Hersfelber Aizergcr.
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HerSfeld, den 5, November.
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Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf- schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die ’ oder deren Raum mit 8 Heller bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Rittmeister von Reinhard, Provinz-Kommandant der Landgendarmerie zu Fulda, zum Provinz-Kommandanten derselben in der Provinz Nieder- hessen zu ernennen;
auf den Antrag des Erblandpostmeisters, Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zu der nachgesuchten Versetzung des Postmeisters Jakob Beckmann zu Marburg in den Ruhestand, sowie zu der nachgesuchten Entlassung des Postverwalters Julius M ai er zu Burghann aus dem Postdienste die G allerhöchstlandesherrliche Genehmigung zu ertheilen.
Die feindlichen Brüder.
Original-Novelle aus dem letzten italienischen Feldzuge.
(Aus dem Berliner Volksgarten.)
(Fortsetzung.)
„Du hast recht," unterbrach Rudolph, „und vom Hofe gelangt man durch cjne Scheune in einen andern Theil des Dorfes, durch welchen die Straße führt."
„Gut, gut, meine Vermuthung bestätigt sich. Doch weiter. Wer bewohnt diese Stube?"
„Die alte Mutter des Bauers."
„Diese also mußt Du dann, wenn Du zurückgekehrt bist, mit irgend einem Austrage in Deine Wohnung schicken. So wird hier der Durchgang frei, und auf diesem Wege entfliehe ich. Du entfernst Dich sodann später durch die Hausflur, und trachtest den Kommandanten zu veranlassen, daß er für den Augenblick keinen Posten ausstellt, wenigstens nicht in der Stube. Ich dadurch Zeit, und Du wirst nicht kompromittirt.
^euud meiner Studienjahre! willigst Du rr werden uns wohl nie wieder sehen, nimm also die Rettung durch meine Hülfe als das letzte An- denken an Deinen Freund," erwiderte der Priester, und innig umarmte er Louis.
Doch dieser mahnte zur Eile. Es war Nacht ge
worden, und die Zeit mußte benutzt werden. Rudolph ging hinaus und ließ dem Gefangenen, der die Rolle des von der Cholera Befallenen wieder zum Entsetzen wahr durchsührte, Licht bringen. Als der Priester mit dem Leib Christi zurückkehrte, entfernten sich wieder All e und man ließ ihn mit Quera allein.
Eine Stunde später trat er wieder in die vordere Stube.
„Nun, geistlicher Herr, wie sieht es mit meinem Arrestanten!?^ fragte der Kommandant.
„Mein lieber Herr,« erwiderte jener mit Salbung, „betet für den Armen, bald werdet Ihr ihn nicht mehr zu bewachen haben. Er ist jetzt aus Ermattung in einen wohlthuenden Schlummer versunken. Gönnt ihm denselben und stört ihn nicht unnöthig. Es wird sein letzter Schlummer sein. Er leidet entsetzlich. Auch möchte ich Euch rathen, das Leben Eurer Leute nicht zu sehr aufls Spiel zu setzen; denn die Ausdünstung eines Cholerakranken ist ansteckend.
„Hochwürdiger Herr, ich werde den Posten vor die Thüre stellen."
„Ja, thut das, Herr, Vorsicht schadet nie. Nun, lebt wohl I" (Forts, folgt.)
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratbsamt ^crSfelb. Taxpreis* vom 6. November 1863 an. A, In der Stadt Hersfeld.
A< Brod;
8 Pfund gut ausgebackenes Brod . 7 Sgr. — Hlr. 4 „ „ „ „ . 3 „ 6 „ " zz w zz . 1 „ 9 „ l » „ » „ . — „ 101 „ 1 „ melirtes Brod .... — „ nl 2 iz zz zz .... 1 „ 11 7 Loth Wecke.......— „ 4 "
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