Re. 83. Hersfeld, den 15. Oktober. L8V».
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Stabs- und Bataillons-Arzt Vr. Döringer vom Schützen-Bataillon zum Ober-Stabs- und Re- gimcnts-Arzt im 2. Husaren-Regiment, und
den Stabs- und Bataillons-Arzt Oeste vom 3. Infanterie-Regiment zum Bataillons-Arzt des Schüz» zen-Bataillons zu ernennen;
den: Ober-Regierungsrathe Schreck, ersten Amts- gehülfen des General-Jnspectors des Thüringischen Zoll- und Handelsvereins zu Erfurt die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des demselben von Seiner Durchlaucht dem Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen verliehenen Ehrenkreu- zes zweiter Klasse zu ertheilen; den Secondlicutenant ä la suite der Garde du Corps Prinzen Philipp von Hanau, Durchlaucht, in den Etat derselben einrangiren zu lassen, zu der mit Zustimmung des Erblandpostmeisters, Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, nachgesuchten Entlassung des Oberpostamts Secretärs Gustav Schaum zu Cassel aus dem Kurhessischen Post- dienste, die allerhöchstlandesherrliche Genehmigung zu ertheilen.
Die feindlichen Brüdes.
Original-Novelle aus dem letzten italienischen Feldzuge.
(Aus dem Berliner Volksgarten.)
(Fortsetzung.)
Neuntes Kapitel.
Im Westen erstürben die letzten Strahlen der Sonne und gossen ihre Gluth über die schöne Ebene aus. Drückende Schwüle lastete in der Luft — still war's in den Bäumen, kein Blättchen regte sich; nur von Zeit zu Zeit erhob ein melancholisches Vögelchen seine eintönige Klage. Es war ein heißer Juni-Abend.
Ueber den Corso di Porta Renza in Mailand jagt ein Kabriolet herab. Ein Civilist, der aber eine öster
reichische Offizierskappe trägt, hält mit kräftiger Faust die Zügel der^dahinrascnden Rosse. Hinter ihm, aus einem kleinen Sitze, befindet sich ein Lakai, dessen reiche Livree durchaus nicht zu dem Gesichte und dem Typus dieses Menschen paßt. Die feurigen Rappen fliegen schnaubend dahin, und scheu fliegen vor dem übermüthigen Gefahre die Menschen an die Seiten der Straße. Plötzlich hält ein starker Ruck des jungen Mannes die Pferde auf, daß sie vor Schmerz sich bäumen. — Das Kabriolet steht still vor einem einstöckigen gelben Hause, dessen geschlossene Jalousien die Abwesenheit des Herrn verrathen.
Der Diener springt von seinem Sitze herab, öffnet die mit messingenen Nägeln beschlagene Eichenthüre und büernimmt von seinem Herrn, der in das Haus eintritt, demüthig die Zügel der Pferde. Gleich darauf kommt ein anderer Diener, der die Besorgung des Wagens übernimmt und den seinem Herrn nachfolgenden Lakai grüßt. Doch dieser scheint ihn nicht zu beachten, sondern steigt sinnend die Treppe empor und spricht zu sich selbst:
„Nun möchte ich doch auch wissen, wozu diese Fahrt unternommen ist. In dieser Hitze nach Monza zu fahren. Und was haben wir da gemacht? Nichts! Außerhalb des Ortes geht mein Herr in ein Bauernhaus, während ich draußen warten muß. Nach einer Weile kommt er wieder heraus, reibt sich lachend die Hände, als hätte er dort etwas sehr Angenehmes in Ordnung gebracht, und dann fliegen wir wieder hierher nach Mailand. Per Diol Wozu sind wier hier? Die Zeit verstreicht und es geschieht nichts!" Mit diesem Selbstgespräche war er in das erste Stockwerk hinaufgekommen und stand jetzt vor einer Thüre still, hinter der man die Schritte eines schnell Auf- und Abgehenden hören konnte.
Das Ohr vorsichtig anlegend, horchte der Diener; da er jedoch weiter nichts vernahm, sagte er leise: „Er muß schon wieder Etwas im Sinne haben; seit drei Tagen läuft er, wie vom Teufel besessen auf und nieder."
Hirauf pochte er an die Thüre und trat ein.
Als der junge Mann ihn erblickte, stand er einen Augenblick still; dann ging er aus ihn zu, und indem er ihn mit seinen dnrchdringtnden schwarzen Augen an- sah fragte er: