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RV. 1OO* HerSfeld, den 13. December. LHÄS.
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Horks That für Deutschland.
Von K. V. von Derneck.
(AuS dem Jllustrirten Familien-Journal.)
(Fortsetzung und Schluß.)
Als Clausewitz bei Pork eintrat, rief ihm dieser entgegen. „Bleibt mir vom Leibe, ich will nichts mehr mit Euch zu thun haben. Eure verdammten Kosaken haben einen Boten Macdonalds durchgelassen, der mir den Befehl bringt, mich mit ihm zu vereinigen. Nun hat aller Zweifel ein Ende. Eure Truppen kommen nicht an, Ihr seid zu schwach; ich muß marschiren und Verbitte mir alle Unterhandlungen, die mir den Kopf kosten würden."
Ob es ihm damit Ernst war, steht dahin. Das Kriegstagebuch des Corps weiß nichts von einem ange- kommenenen Befehl Macdonalds. Clausewitz bewog den General, wenigstens die Schreiben zu lesen, die er ihm vorzulegen habe, und nachdem dies geschehen sagte Pork nach kurzem ernstem Schweigen, indem er Clausewitz die Hand reichte: „Ihr habt mich. Sagt dem General Diebitsch, daß wir uns morgen auf der Mühle von Po- schernngen sprechen wollen, und daß ich jetzt fest entschlossen bin, mich von den Franzosen und ihrer Sache zu trennen. Ich werde es aber nicht halb thun, sondern Euch auch den Massenbach verschaffen."
Er ließ hierauf einen Cavallerieofficier des Mas' senbachschen Corps, der eben angekommen war, rufen (diesen hat er wahrscheinlich als den Boten gemeint) und fragte ihn, was die dortigen Regimenter dazu sagen wurden, von den Franzosen loszukommen. Der Officier sprach sich enthusiastisch darüber aus: „so fühle jeder einzelne Mann!"
Er sagte die Wahrheit — wir wissen es von Augenzeugen, mit welchem Jatdel Ports Befehl ausgenommen worden ist.
Pork erwiederte dem Officier: „Ihr habt gut reden, Ihr jungen Leute, mir Alten aber wackelt der Kopf auf den Schultern." Aber sein Entschluß konnte nicht mehr Wanten.
Am 30. December Morgens 8 Uhr trafen sich der
General Diebitsch in Begleitung des Majors Grafen Dohna (gestorben als preußischer Generalfeldmarschall und Oberstkämmerer) und Clausewitz, Beide geborene Preußen, damals in russischen Diensten, mit dem General Pork, der seinen Generalstabschef Oberst von Roeder und Den Adjutanten Major von Seydlitz mitbrachte. Auch Diebitsch was ein Preuße von Geburt; er hatte seine Erziehung im berliner Cadettenhause erhalten, wo noch ein von ihm gezeichneter Situationsplan sich befindet. So waren es denn durch eigenthümlichen Zufall lauter Preußen, die sich auf der Poscherunger Mühle zusammenfanden. Wir haben sie alle gekannt und den General Diebitsch noch knrz vor seinem Tode gesehen; in dem kleinen, dicken Herrn mir dem gemüthlichen rothen Gesicht hätte Niemand den Türkensieger vom Balkan geahnt, der bald darauf auch die Polen niederwerfen solltet
Die berühmte Convention von Tauroggen, welche auf jener Mühle abgeschlossen wurde, sicherte dem preußischen Corps einen Landstrich, den es, neutral bleibend, bis auf eingehende Befehle des Königs besetzen sollte und für den Fall, daß der König oder der Kaiser von Rußland dem Vertrage seine Bestimmung versagen würde, freien ungehinderten Abmarsch unter der Bedingung, zwei Monate nicht gegen Rußland zu dienen.
Dork sandte darauf dem General Massenbach den Befehl, von Tilsit zum Corps' zurückzukehren, und ein Schreiben an den Marschall, worin er ihm seinen Schritt anzeigte. Nach Berlin fertigte er den Major v. Thile ab, um dem Könige die Convention zu überreichen.
Der Schluß des Schreibens, welches dieselbe begleitete, legt volles Zeugniß ab, in welchem Sinne York seine große That bewirkt: „Ew. Majestät lege ich willig meinen Kopf zu Füßen, wenn ich gefehlt haben sollte; ich würde mit der freudigen Ueberzeugung sterben, wenigstens nicht als treuer Untertan und wahrer Preuße gefehlt zu haben. Jetzt oder nie ist der Zeitpunkt, wo Ew. Majestät sich von den übermüthigen Forderungen eines Sislürten losreißen können, dessen Pläne mit Preußen in ein mit Recht Besorgniß erregendes Dunkel gehüllt waren, wenn das Glück ihm treu geblieben wäre. Diese Ansicht hat mich geleitet — gebe der Himmel, daß sie zum Heile des Vaterlandes führt."