Rr* NT. Hersfeld, den 24. September. 1863*
Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des dritten Quartals zu Ende geht, so werden die resp. Abonnenten ersucht, dasselbe für das mit dem 1. Oktober beginnende Vierte Duartal baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Im Laufe dieses Monats neu zugehende Abonnenten erhalten die vom Tage der Bestellung bis zum 30. September erscheinenden Nummern umsonst.
,^w^MWMgia»««»^<i..iliN^ ■ i i 1 ■ ........ ■— mw.MI.ii i iigni 1 l !««LM
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
die erledigte Stelle eines Kanzlisten bei dem Con- ftstortum in Hanau dem Feldwebel Johann Conrad Hefter mann vom 3. Infanterie - Regiment provisorisch zu übertragen;
den in Disponsbilität befindlichen Obergerichts- rath Carl Schneider von Rinteln zum Criminal- gerichts-Director bei dem dasigen Criminalgericht, und den Untergerichts-Assessor Heinrich Duysing in Bischhausen zum ordentlichen Criminalgerichts-Assessor bei dem Criminalgericbr in Eschwege zu bestellen;
den seitherigen Castellan in der Kurfürstlichen Gartenbesitzung zu Frankfurt a. M., Georg Stautz, in gleicher Eigenschaft nach Beberbeck und
den seitherigen Hofgärtner in der Hofgärtnerei zu Philippsruhe, Georg Heiderich, in gleicher Eigenschaft an das Bad Hosgeismar, sowie
den bisherigen Obergehülfen in der Kurfürstlichen Gärtnerei zu Frankfurt a. M., Carl Löther, provisorisch zum Hofgärtner in der Hofgärtnerei zu Philippsruhe zu ernennen, auch
den in Disponibilität gestellten Obergerichts-As- sessor, jetzigen Geheimen Kammerrath Friedrich von Starck," dermalen zu Horzowitz, zum Obergerichtsrath bei dem Obergericht in Kassel zu bestellen.
Die feindlichen Brüder. Original-Novelle aus dem letzten italienischen Feldzuge.
^«8 dem Berliner Volksgarten.)
(Fortsetzung.)
Es ist eine unbestrittene Wahrheit, daß in dem Herzen der Menschen, wie sie im Leben sich begegnen, Sympathien und Antipathien gegen einander lebendig werden, von denen man sich unwiükührlich beherrscht fühlt, und die sich aus dem Gemüthe nicht mehr verdrängen lassen.
So erging es Marien mit Louis.
Als sein glänzendes schwarzes Auge sich auf sie richtete, da mußte sie willenlos den Blick senken;>es Mw, -zv, ihr, als ob von seinem Auge ein finsterer Strahk'chE:-- Unglücks in ihr Herz sich bohrte; ein Schauder, ein beängstigendes Gefühl bemächtigte sich ihrer so, daß sie vor ihm zurückwich, wie bor der zischenden Zunge einer giftigigen Schlange.
Einmal in das Haus eingeführt, suchte Louis jede Gelegenheit auf, wieder dahin zu kommen und Marien, das Original des Bildes, das mit Flammenzügen in seiner Seele brannte, wieder zu sehen. Doch mit der ängstlichen Besorgniß der Taube, die den kleiner werdenden Kreisen des Habichts zn entgehen sucht, floh sie jede Gelegenheit, allein in seine Nähe zu kommen, und so gelang es ihm nie, Marien die Leidenschaft, mit derer sie liebte, ausdrücken zu können. —- Kalt, doch nicht unfreundlich, erwiderte sie seine Reden, so wie er aber nur im Entferntesten das Gespräch auf Liebe lenken wollte, brach sie ab und suchte einen Grund auf, sich zu entfernen.
Der junge Mann litt unaussprechlich.
Die Nacht war seine einzige Vertraute, ihr allein durfte er die Leiden seines gefolterten Herzens klagen, und so fand ihn oft der dämmernde Morgen noch schlaflos auf seinem Lager, von welchem die Mitternacht die leidenschaftlichen Worte gehört, mit denen er in seinen wachen Träumen zu deni Wesen sprach, das in Marien's Bilde vor seine» Augen schwebte.
So waren in namenloser Pein einige Monate verstrichen, und Louis stand noch so fern von seinem Ziele, als im ersten Augenblicke. Da ward bei Gebhard ein Fest gegeben. Die Familie von Louis Onkel, er selber auch, waren dazu geladen worden. Nach der Tafel begann in einem Gartenpavillon der Ball. Es war eine herrliche Nacht. — Der klare Schein des Mondes zitterte auf den Blättern und zeichnete durch die Banm- gruppen hindurch groteske silberne Figuren auf den Kies der Alleen.
Louis hatte schon mehrmals mit Marien getanzt und ließ sie nicht mehr aus den Augen-