Einzelbild herunterladen
 

- 230

Unter Gefechten wurde der Rückzug fortgesetzt. Napoleon erkannte die Unmöglichkeit, das schlesische Heer zu einer Schlacht zu zwingen, zugleich erhielt er die Nachricht, daß die große Armeen der Verbündeten über das Gebirge gegen Dresden vorrücke. Anfangs hatte ihn die glückliche Eröffnung seines Feldzugs, daß er den Gegner vor sich her trieb, sehr vergnügt gemacht. Nun sah er ein, daß er nicht zu weit Vordringen dürfe, wenn er nicht seine beiden Seiten den anderen Heeren Preis geben wollte und kehrte am 23. August mit den Garden und dem 1. Cavalleriecorps (Latour-Maubourg), das er auch untgebracht hatte, nebst dem 6. Corps (Mar- mont) um.

Schlesien ließ er, dies Corps abgerechnet, die frü­heren Truppen, übertrug Macdonald das Commando und befahl ihm, Blücher tiefer in die Provinz zurückzuwer- sen, damit er verhindert werde, sich zur Unterstützung einer der anderen Armeen zu wenden. Ney begleitete den Kaiser; General Souham übernahm daS 3. Corps. Es waren noch etwas über 100,000 Mann, welche Mac- donald befehligte.

Hiervon wußte man am 24. August im Hauptquar­tiere der schlesischen Armee noch nichts; am Abende ging jedoch die Meldung ein, daß der Feind bei Goldberg stehen geblieben sei und ein gegen Liegnitz vorgedrunge, nes Corps wieder auf Hainau zurückgehe. Eine allge­meine Recognttion der Kavallerie ergab am Morgen des 25. die Richtigkeit dieser Meldung. Der alte Husar, wie ihn auch seine Generale geringschätzig nannten, be­saß unter anderen guten Husareneigenschaften auch die einer gesunden Auffassung und vor Allem Entschlossen­heit. Er erkannte an dem nachlassenden Eifer des Fein­des, daß der Kaiser nicht mehr zugegen sei und ordnete sofort Alles zum erneuten Vormarsch an, um, wie er sich gegen Gneisenau ausdrückte, den Franzosen Eins auszu- wischen. Sämmtliche Corps erhielten den Befehl, am 26. vorzurücken und die Katzbach zu überschreiten. Hier­mit traf die an demselben Tage angeordnete Vorwärts­bewegung des Marschalls Macdonald zusammen. Beide Armeen mußten sich begegnen und dies Zusammentreffen führte zur Schlacht an der Katzbach.

Sehen wir uns erst das Schlachtfeld an, um die Schlacht zu verstehen. Die Katzbach, welche beide Heere trennte, fließt von Goldberg, wo sie aus dem Gebirge tritt, in Krümmungeu nordöstlich nach Liegnitz; zwischen diesen Städten, gleichweit von beiden entfernt, ergießt sich, von rechts, von Jauer fast rechtwinklig kommend, die wüthende Neiße in die Katzbach und schneidet das Terrain in zwei Abschnitte.

(Fortsetzung folgt.)

Dem R. F. Daubitz'schen Kräuter-Liqueur (erfunden von dem approbirten Apotheker ir Classe R. F. D a u b i tz in Berlin Charlottenstraße 19) zur Ehre übergeben wir Nachfolgendes zur allgemeinen Beachtung:

Seit langer Zeit litt ich an starkem Husten, mit be­deutenden Brustschmerzen und Verschleimung verbunden. Die von Mir cousultirten Aerzte theilten meine Ansicht, daß dies ein katarrhalisches Leiden sei; trotz aller ange- gewandten Mittel gelang es jedoch nicht, mich von dem­selben zu befreien. Da führte mich der Zufall in daS Geschäft deS Herrn R. F. Daubitz, Charlottenstraße 19, woselbg mir dessen Hämorrhoidal-Kräuter-Liqueur an- empfohlen wurde. Ich entschloß mich, eine Flasche da­von zu nehmen und besam nach dem Gebrauch zu mei­ner größten Ueberraschung die Ueberzeugung, daß mein Leiden kein katarrhalisches, sondern ein verstecktes Hä- morrhoidalleiden war. Die Brustschmerzen waren bereits nach der ersten Flasche verschwunden, ich nahm eine zweite und bin durch diese auch von dem Husten und der Ver­schleimung gänzlich befreit. Indem ich dieses der Wahr­heit gemäß bezeuge, kann ich nicht umhin, den Gebrauch dieses vorzüglichen Liqueurs allen Brust- und Hämorr- hvidal Leidenden angelegentlichst zu empfehlen.

Berlin. F. L. Bauerhorst, Polizei-Direct. a. D., Enke-Platz 7.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landrathsamt Hersfeld.

In Gemäßheit höherer Verfügung haben sämmt­liche Ortsvorstände des hiesigen KreiseS binnen 8 Ta­gen Verzeichnisse der in ihren Gemeinden wohnenden französischen Unterthanen, unter Angabe des Namens, Alters, Geschlechts und Heimathsortes anher einzusenden oder zu berichten, daß keine derartige Personen daselbst vorhanden sind.

Hersfeld, am 21. Juli 1863.

Kurjürstliches Landrathsamt. A u f s a r t h.

In Gemäßheit höherer Verfügung werden sämmt­liche Ortsvorstände des hiesigen Kreises angewiesen, ge­eignete Nachforschungen anzustellen und unfehlbar binnen 8 Tagen darüber zu berichten, ob in ihren Gemeinden etwas von dem dermaligen Aufenthalte oder dem Ver­bleiben des Johann Krause, recte Krausitschin aus Krantenau in Böhmen gebürtig, bekannt geworden ist. Derselbe war im Jahre 1859 zu Siliern in Ungarn als Schauspieler bei dem Theaterdirector Proßnitz angagirt und ist seit der Zeit verschollen; er ist 50 Jahre alt, verheiratet, römisch- katholischer Religion, in mittlerer Statur, hat bräunliches gekraustes Haar, längliches ma­geres Gesicht, lichtbraune Augen und an der Stirn wie von einem Schnitte herrührende Narbe. Seine Gattin Katharina Krause wohnt gegenwärtig in Lemberg, "Hersfeld, am 21. Juli 1863.

Kurfürstliches LandrathSamt. Aufsarth.