Einzelbild herunterladen
 

Hersfelder Anzcigcr.

Sk». 19. HerSfeld, den 7. März. 1863.

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt'Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf­schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Gymnasialoberlehrer Dr. Eduard Göbel zu Köln die erledigte Tirectorstelle am Gymnasium zu [ Fulda zu übertragen,

f. den Kreissecretar Carl Ludw. Mirus zu Schlüch- tern in gleicher Eigenschaft zur Polizeidirection in Cassel zu versetzen,

den Revierförster des Landeshospitals Haina, G. Heinrich Möller zw Dodenhausen, zu pensioniren,

den provisorisch bei dem Oberhofmarschallamte an­gestellten Pedellen Conrad Wagner nunmehr defi- tiv dazu zu ernennen,

den Steuerrevisor Ernst S ohl bei dem Obersteuer- collegium zum Rechnungsrevisor bei demselben,

den Revisoratsgehülfen CarlBudnitz zu Cassel provisorisch zum Steuerrevisor bei dem Obersteuer- collegium und

den-Hülsskanzlisten Justus Georg Ernst Franz Cnyrim zu Cassel provisorisch zum Kanztisten bei dem Oberforstcollegium zu ernennen.

«E»»»»E >».............. 1 "WWn _l.....— ■HMMII... ■,

Deutsche «uD Italiener in Bahia blanka.

(Schluß.)

Der Chef der Verschworenen wandte daher Alles auf, um die Auflösung der Legion zu verhindern, und ließ zu diesem Behufe sämmtliche Pferde von einer An­zahl seiner treuesten Anhänger bewachen. Bahia liegt in so weiter Entfernung von jedem anderen bewohnten Orte, daß es so zu sagen unmöglich ist, dasselbe zu Fuß zu verlassen; und obgleich es auch einen guten Hafen hat, so gehört es .doch zu den größten Seltenheiten, daß ein Schiff dort einläuft. Die Legionäre, auch die deut­schen, waren also gezwungen, in Bahia zu bleiben.

Mit dem Vorschläge, alle Ossiciere zu erschießen, drang aber Luicci nicht durch; denn selbst viele von sei­nen Anhängern, sahen sehr gut ein, daß sie, wenn dies geschähe, keine Gnade von der Regierung hoffen dursten und daß sie sich unbedingt Luicci hiugeben müßten.

Der gefangene Commandant benahm sich übrigens

sehr unklug und führte gewissermaßen sein tragisches Ende selbst herbei, indem er in seiner Wuth alle Vorsicht so weit aus den Augen setzte, daß er seinen Wächtern sagte, er erwarte tagtäglich Truppen von Buenos Ayres, und daß er dann die Legionäre decimiren lassen würde.

Luicci und seine Anhänger kannten den Obersten gut genug, um zu wissen, daß er, wenn er die Macht wieder erhielt, seine Drohungen wahr machen würde, und sowohl deswegen, als auch weil sie die Nothwendig­keit einsahen, die Legionäre zu einer ihnen günstigen Entscheidung gu drängen, beschlossen sie, den Obersten _ zu ermorden, was sie auch in der Nacht ausführten. Die anderen Officiere entgingen nur mit genauer Noth ei­nem gleichen Schicksale, und besonders sonnte der Bruder des Obersten, der Feind Luiccis, von Glück sagen, daß es ihm gelungen war, seinen Wächter, ein deutscher Le­gionär, durch die inständigsten Bitten zu veranlassen, ihm ein Pferd zur Flucht zu verschaffen.

Am Tage nach der schon erwähnten Gefangensetzung des Lieutenants Julius W. kam Luicci zu ihm, um ihn zu bewegen, sich ihm anznschUeßen,- und bot alle seine Ueberredungsgabe auf; denn er hoffte mit dem Li­eutenant alle anderen Deutschen für sich zu gewinnen. Julius W. sah mit Vergnügen, daß alle Deutsche an­wesend waren. Er erklärte daher Luicci mit dürren Worten, mit einem Mörder wolle er nichts zu thun, ha­ben. Dieser, dadurch in Wuth gebracht, zog seinen Hirschfänger und brächte ihm eine nicht unbedeutende Wunde bei, aber noch bevor er den Stich wiederholen konnte, zerschmetterte ihm eine Kugel aus dem Pistol des Lieutenants den Kopf und zu gleicher Zeit fielen sechs seiner Anhänger von den Schüssen einiger anderen Deutschen und Italiener durchbohrt.

Damit war auch der Kampf beendet, denn die An­deren legten die Waffen nieder. Vierzehn L landen nach- . der war, mit Ausnahme einiger Kranken und. den todten Legionären, Keiner mehr aus der Colonie anjutreffen; Alle hatten sich der Pferde bemächtigt und waren in kleineren Gruppen nach allen Weltgezendan hin aufge­brochen. Die, welcher die Regierung von Buenos Ayrcs habhaft werden konnte, wurden festgesetzt, doch ni$r für lange Zeit, da die am schwersten Compromittirten nach Monte Video entkommen waren. ^Selbst Lieuteuaur