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H e rs selb er Anzeiger.

M?. 30* HerSfeld, den 15, April. MGS.

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus- ' schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Königlich Preußischen Etappen -Jnspector zu Hersfeld, Oberstlieutenant von Schwedler das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens zu verleihen;

den Oberstlieutenant Heer vom 2. Infanterie- Regiment mit Pension ansscheiden zu lassen,

den Oberstlieutenant Kel-lermann vom Gene- raistabe mit der Führung der Geschäfte als Chef des Generalstabes zu beauftragen,

den Major von Baumbach vom 2. Infanterie- Regiment zum Bataillons-Kommandeur,

den Hauptmann von Leppel vom Leibgarde-Re­giment zum etatsmäßigen Major im 2. Infanterie- Regiment,

den Hauptmann von Meyer seid vom General- stabe zum Major zu ernennen,

den Hauptmann von Sturmfeder vom 3. In­fanterie-Regiment zum 2. Infanterie-Regiments

den Hauptmann Schödoe von der Landgendar- merie zum 3. Infanterie-Regiment als Kompagnie- Chef zu versetzen, ' ■

den Hauptmann Prinzen Wilhelm von Hanau, Durchlaucht, aggregirt dem Leibgarde-Regiment, eiü- rangiren zu lassen und zum Compagnie-Chef zu er­nennen,

den Premierlieutenant von Lengerke vom Ge- neralstabe zum Hauptmann und Compagnie-Chef im Leibgarde. Regiment,

den Premierlieutenant Bödicker vom Jäger-Ba­taillon zum Hauptmann zu ernennen und dein ge­nannten .Bataillon zu aggregiren,

den Premierlieutenant, Brigade - Adjutanten Schmidt, ala suite des 3. Infanterie-Regiments, zum Hauptmann im Gencralstave,

den Premierlieuteuant von Baumbach vom 1. (Leib-) Husaren-Regiment zum Rittmeister und Es­cadrons. Chef im 2. Husaren-Regiment zu ernennen, den Premier-Lieutenant vouLoßberg, aggregirt dem Jäger-Bataillon, einrangiren zu lassen, den Secondlieutenant Hahne vom Schützen-Ba­taillon zum Premierlieutenant im 3, Jufanterie-Re- Mient zu ernennen.

Bülow ««H -re Schlacht hei Groß- Heeren.

Dem „Illustrirte« Familicu-Iouruale" mitgetheilt von Carl Gustav v. Derneck.

Vor fünfzig Jahren I Ueberall tönt es so im deut­schen Vaterlands, Stimmen voll edler Begeisterung für die Jubelfeier der Befreiung vom Joche der Fremdherr­schaft, auch Stimmen der Wehmuth, daß' es nicht mehr so ist, wie es in den schönen Tagen war, wo Deutsch­lands Fürsten und Völker einmüthig im Riesenkampfe gestanden!

Zum Gedächtniß jener großen Zeit, welches im­merdar lebendig im deutschen Volke erhalten werden sollte, geziemt es sich, die Männer zu ehren, chie zum Werke in hervorragender Stellung geholfen, und wie diese Blätter schon Zsorks That, die erste zur Erhebung dargestellt, so möge much eines andern Helden Erwähl nung geschehen, welcher mehr als einmal den Heerschaa- ren Napoleons in ihrem Vordringen gegen Berlin, wo der Kaiser den Nerv des Widerstandes seiner Feinde suchte, Halt geboten hat.

Wer kann ermessen, welche Folgen der Fall von Berlin für den Krieg gehabt, ob Mir sich nicht mit dem halben Werk, mit einem faulen Frieden begnügt hätte, durch welchen viel deutsches Land jenseits des Rhein- stroms in fremder Gewalt und Napoleon auf seinem Throne geblieben wäre, um seine Zeit zu neuer URtec* Weisung des allzu bald wieder uneinigen Deutschlands abzuwarten? Ehren wir also Bülow, den Feldherrtt, welchem Berlin seine Rettung viermal Verdankt hat.

Bülow war ein glücklicher Feldherr, er ist als Heer­führer nie geschlagen worden — was wohl wenigen Stiftern der Kriegskunst uachzurühmen ist — er hat als Feldherr auch in keiner verlorenen Schlacht mitgc- fochten. Bülow war ein ganzer Mann, wie Dorf, ein ebenso selbständiger Charakter, der aus eigene Verant­wortung zu handeln wußte; aber er war, wenn auch sehr heftig, doch heiterer und liebensv-üt-iger, als der »Ise­grim". Für die schwierigsten Aufgaben besaß er Muth und Tüchtigkeit, Klugheit und richtigen Tact, vorzüglich aber eine große Energie und Festigkeit des Willens.