Nr. r.
HerSfeld, den 24. Januar.
1863»
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei^ddr" Expedition (Nenma^kt Nr. 587) pro Onartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. — Anzeigen Her Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wiederholungen mit 6 Helle "thuet.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnadigst geruhet:
'den Generalmajor von Specht, Commandeur der 2. Infanterie-Brigade, zum interimistischen Commandanten von Marburg zu ernennen.
Zehn Schritte vsm Grübe.
Eine Episode aus den Freiheitkampfen der Boers.
(Fortsetzung.)
Auch an anderen Orten wurden die Zuluhs zurück- gtwcrscn; doch die Boers verfolgten sie nur eine kurze Strecke, da sie es für gerathen hielten, eine feste Wagenburg zu bauen, auch hatten sie dieVerwundU-n aup -»suchen und zu verpflegen. Dies nahm den Rest des Tages in Anspruch. Den folgenden Tag verfolgte der neu erwählte Anführer Moritz mit fünfzig Reitern die Feinde; doch da diese den größten Theil des Tages nicht belästigt worden waren, so halten sie einen großen Theil des Tags zuvor den Boers geraubten Rindern, 20 — 25,010 Stück in Sicherheit, und Moritz könnte ihnen nur abnehmen, was sich noch dusseits des Flusses befand, an welchem der Ueberfall erfolgt war. 9kd) versuchte eine Masse Zuluhs, den Rest der Rinder und einige Heerden Schafe durch den Strom zu bringen; allein beim ersten Angriff flohen sie in das Wasser, wo viele erschossen wurden und andere ertranken. Die Nacht war nun hertingeL-rochen, der Strom geschwollen und die Passage gefährlich; Moritz und seine Begleiter sahen sich daher genöthigt, zu den Wagen zurüDükehren und ihr Eigenthum in den Händen der Wilden zu lassen.
Bei dieser Gelegenheit fielen 500 Zuluhs, außer den Verwundeten und Denen, die im Wasser ertranken. Die Zahl der Todten auf der Seite der Boers waren 40 Männer, 56 Frauen und 250Farbige Dienstboten.
Unter solchen Umständen, wo es sich um Leben und ; Tod handelte, steigerte sich auch die Tapferkeit der Boers bis zum Heldenmuts). So flohen acht bis zehn Familien von ihren Wagen auf einen nahen Hügel, der nur von zwei Seiten zugänglich war. Vierzehn Boers
vertheidigten hier ihre Familien gegen 1500 Zuluhs. Ungefähr eine Stunde lang schlug die kleine Schaar alle Angriffe mit großem Verluste der Feinde ab, bis die Munition verschossen und keine Hoffnung mehr übrig war. In diesem kritischen Momente kamen zwei Reiter zu ihrer Hülse und brachen sich durch die Zuluhlinte Bahn zu dem Gipfel des Hügels. 8118 sie erfuhren, daß alle Munition verschossen sei, unternahmen sie es noch einmal, sich durchzuschlagen, eilten zu den Wagen, jagten wieder durch die Zuluhs und brachten einen hinlänglichen Verrath Pulver. Diese kühne That wurde in wenigen Minuten ausgeführt. Als nun das Feuern von Neuem begann und noch einige Boers herbeieilten, zogen sich die Zuluhs mit einem Verluste von achtzig Sorten zurück.
Zwischen dem Buschmann und bem Tugalaflusse lag 1838 die Mehrzahl der Emigranten in kleinen Truppen von fünfzig bis hundert Wagen. Es waren zusammen etwa tausend Wagen, 640 Männer, 3200 Weiber und Kinder, und 1260 farbige Dienstboten. Die Heerden der Auswanderer Reliefen sich auf ungefähr 300,000 Schafe, 40,800 Rinder und 3000 Pferde. Eine andere Partie der Auswanderer, welche sich in Dort-Ratal niedergelassen hallen, gründeten dort die blühende Haupt- stavt Fietermaurizburg. Eine dritte Abtheilung nahm ihre Wohnstätten an der nordöstlichen Grenze derColo- nie, an der westlichen Seite des Quatflamba.
Staatlich unabhängig von einander, aber eng verbunden durch gemeinsame Gefühle, nahmen diese drei kleinen Republiken bald bestimmtere, geregelte Formen an. Die Eingebornen, hinlänglich mit der unbeugsamer Entschlossenheit dieser Menschen bekannt, hatten sich bequemt, ihnen käuflich große Strecken Landes abzutre- tem Allenthalben war nach und mach Ordnung in ihre Angelegenheiten gekommen. Man baute Wohnstätten, kultivirte das Land, gründete Schulen und Kirchen und ein gewisser Wohlstand kehrte langsam wieder zu diesen Exilirren, von denen manche durch die englische Miß- vrrwMtnng schon ruinirt waren, ehe. sie noch ba'3 Copland verlassen halten und durch nachträgliche schwere Verluste wandernde Bettler geworden naren.
Vor ihrer Auswanderung halten die Boers beim brittischen EorMrnement ungefragt, ob ein Gesetz bc-