Nv. IV Hersfeld/ den 28. Februar. 1863*
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Kaufmann Hermann Wallach zu Cassel das PräÄkat „Hof-Lieferant" zu ertheilen.
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Deutsche unS Italiener in Bahia blanko.
(Fortsetzung.)
Mehre unserer Leute drängten den Lieutenant, das Fort zu verlassen und sich nach Bahia zurückzuziehen. Vergebens stellte er ihnen vor, daß ein solches Unternehmen sehr gefährlich sei, und daß sie im Fort immer mehr Aussicht hätten, sich gegen die Indianer zu vertheidigen, als im freien Felde, wo sie unbedingt unterliegen müßten. Eines Morgens fand der Lieutenant sich mit uns zwei deutschen Legionären allein im Fort; die Anderen, alle Italiener, hatten dasselbe in der Nacht verlassen. Man kann sich denken, in welche furchtbare Situation wir uns versetzt sahen. Das Fort zu vertheidigen, konnten wir nicht wagen, wir verließen es daher, um uns in der Nähe in die Wälder zu verstecken, in der Hoffnung, daß, falls die Indianer nach dem Fort kämen und dasselbe leer fänden, sie von weiterm Suchen abstehen würden.
Vier Tage brachten wir drei Deutsche in unserm Verstecke zu, dann zwang uns der Hunger, es zu verlassen, und wir entschlossen uns, das Wagestück zu unternehmen und durch die fast undurchdringlichen Wälder nach Bahia zurückzukehren. Wir wählten die größten Umwege, marschirten nur bei Nacht, und kamen nach vier Tagen gänzlich erschöpft in Bahia an, wo der Lieutenant sogleich von einem Trupp Legionäre gefangen genommen, ihm jedoch glücklicher Weise die Waffen gelassen wurden. Der Gefangene, mit Recht sehr erzürnt über diese Behandlung, verlangte den Obersten Olivera zu sprechen. Mit schauderhaftem Lachen zeigte man uns «ine durch.unzählige Wunden beinahe entstellte Leiche, welche wir mit Schrecken als die des Obersten erkannten. Ein deutscher Legionär, welcher diesem Auftritte mit unterdrücktem Zorne beigewohnt hatte, unterrichtete uns nun von dem, was in Dahin vorgefallen war.
Gleich nach dem Abgänge der Partie nach den Wäldern, waren zwei Brüder des Obersten Olivera auf der Colonie eingetroffen, welche bald die ganze Leitung derselben in Händen hatten. Mit dem Erscheinen dieser beiden Männer war auch das friedliche Einverständniß, welches bisher zwischen den Ossicieren und den Gemeinen geherrscht hatte, verschwunden. Bis dahin hatten die Officiere alle Beschwerden und Arbeiten der Soldaten getheilt, und mit Ihnen dieselben Rationen empfangen. Die beiden Oliveras waren jedoch kaum angekom- nien, als sie den Raugunterschied, welcher in europäischen Heeren zwischen Officier und Soldat besteht, auch auf der Colonie einführte. Statt, wie früher, selbst Theil an den mühsamen Arbeiten zu nehmen, schwelgten und faulenzten die Officiere, während die Legionäre furchtbar arbeiten mußten. Auch beschuldigte man die beiden Oliveras, daß sie den den Legionären zukommenden Wein und Branntwein mit Wasser gemischt, und den dadurch' erzielten Ueberschuß unterschlagen hätten.
Die Legionäre murrten laut und verlangten die Abstellung der Uebelstände. Statt durch ein theilweises Nachgeben die Leute zufriedenzustellen, ließ sich der Com- Mandant von feinen Brüdern verleiten, die. Wortführer der Soldaten hart zu bestrafen und überhaupt die Strenge zu verdoppeln. Wenn nun auch die Leute nicht mehr wagten, offen ihre Unzufriedenheit auszusprechen, so gährte es doch im Stillen um so mehr, besonders als körperliche Strafen eingeführt wurden. Es bildete sich unter den Legionären eine organisirte Verschwörung, deren Mitglieder Italiener waren; denn wenn auch die deutschen Legionäre nicht weniger unzufrieden als die Italiener waren, so herrschte doch eine gewisse Spannung zwischen den beiden Nationalitäten, welche Erstere verhinderte, mit Letzteren sich zu verbinden.
An der Spitze der Verschwörung stand gut cd, ein verschlagener, rachsüchtiger Genuese, der von einem der. Olivera persönlich mißhandelt worden war, wodurcy guicci zu seinem erbittertsten Feinde wurde. Der Bestand der Verschwörung gab sich im Anfänge durch nächtliche Brände kund, welche einen Theil der Wohnungen der Legionäre zerstörte, wodurch der Commandant gezwungen wurde, die sonst zerstreut wohnenden Soldaten