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Wohnstätten längs dem sögenannten Drachenberge. Andere, die noch weiter nordöstlich vordrangen, gründeten die Niederlassung in Port-Natal.
Nachdem die große Masse der ausgewanderten Boers, gegen 15,000 meist wohlhabend gewesene Leute, sich jenseits der cononialen Grenze in einem Lager vereinigt hatte, stellte ihr Anführer dem brittischen Gouvernement vor, wie niedergebengt sie durch die Verhältnisse seien, wie sie zu wiederholten Malen ihre Beschwerden vorgebracht, und, nachdem sie alle Bemühungen um Aohülfe fruchtlos befunden, endlich beschlossen hätten, das Land ihrer Geburt zu verlassen, um einen Streit mit der Regierung zu vermeiden: man wies darauf hin, welchen unberechenbaren Schaden sie durch diesen Auszug erlitten und erwähnte zuletzt mit tiefer Bekümmerniß, daß, wie man vernommen, die Eingeborenen aller Stämme zum Angriff auf sie, die Davongezogenen aufgereizr worden seien. u. s. w.
Es war die Absicht der Auswanderer, weit ins Inland zu ziehen, um sich in der Nachbarschaft der Delagoa- Bai tu einiger Entfernung von der Küste niederzulassen, wo frühere Reisende große, fruchtbare und fast unbewohnte Landstriche entdeckt hatten. Mit einer solchen günstigen Aussicht für eine neue Heimath zweifelten die Boers nicht, Wohnsitze finden zu können, ohne mit den Eingebornen in Streit zu gerathen. Um sicher zu gehen, lud man mehre der angesehensten Häuptlinge, deren Gebiet sie zu passiren hatten, zu einer Zusammenkunft ein. Nach einer längeren Berathung unter sich, erklärten sich diese zu Friedensverträgen bereit, welche die Abgesandten der Boers auch mit dem Betschuaner, den Abasutds, und Mantatees zu Stande brachten. Welchen Schutz die Auswanderer dadurch erlangten, wird man gleich sehen.
Zu verschiedenen Malen wurden kleinere Abtheilun- gen der Auswanderer von den Wilden überfallen und ohne Erbarmen mit Weib und Kind niedergemacht. Endlich griffen die Zuluh's, einer der wildesten Kaffernstämme, die beiden ungefähr 10 englische Meilen voneinander entfernten Lager bet Boers an. Der Angriff geschah vor Tagesanbruch, und viele der Außenposten wurden geschlachtet, ehe sie sich bewaffnen konnten. Viele öffneten ihre Augen nur, um sie sofort auf immer zu schließen. Die im Lager Befindlichen waren von ihrer Sicherheit so überzeugst daß, als sie die ersten Schüsse hörten, sie meinten es sei ihr Häuptling Relief, der eben abwesend war, mit seinem Trupp zurückgekommen, welcher, wie unter Boers gebräuchlich, mit Freudenschießen seine glückliche Rückkehr anzeige. Keine Vorbereitung zur Vertheidigung war getroffen worden, bis das Tageslicht die Nähe des wilden Feindes verrieth. Da flog alles zu den Waffen, bereit zu entschlossenem Widerstand. Kleine Truppe von Dreien oder Vieren, in ihren Nachtkleidern, vertheidigten sich mit Erfolg gegen große Zuluhhaufen, Frauen trugen Munition herbei und er nuthigten die Männer. Ein kleiner Junge von 10 Jahren erwiderte aus die widerholte Ermahnung seiner Mutter Hinwegzu-
geh-n und sich zu verbergen: „Ich sehe keinen Ort, wo ich mich verbergen kann, gieb mir ein Pistol und laß niich auch schießen." (gortf. folgt.)
Vermischtes.
Mühlhausen in Pr., 15. Jan. DenvomSchwur- gerichtshof wegen Landfriedenbruchs zumehrjährigerZucht- Hansstrafe verurteilten 38 Einwohnern unserer Stadt hat der König, auf das von den Verurtheilten eingereichte Gnadengesuch, die erkannte Zuchtbansstrafe in G-- sängnißstrafe verwandelt.
Te ssin. Ich habe Ihnen, schreibt man dem „Bund" die Nachricht eines haarsträubenden Unglückes nutzuthei- len. Die große Masse von Schnee, die in den letzten Tagen fast durchgängig im ganzen Tessin gefallen ist, alle Verbindungen unterbrochen, im Livluer Thal und anderwärts durch Lawinen Hecken und Vieh weggerissen und bei Airolo ein Menschenleben gekostet hat, nicht zu gedenken ähnlicher trauriger Berichte, die aus den abgelegenen Seitenthälern ohne Zweifel noch eintreffen werden, hat den Gipfelpunkt des Unheils in Locarno verursacht. Das Gewicht des Schnees drückte einen Theil des Dachstuhles der hörigen Pfarrkirche ein, gerade während des gestrigen sonntäglichen Nachmittags - gottesdienstes. Nähere Berichte fehlen zur Stunde noch, da die telegraphischen unb andere Verbindungen noch nicht hergestellt sind; doch scheint soviel fast unzweifelhaft, datz der Tod eine reiche Ernte gemacht hat. Man spricht von 47 tobt herausgezogenen weiblichen, 1 männlichen Person und vielen Verwundeten. Expreß von hier abgesandte Aerzte und andere Personen sind zur Stunde noch nicht zurück.
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Amtliche Bekanntmachungen.
Landrathsamt. Hersfeld.
Gesunden: ein Nohrstock, welchen der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Friedlos in Empfang nehmen kann. Hersfeld, am 20. Januar 1863.
Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.
Donnerstag, den 29. b. Mts. Nachmittags 2 Uhr
sollen bei Heim b oldshaulen in den Nummern 327 und 328 der Staatsstraße ciroa 80 Stück Pappeln von 7 bis 12 Zoll Durchmesser an Meistbietende verkauft werden.
Hersfeld, am 19. Januar 1863.
Der Landrath Der Landbaumeister
Auffarth. Landgrebe.