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Hersfel-er Anzeiger. , __________ 911*4. 43* Hersfeld, den 28. Mai. 1882.^^

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus­schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Secondlieutenant Rock im zweiten Infante­rie-Regiment zum Premierlieutenant in demselben zu ernennen,

den vom Erblandpostmeister dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis zu Secretairen in Vorschlag gebrachten Postassistenten

Johann Christian Lerpp in Hanau, Friedrich Wilhelm Hose in Marburg, Conrad Ludwig Hetwig in Hanau, Ferdinand Odenwald in Kassel und Hermann Pfeiffer daselbst die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen;

den Criminalgerichts-Director Conrad Göbell zu Cassel zum Ober-Appellationsgerichts-Rath zu be­stellen;

den Amts-Aktuar George Bode von Großalme» rode in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Wäch­tersbach zu versetzen;

den Rechtspraktikanten Gustav Adolph Manns in Gelnhausen zum Untergerichts - Anwalt für die Justizämter Birstein und Wächicrsbach mit dem Wohnsitz in Birstein zu bestellen, und

dem vom Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Assistenten bei dem Ober­postamte zu Kassel in Vorschlag gebrachten Post- Praktikanten Carl Julius Bernhardt daselbst die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen.

N a d e t ch a.

Nun denn, sagte der Fürst, wenn es also schon so weit mit Deiner Tollheit gekommen ist, so will auch ich ernsthaft sein und Dir in aller Ruhe erklären, daß Du als mein Erbe mir zu gehorchen, und Dein Weib auf dem Wahltage zu Prelucki zu suchen hast.

Es ist in Nadescha schon gefunden.

Sie ist eine Sklavin. Du wirst Dich nicht so weit vergessen, Du, ein Prinz und Erbe von Prelucki.

Ich will den Mißgriff der Natur wieder gut machen. Zur Herscherin, nicht zur Sklavin ward Na­descha geboren.

Sie ist meine Sklavin, noch habe ich sie Dir nicht abgetreten, und ich will sie sogleich standesgemäß ver- heirathen.

Die vergessen, daß ich Soldat bin, und als solcher das besondere Vorrecht genieße, eine Sklavin frei zu machen, indem ich sie zum Weibe nehme. Nadescha wird mein Weib, und ich fordere ihren Freibrief von Dir, im Namen des Gesetzes.

So gehe denn und lebe von Deinem Solde! Mein Erbe bist Du nicht mehr.

Mit Freuden verzichte ich auf eine Erbschaft, an welcher der Schweiß und das Blut von Tausenden klebt.

Deinen Namen will ich aus meinem Stammbaume streichen und einen Bastard will ich aboptiren, der in meinen Fußtapfen wandeln in meinem Sinne regieren soll.

Und wie lange? Euer Reich ist nicht von langer Dauer mehr. Ein hoher, mächtiger Geist geht durch unser Jahrhundert, und die Leibeigenschaft zerfällt.

- Dich aber werde ich vorher noch betteln sehen.

Dimitry verließ seinen Onkel mit dem festen Vor­sätze, ihn nicht wieder zu sehen. Erst wollte er sich zu seinem Vorgesetzten begeben und dessen Consens zur Ver- mälung nachsuchen, denn er wußte wohl, daß er keine Zeit verlieren dürfe, seinen Vorsatz auszuführen.

Iwan Alexiowitsch sah ihn kaum sich entfernen, als er gesund und frisch auS dem Bette stieg, und dadurch bewies, daß seine Krankheit nur Verstellung war.

Eines, Knabe, hast Du vergessen, rief er mit ge­dämpfter Stimme; der Vater bleibt mein, den kann mir kein Gesetz entreißen. Er btsitzt das Herz seiner Tochter und an dieser Leimruthe soll sich der Zeisig fangen. Darauf hüllte er sich in seinen Schlaf­rock und setzte sich an den Schreibtisch. Jetzt gilt es, rasch zu handeln, meinen Neffen aus dem Wege zu schaf­fen, damit ich diese Heirath hintertreibe, Ob er wohl noch nach Moskau reisen wird? Sicher nicht, denn dazu hat er jetzt nicht Zeit. Hm I Ich muß wieder einzulenken suchen ihn sicher machen, damit er nach Moskau geht habe ich ihn erst dort Also schnell, einen reuevollen Bries.