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M hernach aus dem niedergeschlagenen Menschenhaufen heraus; diese wurden als Gefangene zurückgeschickt." Die Franzosen wehrten sich übrigens tapfer, denn auch die Preußen verloren huudertundachtundachtzig Mann bei diesem Handgemenge.
In den letzten Momenten traf noch das Landwehr- bataillon Thiele ein und nahm an der Vernichtung des Feindes Theil, worauf es sich anderen Bataillons zur Verfolgung ansch oß und dabei drei Geschütze nahm. Sehr aus einander gekommen, wurde es plötzlich von einer Chasseurescadron in der rechten Flanke bedroht. Feindliche Oificiere sprengten vor und boten dem Bataillon Pardon an. Aber Oberst Gaza sammelte die Lanowehrmänner schnell," sie wiesen die Aufforderung, sich zu. ergeben, mit Hohn ab und gingen, statt Carrezu formtreu, den Ghasseurs-mit dem Bayonnet auf den Leib, worauf diese, ohne zu attagniren, wie begossen abzogen. Unterdessen war die Avantgarde, neben ihr die siebente Brigade (Horn), mit klingendem Spiele vorgegangen, hinter ihr die Neservecavallerie und dann die zweite Brigade (Prinz von Mecklenburg).
Der Feind wich überall. Jetzt brach ein Theil der Reservecavallerie vor und griff anfangs mit glänzendem Erfolge an. Sie wurde aber von feindlicher Infanterie, die im Gebüsch vor dem Regen etwas mehr gedeckt gestanden hatte und darum feuern konnte, in der Flanke beschossen: auch hatte sich unterdessen beinahe das ganze Cavallericcorps Sebastianis entwickelt. Die preußischen Reiter wurden in Front und Rücken angegriffen und mußten, ziemlich aufgelöst, Kehrt machen; Rittmei- ster von Novilli gerieth mit seiner Schwadron lithauischer Dragoner mitten in ein feindliches Lancierregiment. — „Schreit: vive rEmpereur!" rief er den Seintgen im vollen Jagen zu, und sie brüllten es ihm nach. Die Franzosen stutzten und die Preußen hieben sich mit geringem Verluste durch. „Wir haben den russischen Kaiser gemeint!" lackte Novelli dann zu seinen Dragonern und sie brachten Alexander ein Hurrahl"
Die Hetze der Vo-solgung ging aber bis in die Zwischenräume der preußischen Infanterie hinein und französische Reitermassen füllten die Lücke, treidle zwischen der weit vorgegangenen achten Brigade und der rechts von ihr zurückgebliebenen Avantgarde entstanden war. Hitler ließ diese zwar links schwenken und ging mit drei Bataillons, wovon zwei Landwehr, auch hier der Kavallerie mit dem Bayonnet zu Leibe; ebenso rückte der Prinz von Mecklenburg mit der zweiten Brigade, ohne einen Schuß zu thun, vor, um die Lücke bis zur achten Brigade zu schließen; aber es war doch ein gefährlicher Moment, denn diese Brigade hatte alle Verbindung mit den übrigen verloren und war von der zahlreichen französischen Kavallerie bedroht.
(Fortsetzung folgt.)
AermischteS.
Horowitz (inBöhmen), 17.Juli. Heute Nachmittag ist der Meierhof des Kurfürsten von Heffen, gerade neben dem fürstlichen Schlöffe gelegen, ein Raub der Flammen geworden. Vom Schlosse selbst ist nur ein Stall abgebraunt. Der Päbtcr des Horowitzer Meierhofes, Herr Machacek, befindet sich gerade mit dem Präger Vergnügungsznge in Hamburg. Der Schade, den er durch diesen Brand erleidet, dürfte wohl an 20,000 Gulden betragen. Es verlautet, daß der Kurfürst von Hessen, welcher sich hier auf seiner Domäne befindet, dein Herrn Machacek in Anbetracht des so schweren Unglückes den einjährigen Zins von dem Pachthosc Horowitz nachgelassen habe
Stockholm. In der Nähe von Drontheim hat Anfangs Juli ein Erdbeben vier Personen, einem Vater mit feinen zwei Söhnen und einem Sp elkameraden der Irtzleren, das Leben gekostet. Auch aus Ekersund und Bergen kommt die Mittheilung, daß einige Erdstöße das Mobiliar der Häuser bedeutend beschädigt haben.
— (N u r offen.) Vor bem Landgerichte in Wien staut», tiefer Tage ein Individuum unter der Anklage des Diebstabls. Der Mann war vollkommen geständig und von einer Aufrichtigkeit, die zu bewundern ist. Der Präsident fragt ihn: „Watum haben Sie gestohlen?" — „Wissen's, Herr Präsident," antwortete der Dieb, „mit'n Karren zur Stadterweiternng zu geben, is mir nicht geben, da hab' ich halt lieber einen Rock gestohlen." Zum Schluß beantragt der Staatsanwalt 18 Monate schweren Kerkers. Der Angeklagte, als er das hört, wendet sich an den Gerichtshof, der eben zur Urtheilsfällung sich zurüziehen will, und sagt. „Ich bitt*, bleibend glci da und grben's mir meine 18 Monate, ich bin schon zufrieden/' Der Gerichtshof indeß hält den Angeklagten einer Milderung würdig und erkennt ihm blos 8 Monate zu. Diese Strafe scheint ihm zu gering. Er schüttelt, als er das Urtheil hört, teil Kops und sucht nm 24stündige Bedenkzeit nach.
— (Am tsstyl.) Auf eine jüngsthin an den Bürgermeister zu H. ergangene Aufforderung des Gerichts, über einen in seinem Orte wohnenden Mann zu berichten, erwiderte derselbe: „Der alleruntherthäuigste Unterschriebene Bürgermeister berichtet Allerpstichlschultigstgemäs dem hoch, wohlverordneten Landes-Gericht, daß der Con» rad Michel Wühler ein Subjekt ist, der gerne trinkt. Derselbe isi ein böser Mönsch, indem er unseren lieben Seelenhirden einen miscrabelcn abschäulichen Jesuwiten schimpft und übel Rede führt ständig und öffentlich gegen die Staads und Landesregierung und den größgnä- digen Landeoyatter, worum er auch schon bestraft wurde, aber ohne sich zu bessern. Derselbe hat ebenfalls auch immer Krawall - und Nazionalvereinsideen im Kopf. Derselbe Michel Wühler ist nun aber schon vor einiger Zeit verstorben und auch alsbald nachher mit Todt ab» gegangen, um jetzt wahrscheinlich seine Sinden im Höl- lenpsuhl zu bißen. Treuherzt, Bürgermeister."