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Kellner, Punsch! Hierher Tschai! Schwarzen Kaffee! Guten Abend I Servus Kamerad I Wie geht es? Elfen a hazag I Wein her! und hundert andere" der verschiedenartigsten Ausrufungen schallten verworren durcheinander.

An einigen Tischen wurde gespielt. Klingend flog Gold und Silber zwischen den Pointeurs und den Ban­quiers, denn die österreichische Armee wurde in Italien nur mit Münze bezahlt, da das Papiergeld nirgends von den Italienern angenommen wurde.

An einem Seitentischchen saßen zwei Offiziere in ein ernstes Gespräch vertieft. Der Eine war schon im den Jahren vorgerückt, und die stark hervortretenden Augen, so wie das in leichter Kupferröthe glänzende Gesicht, bewiesen, daß er dem Glase nichts weniger als abhold sei, und sich gerne stillen Betrachtungen über die Bcgeistcrungsprozesse des Rebensaftrs hingebe.

Der Andere zählte vielleicht 20 Jahre, und wenn man aus den weichen Linien seines Mundes, aus der glatten Stirne und den hell und freundlich um sich blik- kenden Augen schließen wollte, so hatte er des Lebens Kern noch wenig kennen gelernt; Offenheit und Gut- müthigkeit mußten die Grundzüge seines Charakters sein.

Da näherte sich plötzlich ein unbekannter Offizier und setzte sich zu ihnen an den Tisch.

Beide blickten sich zugleich fragend an. Der Neu­angekommene war ein junger Mann mit einem freund­lichen, einnehmenden Gesichte. Schönes braunes Haar quoll unter der gewöhnlichen Offizierskappe hervor, die er trug, und die hellblauen Augen sahen aufmerksam in das Getreide, das sich vor ihnen bewegte.

Kaum hatte er die Verwunderung demerkt, die seine Anwesenheit bei den beiden Offizieren erregte, als er sogleich aufstand und lebhaft ihre Hände erfassend, zu ihnen sagte:

Entschuldigt, Kameraden, wenn ich vielleicht störe, aber ich komme eben von Boffalora herüber und bin wirklich todtmüde. Der Portier des Gasthauses sagte mir, daß ich alle Herren hier versammelt treffen werde und so konnte ich es nicht unterlassen hierher zu kommen um zu sehen, ob ich nicht einen meiner Bekannten hier finden würde."

Der offene Ton des Sprechenden hatte die Beiden beruhigt, und seinen Händedruck erwidernd, fragte der Eine:

Nun, was giebt es Neues in Boffalora?^

Ei, die Franzosen müssen in diesem Dorfe wahre Goldgruben zu finden hoffen, so erpicht sind sie darauf. Aber ich glaube, daß wir ihnen die Lust hierzu schon vertreiben. Eben gestern, als ich abfnhr, haben unsere braven Artilleristen ihre sämmtlichen Schanzen in Trc- cale wieder über den Haufen geworfen."

Bravo! Bravo!" riefen Beide bei dieser Nachricht.

Ja, man sprach sogar von einem Angriff auf Ab- bialegrasse und vielleicht weht die kaiserliche Fahne be­reits auf dem französischen Commandantenhause."

Nun, es wäre aber auch Zeit, wenn die übermü­thigen Franzosen endlich einmal eine Lehre bekämen!" entgegneten die Beiden dem Erzähler, der eben bei einem vorübergehenden Kellner Wein bestellte.

(Fortsetzung folgt.)

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Amtliche Bekanntmachungen.

Landrathsamt Hersfeld.

Peter Mohr von Heimboldshausen hat behufs Nie­derlassung im Königreich Preußen um Entlassung aus dem kurhessischen Untertbaneuverbande nachgesucht.

Hersfeld, am 16. Oktober 1862.-

Kurfürstliches Landrathsamt. Au f farth.

Nach einer Mittheilung des Landrathsamts Hom- berg ist unter dem Rindvieh in der Gemeinde Ereben- hagen Die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, svas unter Hinweisung auf die, in Nr. 81 des Hersfelder Anzeigers vom 10. Oktober 1860 enthaltene Belehrung über die Maul- und Klauenseuche, hierdurch veröffent­licht wird.

Hersfeld, am 17. Oktober 1862.

Kurfürst!. Landrathsamt. Auffarth.

Gefunden: eine Kette, welche der Eigenthümer da- hier in Empfang nehmen kann.

Hersfeld, am 17. Oktober 1862.'

Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.

Der'Ackermann Ludwig Scheer zu Motzfeld hat angeblich im vorigen Jahre in seiner Hofraithe ein Ge­wehr aufgefnnden, dessen Eigenthümer sich bis jetzt nicht gemeldet hat, weshalb an denselben die Aufforderung ergeht, sich zur Empfangnahme dahier zu sistiren.

Hersfeld, am 15. Oktober 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.

Die Orsvorstände des Kreises Hersfeld erhalten hierdurch die Weisung unter genauer Beobachtung der Vorschriften in den §. §. 44 und 45 des Rekrutirungs- gesetzes von 29. September 1848, sowie den §. §. 4 bis einschließlich 8 der Verordnung vom 5. October desselben Jahres, die Gemeindehauptlisten für die nächst­jährige Militäraushebung, wozu das erforderliche For­mularpapier ihnen hierdurch zugefcrtigt-wird, aufzustel- len und unter Anschluß der nach §. 10 der zuletzt alle« girten Verordnung anzusertigenden Nebenlisten bis zum 1. November d. J. in doppelter Ausfertigung anher einzureichen.

Hersteld, am 8. Oktober 1862.

' Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.