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Köln. Dem Privatbriefe eines Deutschen aus New York, 6. Aug., entnimmt die „Köln. 3" unter Andern: Folgendes: „Der schlechten Zeiten halber habe ich mich nochmals bewegen lassen, provisorisch als Werbe- Osficier der Armee wieder beizutreten, werde aber in dem nächsten Monate meine Stellung quittiren und mit Frau und Kindern nach Canada übersiedeln. Es steht in den Vereinigten Staaten jetzt mehr als schlecht, na­mentlich hier in Newyork, wo die Armuth und das Miß­vergnügen bereits einen solchen Höhepunct erreicht haben, Laß man mit jedem Tage eine Revolution zu erwarten hat. Ich hatte in der vergangenen Woche, während ich einige Hundert Soldaten nach der Potomac-Armee führte, Gelegenheit, eine große Anzahl Lager zu besuchen. Die Soldaten sahen durch die Bank furchtbar aus. Abge­rissen, schmutzig, todesniatt, zum Theil höchst entmuthigt, Fehlte es ihnen, da sie auf der Flucht größtenteils ihr Gepäck, ihre Zelte und Kochgeschirr verloren hatten, beinahe an Allem, selbst das Trinkwasser ist ungenieß­bar, und dabei hieß es noch, Schanzen bauen, Wälder lichten und Vorposten-Gefechte aushalten, weil Der Feind ihnen noch immer unmittelbar gegenüber steht. Die americanischen Ober-Befehlshaber sind entweder Schufte und Verräther am eigenen Vaterlande, oder die größten Schafsköpfe, die jemals in Generals Uniform aus Got­tes Erde gewandelt haben. Die Berufung Halleck's nach Washington wird der Armee auch weder Muth noch Hoffnung cinstößen; denn wenn man M'Ciellan einen Schanzengräber nennt, so darf man Halleck kühn einen Todtengräber nennen; denn in weiteren Branchen hat er sich noch nicht besonders bervorgethan. Und solch einen Kerl macht man zum Ober General! Hole der Henker die Sache der Union! Ich mag nichts mehr da­mit zu thun haben.

Besigheim (Würtemberg), 31. Aug. Ein be- klagenswerther Ungtücksfall (der Ändern zur Warnung dienen möge) ist heute früh hier geschehen. Mit dem von Stuttgart kommenden Zug reiste ein junger Mann, welcher die Unvorsichtigkeit beging und sich zum Wa­genfenster herausbog, als eben der Zug aus die hiesige Enzbrücke einfuhr. Da deren Portalweite nur eben für die Breite der Wagen berechnet ist, so wurde ihm der Kopf so zerquetscht, daß er zwar noch lebend in den Gü­terschuppen gebracht wurde, jedoch bald darauf verschied.

Heidelberg, 25 August. Gestern hat sich am Portalbau des Tunnelausgangs am Karlsthor ein großes Unglück zugetragen. Es sollte der 90 Centner schwere Schlußstein des Portalbogens in die Höhe gezogen und eingefügt werden, als an der Maschine ein Gegenzahn und in Folge dessen mehrere andere brachen, wodurch die Maschine mit solcher Wucht rückwärts ging, daß sie den Aufseher Bausch von Ziegelhausen, Vater von fünf Kindern, ihn mit der Kurbel auf den Magen treffend, Dom Gerüst herabschleuderte, '.sogleich tötete und noch zwei Arbeiter schwer verwundete.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landrathsamt Hersfeld.

Die Wittwe des Maurers Jacob Hofmann von Gersdorf hat um Ertheilnug eines Reisepasses sowie um Entlassung ihres Sohnes Heinrich Hofmann aus dem Kurhessischen Unterthanen Verbände zum Zwecke der Aus­wanderung nach Amerika nackgesucht.

Hersfeld, am 3. September 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.

Gestern Mittag sind auf dem Wege von der hiesi­gen Post bis vors Petersthor ein Paar Zeugstiefelchen verloren worden. Der Finder wird zur Ablieferung hierdurch aufgefordert.

Hersfeld, am 3. September 1862.

Kurfürst!. Landrathsamt. Auffarth.

Wilhelm Hoffmann von hier hat behufs Niederlas­sung in Frankfurt a. M. um Entlassung aus dem kur­hessischen Uuterthaueuverbande nachgesucht.

Hersseld, am 4. September 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.

Nach einer Mittheilung der Großherzoglichen Be- zirks-Direction zu Dermbach ist unter dem Schaasvieh zu Geisa die Rande ausgebrochen, was hierdurch veröf­fentlicht wird. Hersfeld, am 5. September 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. Auffarth.

Landrathsamt Hünfeld.

Andreas Karl aus Müsenbach hat zum Zwecke sei­ner Niederlassung im Königreiche Preußen um Entlas­sung aus dem kurhessischen Unterthanen-Verbande nach, gesucht. . Hünfeld, am 5. September 1862.

Kurfürst!. Landrathsamt. F. d. L.

Der Kreissecretar. Schilling.

Nach Mittheilung Großherzoglicher Bezirks-Direc- tion zu Dermbach ist unter dem Schaasvieh, zu Geisa die Rande ausgebrochen. Hünfeld, am 5. September 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt Für den Landrath

Der Kreissecretar Schilling.

Nachdem durch Beschluß Kurfürstlichen Ministeri- ums des Innern vom 28. v. Mts. bestimmt worden ist, daß die Gebühren für Abhörung der Gemeinde-rc. Rech­nungen nicht wie bisher durch Verwendung eines ent­sprechenden Stempels für die Staatskasse vereinnahmt, sondern baar von den Landrathsämtern erhoben und an die Rentereien abgeliefert werden sollen, so werden die Ortsvorstände, Gemeindegelderheber und Rechuungsfüh-