren die Kosakenschaaren CrernitscheffS