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Nr. 18«- Hersfeld/ den 27. September. 1863*

Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des dritten Quartals zu Ende Mt, so wer­den die resp. Abonnenten ersucht, dasselbe für das mit dem 1. Oktober begin«s«Le^ Vierte Quartal baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Im Laufe dieses Monats neu zugehende Abonnenten erhalten die oom Tage der Bestellung bis zum 30. September erscheinenden Nummern umsonst.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Königlich Hannoverschen Oberst und Flügel- adjutanten Sr. Majestät des Königs, Freiherrn von Sticher, das Commandeurkreuz erster Klasse des Kur­fürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen;

den in Disponiblität befindlichen Obergerichtsrath Ferdinand Egge na von Rotenburg, dermalen in Rinteln, zum Criminalgerichtsdirecior bei dem Kri­minalgericht in Kassel zu bestellen;

den vorhinnigen zweiten Verwaltungsbeamten Her­mann Weibezahn in Hofgeismar zumKreissckretar bei dem Landrathsamte Fritzlar und

den Rector des Progymnasiums zu Schlächtern, Wilhelm Emil Dieterich, zum Lehrer an dem «Lchullehrerseminar zu HoMberg zu bestellen, sowie

den Physicus Dr, Georg Hermann Möller zu Veckerhagen in gleicher Eigenschaft nach Melsungen zu versetzen;

den Bahnhofsverwalter Hermann GeissezuNau- Heim zum Bahnhofsinspector der Eisenbahnstation Guntershansen auf Widerruf zu ernennen.

Die feinSrichen Brüder. Original-Novelle aus dem letzten italienischen Feldzuge.

(Aus dem Berliner Volksgarteu.)

(Fortsetzung.)

Die Treppe hinauf zum österreichischen Komman­danturhause zu Varese steigt mit tief gesenktem Haupte ein junger Mann. Von Zeit zu Zeit beißt er wie voll Grimm auf seinen schwarzen Schnurrbart, und in sol­chen Augenblicken ziehen sich seine dichten Brauen wie Sturmwolken eines nahen Gewitters verderbenkündend zusammen; Blitze schießen aus den schwarzen Augen. Plötzlich bleibt er stehen, einen Augenblick fährt er mit der Hand an die gefaltete Stirne, als wollte er mit sich selbst über Etwas einig werden, dann aber schreitet r rasch und entschlossen den Rest der Treppe hinauf.

Er hatte nachgehMt, ob er sich entschließen solle, einen Munitionstranspott anzuzünden. Dieser junge Mann hieß Louis Quera.

Von Paris hatte er sich damals nach Italien be- gebeu, und hier wurde er mit einem hervorragenden Agenten der österreichischen Polizei bekannt, mit welchem er einige Thaten vollführte, bei denen sich seine Toll­kühnheit auszeichnete. Schon seit bem 10. Januar 1859 war er mit wichtigen Missionen betraut, und er hatte hiermit nicht nur Ansehen, sondern auch viel Geld von der österreichischen Regierung erworben.

Sein fanatischer Sinn, sein vor Nichts zurückschrek- kender Geist, waren bereits zur Genüge bekannt, und so ward ihm der Antrag gemacht, sich nach Vercelli zu begeben, und dort durch Zerstörung einer Mnnitions- sendung, welche Der französischen-sardinischen Operations» armee zugeführt werden sollte, der österreichischen einen großen Dienst zu erweisen.

Es war ein gewagtes Unternehmen, bei dem au­genscheinlich das Leben anf dem Spiele stand.

Würde ihn nicht das tenflische Princip, das in sei­ner Brust lebte, zur Ausführung dieser That bewogen haben, so war es um desto sicherer ein Brief, den er vor einiger Zeit erhalten, und der ihm mittheilte, der Kaufmann Gebhard sei schon vor mehr als einem Jahre mit seinen Kindern von Paris nach Vercelli übersiedelt. Die Hoffnung, dort eine Gelegenheit zur Ausführung seiner Rache zu finden, wirkte entscheidend auf seinen Entschluß.

Wie gräßlich ihn das Schicksal unterstützte, das konnte er freilich nicht denken.

Er ging also in diesem Augenblicke zu dem Kom­mandanten, erhielt von demselben seine weiteren Ver­haltungsmaßregeln, mit der Weisung, den Erfolg einem ihn dort erwartenden Courier zu berichten, sodann aber wieder nach Varese zurückzukehren.

Am 24. Mai langte die Nachricht von ddr Muni- tionssendnng aus Frankreich in Varese ein, «nd in der Nacht des 25. verließ Quera diesen Ort, um in Ver­celli den Verbündeten dieses Hülfsmittel zu vernichten.

Bei dieser Ankunft in Vercelli hatte er erfahren,