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auf — sein Platz wäre, wie der Blüchers, im Centrum gewesen! Von hier aus konnte er die Schlacht nicht leiten. Doch entriß Lanriston, als er gegen 4 Uhr alle Reserven seiner beiden Divisionen in das Gefecht gezogen hatte, den Russen auch die starke Stellung von Hen- «ersdorf, und Längeren mußte jetzt bei dem Alten, der in seinen Augen nichts als ein guter Haudegen war, um Hülfe bitten, indem er ihm sagen ließ, daß er sich auch aus der letzten Höhe nicht werde halten können.
Blücher fand das unbegreiflich, da er die Abfahrt der hundert Geschütze nicht ahnen konnte; er gab aber augenbli-cklich der noch verfügbaren ersten Brigad (Stein- mctz) Befehl, dem linken Flügel zu Hülfe zu eilen, bei Säuauphof über die wüthende Neiße zu gehen und Lau» riston in Flanke und Rücken anzugreifen.
Unter Steinmctzs persönlicher Führung durchwatete das Landmehrbataillon Rekowski und das Leibgrenadier, batarsion den Fluß; das Wasser ging den Leuten bis an die Brust, mit der einen Hand hielten sie das Gewehr in die Höhe, mit der andern die Patrontasche über den Kopf. So ging es hinüber. Die übrigen Bataillons waren theils durch die Schlaupe gegangen, theils hatten sie Schlauphof besetzt, eine Batterie von 12 Geschützen eröffnete ein mörderisches Feuer auf die linke Seite des Feindes, und da die Russen jetzt auch wieder vordran- gen, so wurden die Franzosen von der Höhe jenseit des Sstberflusses vertrieben und endlich zum Rückzüge ge- zwungen. Langerong war sehr betroffen, durch deir^ an ihn geschickten Oberst Müffling zu erfahren, welcher Sieg dort drüben errungen worden war, und welchen Ruhm Sacken dabei erkämpft hatte; jetzt mußte er zu seiner Entschuldigung erklären, daß er um Blüchers geheime Instruktion, sich in keine Schlacht einzulassen, gewußt und darnach feine Handlungen eingerichtet habe. Er trat nun bei per Verfolgung um so energischer auf.
Gegen 6 Uhr waren noch di-e beiden anderen Di> Visionen des dritten Corps (Souhanih endlich an der Katzbach angekommen, bis über die Hüften im Wasser durch eine Furt gegangen und thalanswärts gerückt; selbst zwei Batterien hatten sie mit großer Mühe her- übergebracht, Aber sie konnten den steilen Thalrand nicht Mehrgewinnen; Sacken hatte denselben mit Infanterie und Geschütz besetzt, und es kam nur noch im Zwielicht zu einer Kanonade, bis die Dunkelheit auch hier, wie aus allen anderen Punkten, dem Gefecht ein Ende machte. —
„Pa, Gneisenau", sagte Blücher, als Beide bei Nacht und Regen in ihr Hauptquartier zurückritten, „die Schlacht haben wir gewonnen, das kann uns die ganze Welt nicht mehr abstreiten; aber jetzt laßt uns 'mal dran denken, waS wir kluger Weise zusammenbringen können, untren Lenken zu sagen, w i e wir sie gewonnen haben." Das Wie lag in dem Zauberworte Vorwärts, das wir Deutsche mit ebensoviel Recht als den Inbegriff unserer Taktik in Anspruch nehmen können, als die Franzosen ihr En avant I
Vorwärts auch nach dem Siegel Die Früchte eines
Sieges liegen erst hinter dem letzten Kanonenschüsse der Schlacht und sind nur durch energische Verfolgung zu pflücken. Während der Nacht hatten Blüchers Truppen ohne Holz und Stroh auf dem Schlachtfelde bivouakirt; am andern Morgen ging die Avantgarde unter Katzler und die siebente Brigade (Horn) nebst den lithauischen Dragonern und zwei Landwehrcatzallerie - Regimentern zur Verfolgung. Dds Langeronsqe Corps ereilte die Division Puthod vom fünften Corps (Fauristou), welche, wie wir uns erinnern, zu einer Umgehung über Schönau nach Jauer entsendet worden war. Sie hatte nicht über die Katzbach kommen können und sich nach Hirschberg gewandt, von wo sie, zur Umkehr genöthigt, nach Zobtcu ging und bei Plagwitz Stellung nahm. Hier wurde sie eingeschlossen und mußte die Waffen strecken.
Dir Verfolgung der verbündeten Corps ging rastlos vorwärts. Trotz der angeschwollenen Wasser, der grundlosen Wege, der äußersten Erschöpfung der Truppen durch Märsche und Mangel, trotz der fast gänzlichen Auslösung der Landwehr, von welcher Viele aus Hunger und Noth auf ein paar Tage nach Hause liefen, was ja so nah war, Viele ihr Werk auch mit der Befreiung der „Schlesing" gethan glaubten — rastlos vorwärts! Die französiche Armee war so erschöpft unddemorealffirt, daß sich ganze Compagnien an schwache Cavallefie- Patrouillen ergaben; sie wollten das lieber thun, als vor Elend umkommen. In Röchlitz nahmen die schwarzen Husaren 20 Osficiere und 500 Mann gefangen; ein Ulan vom dritten Regiment, Namens Tölke, brächte 10 bewaffnete französische Infanteristen ein, die er ganz allein „umzingelt" hatte.
Fünf Tage lang setzte Blücher die Verfolgung fort und machte erst am Queis Halt. Seine Trophäen bestanden in 103 Kanonen, 250 Wagen, 2 Adlern, sämmtlichem Gepäck und 18,000 Gefangenen. Wieviel die Franzosen an Todten und Verwundeten verloren haben, läßt sich nicht ermitteln; im Ganzen dürfte aber ihr Verlust, einschließlich der Gefangenen, aus mindestens 30,000 — 35,000 Mann anzuschlagen sein.
Viel höheren Gewinn hatte noch Blücher von der Schlacht an der Katzbach dadurch, daß sie seinen Feldherrnruhm begründete und ihm das Vertrauen seiner. Truppen, welches schon zu schwanken begonnen^ hatte, aufs Neue befestigt«. Sie folgten ihm nun mit Siegeszuversicht, er wurde ihr Abgott und der Held des Volkes. Ein paar Wochen darauf schrieb er an den Staatsmini- ster Hardenberg: „Mein ganzes Lichten und Trachten ist, dem Herrn Napoleon an die Haut zu kommen!" Mehr als das ist ihm gewährt worden, nicht blos bis an die Haut, sondern an das Leben ist er ihm gekommen bei Waterloo.
Dem R. F. Naubitz'schen Kränter-Liqueur (erfunden von dem approbirten Apotheker Ir Classe R. F. D an bitz in Berlin Charlottenstraße 19) zur Ehr.« übergeben wir Nachfolgendes zur allgemeinen Beachtung{