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Ne. 32» Hersfeld, den 22. April. M«3»
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7$ Sgr. bei den Postaustalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
die überzähligen Secondlieutenants: Collmann, aggrezirt dem Artillerie-Regiment, von Apell Dom Jäger-Bataillon, und K! einhans vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst)
-in den Etat einrangiren zu lassen.
dem Premierlieutenant von Stei n vom 2. Husaren- regiment den allerunterthänigst nachgesuchten Abschied zu bewilligen.
den ordentlichen Professor der Rechte Dr. Wilhelm ArnoId zu Marburg zum ordentlichen Mitglied -des staatswirthschafttichen Instituts daselbst, den ordentlichen Professor der Plulologie und der Eloquenz Dr. Julius Cäsar zu Marburg zugleich zum Director des philologischen Seminars dckielbst u. den praktischen Arzt Dr. Christoph Ernst Dohne zu Neuhof provisorisch zum Physikatsassistenten für das Amt Neuhof mit dem Wohnorte daselbst zu bestellen.
Bürow und die Schlacht bei Groß, bsere«.
Dem „Markten Familicii-llonruale" mitgetheilt von Carl Vostav v. Jerneck.
(Schluß.)
Als Großbeereu, in der Front von den Brigaden Krafft und Tb innen angegriffen, nun auch von der Seite durch die eben ankommende Brigade Borstest gestürmt wurde, mußten die Sachsen nach tapferer Gegenwehr das Dorf räumen. Auch der Windmühlenberg mußte verlassen werden. Die Krisis der Schlacht trat ein. Reynier ließ nun die französische Division zur Unterstützung verrücken; diese aber, von panischem Schrecken ergriffen, machte Kehrt und zerstreute sich, theisweise die Gewehre wegwerfend, in wilder Flucht, um den Wald zu gewinnen. Die Sachsen blieben sich selbst überlassen; zwei Bataillone avaneirten zwar noch einmal und stießen mit einem nenmärkischen Landwehrbataillon zusammen,
das beim wüthenden Handgemenge in wenig Augenblicken über hundert Mann verlor; aber die Position zu nehmen, war unmöglich.
Jetzt ging auch die preußische Cavallerie durch daS brennende Dorf, zersprengte noch ein Bataillon von Durntte und schlug sich mit den sächsischen leichten Reitern herum, die sich ihr trotz der U-berlegenheit muthig entgegenwarfen. R-Ynier hatte nur noch die erste sächsische Division zur Verfügung, die zu fern gewesen war, um an dem Kampfe Theil zu nehmen. Unter ihrem Schutze konnte die andere, welche die Schlacht allein bestanden hatte, ihren Rückzug vollführen.
Die Dunkelheit war schon eingebrochen, als noch Theile des vierten französischen Cavallerie- und des zwölften Armeecorps auf dem bereits geräumten Schlachtfelde eintrafen. Preußische Cavallerie stürzte sich, ohne zu sehen, was es war, sogleich drauf, immer mehr Schwadronen mischten sich hinein, und eine wilde Jagd, zuletzt vielleicht von 2000 Pferden, Freund und Feind durcheinander, stürmte im tollen Laufe durch die wachsende Finsterniß an der Infanterie vorüber, viele Stabsofst- ciere umreitend, bis sich Alles endlich wieder trennte, und, was vom Feinde übrig geblieben war, verschwand. So endete die Schlacht, und Oudinot zog sich zurück aus der Mark,
Berlin war gerettet, aber es dankte nicht Bülow dafür, sondern dem Kronprinzen I Zum vierten Male schlug Bülow den Feind bei Dennewitz zurück, und eben sö perfid war Bernadottes (der sich den Sieg angemaßt hatte) Bericht. Die Berliner Zeitungen nahmen Bülows Berichtigung auch diesmal nicht auf!
Wie bitter Bülow fühlte, daß sein Verdienst, auch nach der Schlacht von Leipzig und seinem Feldzuge in Holland 1814, nicht anerkannt wurde, beweist ein Brief an seine Frau, in welchem es heißt:
„Ich habe die Impertinenz gehabt, den Feind bei Großbeereu gegen die Befehle des Kronprinzen zu schlagen, bin so unverschämt gewesen, die Batarlle von Den- newitz zu gewinnen, wodurch nur die Schlacht von Leipzig möglich wurde; ich war ferner so impertinent, die Vorstadt von Leipzig wegzunehmen, - dann ohne Antori- sation den Feind aus Holland hinauszuwerfen. Friedrich 11, hätte für eine gewonnene Schlacht Einen zum