Hers sei der Anzciger.
Nx. LA. Hersfeld/ den 25. Juli. ' M63*
Der „Hersfelder An;eigcr" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumaikt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf- schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden aufgelwumren und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Die Schlacht an Her «Katzbach.
Von K. G. von DerneK.
(Aus dem „Jllustrirten Aamilien-JWnal".)
(Fortsetzung )
Der linke dieser beiden Abschnitten, zwischen den Flüssen, ist ein wt-llenförmiges Gelände, das rechte Ufer der Neiße ist steil, jenseit erhebt sich eine weite Hochebene, die sich bis hinter Liegnitz zieht. In dem linken Abschnitte läuft die Straße von ferner nach Goldberg durch ein Thal, welches sich bei Hennersdorf verengt und breiter werdend über Sechan führt; an beiden Orten sind gute Stellungen für Truppen, die bei Hennersdorf in der Front durch das Silderfiüßchen gedeckt werden, das aus dem Gebirge senkrecht zur- Neiße fließt.
Hier stand Laugeron und hatte seine Vortruppen bei Seichau. Auf dem rechten Ufer der Neiße steigt das Terrain bis Brechelshof, drei Viertelmeilen von Jauer, sanft an, dann beginnt frie Hochebene, auf welcher das Sackeusche Corps bei Malitsch stand.
Zwischen Beide sollte Uork von Jauer her einrük- ken; bis Schlauphof, drei Vtrrtelineileu von der Mündung der Neiße in die Katzbach, vormarschireu und dort weitere Befehle erwarten. Auf Der Hochstäche liegt, über BrechelShof hinaus, die Colonie Christiaushöhe, geradeaus Eichholz. Dw Straße nach Bunzian durch- schneidct das Plateau, führt bei Niederkrain über die wüthende Neiße und bei Kroitsch über die Katzbach. Wir haben also das Schlachtfeld auf dem r übten Ufer der Katzbach, deren Lauf dasselbe begrenzt; die Aufstellung der schlesischen Armee ist durch die wüthende Neiße getrennt, links dieses Flusses steht Laugeron, rechts Mrk und Sacken.
Macdonald hatte für seinen Vormarsch auf Jauer bestimmt, daß der rechte Flügel, die Divisionen Maison und Rochrrmbeau, vom fünften Corps (Lauriston) mit dem zweiten Cavallcriecorps auf der Goldberger Straße über Seichau, die Mitte, zwei Divisionen (Gerard und Chürpentier) vom elften Corps über die Katzbach bei Kroitsch und die Neiße bei Unterkrain auf dem Plateau — der linke Flügel, das Mitte Corps (Souham) ober- halb Kroitsch über die Katzbach und auf der Liegnitzer
Straße Vordringen sollten. Zurück war noch die Division Puthod pom fünften Corps, welche nach Jauer geben und eine Brigade zur Division Ledru des elften Corps abgeben sollte, die gegen Hirschberg bestimmt war, wo das detachirte russische Corps von St. Priest stand. Die Divisionen des fünften und elften Corps setzten sich um neun Uhr Morgens in Bewegung, das dritte Corps erst um Mittag.
Dagegen war auf der andern Seite das Dorische Corps schon feit fünf Uhr im Marsch. Es fing an zu zu regnen; ein heftiger Sturm erhob sich und peitschte den Truppen den immer stärker werdenden Regen in das Gesicht; eS wurde von den tief hängenden Wolken so dunkel, daß man nicht weit vor sich sehen konnte. Der Marsch war äußerst beschwerlich, in dem aufge- weichten Lehmboden blieben .vielen Landwehrleuten die Schuhe stecken; Mäntel hatten-nicht alle, viele marschir« ten gar in leinenen Hosen. Von der Nähe des Feindes hatte Niemand eine Ahnung, eben so wenig glaubten die Franzosen an eine Schlachc.
Das Horksche Corps war gegen zehn Uhr in der ihm angewiesenen Stellung angefommen und machte in einer stächen Senkung bei Brechelshof Halt. Hier sollte abgekocht werden; um zwei Uhr wollte Blücher, der sein Hauptquartier in Brechelshof genommen hatte, .über die Katzbach Vordringen- Sacken war von Malitsch bis Eich- holz vorgerückt. Der Regen floß in Strömen, die Bergwasser, welche gestern noch zu durchwaten gewesen waren, schwollen.in reißender Schnelligkeit. Da ließ sich vom linken Flügel her Kanonendonner hören. Langerons Vortrupp>n waren um halb zehn Uhr angegriffen worden. Der russische General hatte, da eine Schlacht ja verboten war, fast seist ganzes Geschütz gleich nach Jauer zurückgeschickt und erwartete jeden Augenblick von Blücher den Befehl zum Abmarsch.
Gegen halb elf Uhr wurde auch die preußische Avantgarde unter Katzler, welche über die Katzbach vorgeschoben war, von den beiden Divisionen des elften Corps angegriffen. Sie bestand aus vier Bataillonen, wobei zwei Landwehr- und das Thüringer. Bataillon (herzoglich sächsische Truppen, welche sich früher hatten gefangen nehmen lassen und sogleich in preußische Dienste getreten waren), zwei Jägercompagnien, zwölf Escadrons