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Hcrö selber Anzeiger.

Mr. VL. '

Heksfeld, den 12. November.

130.

%, .Hersfelder Anzei erscheint wöchentlich zweimal MktwochL^ij^ZLonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf­schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Geheimen Ober-Medicinalrath Dr. Friedrich Gramer zu Kassel zum Director des Obermedici- nal-Kollegs zu bestellen.

Die feindlichen Brüdev.

Origiizgl-Novelle aus dem letzten italienischen Feldzuge.

(Aus dem Berliner Volksgarten.)

(Fortsetzung.)

Ein freudiges Erstaunen rörhete das Antlitz des jungen Mannes. Jetzt war es ihm nicht mehr zweifel- Hafr, und behutsam auf den Herrn zuschreitend, näyerie er sich ihm. Eine Tanzfigur brächte in diesem Augen­blicke die Dame im weißen Kleide ganz in die Nähe des Alten, und so wußte sie auch den sich nähernden Officier bemerken. Da schoß es ihr blitzschnell so heiß in die Wangen— so heiß, und vom Herzen kam es! — Was war doch das,? — Nur einen Blick noch! Ja, er ist es. Sie konnte ihn nicht verkennen.

Der Tanz war zu Ende.

Mit beflügeltem Schritte eilte die Dame, der ihr galanter Tänzer kaum zu folgen im Stande war, auf den alten Herrn zu, an dessen Leite so eben der Officier stehen geblieben. Verwundert sah jener sich um, und einen Augenblick fesselte ihn sprachloses Staunen. Der Officier verbeugte sich gegen die Dame und küßte die feingesormte Hand, dann des Alten Rechte ergreifend, sagte er mit freudiger Stimme:

»Meinen herzlichen Gruß, Herr Gebhard! Das ist ja er» glückliches Zusammentreffen!"

s'no"^drich! Friedrich! Ja, sind Sie es denn wirk- e 4 .^E meinen alten Augen kaum! Marie, so stchtunser guter Friedrich, der vor uns r J^^i3' lieber Vater, er ist's, er ist's!" erwiderte sreudlg^Marie, die Dame im weißen Spitzenkleide.

„Sie mögmr wohl erstaunt sein, mich als Officier nd mit diesem Kreuze geschmückt zu sehen," nahm der-

selbe das Wort. „Sie sollen Alles erfahren. Bin ich doch eben so verwundert, Sie noch hier zu finden, da ich Sie längst in Vercelli vermuthete!"

„Ich Ja! das werden wir uns Alles erzählen, aber hier im Saale ist nicht der geeignete Ort. Kommen Sie, Friedrich, komm Marie, dort hinten, im Nebenka- binet, hat man eine Art Orangerie errichtet, mit recht traulichen Plätzchen : dort wollen wir uns Alles mitthei- len. — Ach! wenn ich unseres letzten Zusammenseins gedenke! hm! hm!" und bei diesen Worten fuhr Geb­hard mit der Hand über die Stirne, als wollte er die düstern Wolken verscheuchen, welche die Erinnerung an die Vergangenheit zusammentrieb.

Marie, die am Arme Les Vaters ging, bemerkte wie diese Gedanken ihn verstimmten, und sanft seinen Arm drückend, sprach sie mit weicher Stimme: „Ach, laß das, lieber Vater!"

»Ja, besser ist's," sagte Ewald. „Vor jenem düstern Punkte in unserer Vergangenheir wollen wir lieber den Schleier gar nicht lüften; eine belle, eine freundliche Gegenwart hat sich vor unsern Blicken aufgerollt, die wollen wir im Auge behalten.

Marie beugte sich am Arme des Vaters etwas vor und schalkhaft mit dem Finger drohend, sagte sie: „Sie müssen uns aber auch hübsch Alles sagen, Fried—," doch den Fehler des unfreiwilligen Geständnisses, daß er in ihrem Herzen schon mit so vertrautem Name wohne, verbessernd, setzte sie schnell hinzu: „Ja, ja, Herr Lieu­tenant, Sie dürfen Nichts verschweigen."

Orangenduft erfüllte die Luft mit Wohlgeruch — angenehme Kühle strömte ihnen entgegen. Das Kabinel war erreicht.

An einem kleinen Tischchen mit einer Alabasterplatte setzte sich der alte Gebhard mit Marien und Friedrich Ewald nieder.

Die glänzenden, hellgrünen Blätter der Orangen­bäume wölbten sich zu einem traulichen Dache über den Häuptern dieser' drei Personen, in deren Gemüthern der grelle Kontrast ihrer letzten und gegenwärtigen Zusam­menkunft sicher einen tiefen Eindruck hervorbringen mußte.

Vierzehntes Kapitel.

Das Gestirn des Tages war im fernen Westen