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^ SA. Hersfeld/ den 21. März. 1963*

Mf^ Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des ersten Quartals zu Ende geht, so wer­den die resp. Abonnenten ersucht, dasselbe für das mit dem 1. April beginnende zweite Quar­tal baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Im Laufe dieses Monats neu zugehende Abonnenten erhalten die vom Tage der Bestellung bis zum 31. März erscheinenden Nummern umsonst.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allxrgnädigst geruhet:

den Kriegs. Zahlmeister Friedrich Hedderich in den Ruhestand zu versetzen,

den Obersten v. Ende, a la suite des Schützen- Bataillons, zum Kommandeur des 2. Infanterie-Re­giments zu ernennen, und

dem Königlich Preußischen Oberst und Komman­deur des 2. Schlesischen Grenadier-Regiments Nr. 11 von Kameke das Kommandeurkreuz zweiter Klasse, und dem Major Baron von Kottwitz in demsel­ben Regiment das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens zu verleihen.

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Ein WerruEenhan-el

Humoristische Erzählung von A. Brendel.

(Fortsetzung)

Bernard dagegen schloß sich in sein Zimmer ein, um ungestört dem vorgeschlagenen Plane nachzudenken. Die angeregte Idee beschäftigte ihn allgemein lebhaft; er sah sich schon als Besitzer einer großen Ladung Per, rucken in Konstantinopel landen und wie ihn dann die reichen, kahlköpfigen Wessirs und Paschas umringten und den neuen Handelsartikel mit Gold aufwogen. Zwar stellten sich ihm auch wohl hier und da einige Zweifel entgegen, z. B. wegen der Farbe und Größe des Arti-

d" im Hintergründe sich immer wieder so Deutlich zeigende enorme Nutzen, der sich erlangen ließ, schlug endlich alle Zweifel nieder, und am nächsten Mor-

Bernard fest entschlossen, als Perrückenhändler nach der Türkei zu segeln.

. nicht, sich bald wieder zu zeigen und

den Entschluß Bernards mit Freuden zu begrüßen. Von den ausgemachten fünfhundert Livres ließ er jedoch trotz

A"? ^bs geizigen Bernard auch nicht einen Sol sich abdrucken.

. W bm fest überzeugt, sagte er immer, wenn Bern- sich uoer die hohe Forderung beklagte, ich bin fest

überzeugt, daß Ihr mit bei Eurer Rückkehr aus der Türkei den Preis noch einmal zahlen werdet, denn Ihr müßt als ein Krösus wieder nach Paris kommen.

Von solchen Nachzahlungen wollte Bernard jedoch durchaus nichts hören; dagegen theilte er Varin voll, Besorgniß seine Zweifel wegen der Wahl in Farbe un|h3 Größe der anzukanfenden Perrücken mik O.'-

Darüber braucht Ihr Euch keine Sorgen zu machet!,- ^ entgegnete Varin, denn ich kann Euch darin alle nihg- liche und wünschenswerthe Auskunft ertheilen. Vor M---: lem hassen die Türken schwarzes Haar. -

Also müßte man hauptsächlich auf blonde Perrük- ken halten.

Ganz recht, aber auch röthliche sind nicht zu ver- geffen; fuchsfarben ist bet den Türken ganz besonders beliebt.

Dann fülltet Ihr Euren Haarwuchs dorthin ver­kaufen, sprach Bernard, mit Beziehung auf VarinS fuchsrothes Haar.

Wer weiß, ob ich Euch nicht meine Locken für ei­gene Rechnung mit anvertrane, entgegnete Varin ernst; denn ich kann mit hier mindestens drei Perrücken für das Geld kaufen, welches Ihr in der Türkei für mein Haar lösen müßt.

Wie ist es aber nun mit der Weite der H»artou- ren; muß man sich mehr auf kleine, oder aus große cinrichten?

Auf die größten, die es giebt, denn es ist allbekannt, daß die Türken sammt und sonders Dickköpfe sind.

Wißt Ihr das genau?

Wie sollte ich nicht, hat doch einer meiner Vettern in der österreichischen Armee gedient, die gegen die Tür­ken focht. Ihm verdanke ich alle diese Angaben, und Ihr solltet billiger Weise auch für ihn so ein Geschenk von nur etwa hundert Livres herausgeben.

Varin, seid Ihr toll, Ihr Blutsauger? Nicht das Mindeste gebe ich mehr.

Dann werde ich großmüthiger sein und mit meinem Vetter die 500 Livres theilen, die ich von Euch empfange.

Das könnt Ihr auch, denn es ist dies wahrhaftig ein Heidengeld!