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Hers selber Anzeiger.

Nr. so. Hersfeld, den 12. April. L8LS.

Der „Hersfelder Anzeiger» erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf­schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den disponiblen LandmesserGeorg Löwe zu Hün- feld zum Landmesser des Kreises Ziegenhain zu er- nennen. ' Fx

Die gegen das Mbrvhsndnehmen dev Weld- möufe zu eegrerfenden Matzvegeln betreffend.

(Schluß.)

Der Mäusefänger hat sich vor Allem die gangbarsten Löcher zu merken, denn diese benutzt die Maus vorzugs­weise beim ungestörten Ein- und Ausgehen. Die vielen Löcher, welche sich im Umkreis um das Hauptloch befin­den, benutzt sie in der Regel nur dann, wenn sie sich ge­fährdet glaubt, also aus der Flucht in ihre Wohnung. Er soll ferner beim Legen der Fallen nicht planlos zu Werte gehen. Er fange an einem bestimmten Punkte des Feldes an und rücke allmählig über das ganze Feld hin., Stehen ihm viele Fallen zu Gebot, ist der Acker groß, so mag er an mehreren Stellen zu gleicher Zeit beginnen und allmählig weiter rücken. Verfährt er aber planlos, so wird er durch zweckloses Hin- und Herlau­fen aus dem Felde der jungen Saat schaden, wird über seiner Arbeit auf einer größeren Fläche konfus werden, die Arbeit nicht regelmäßig, also unvollständig zur Aus­führung bringen und wird die ausgelegten Fallen nicht sämmtlich wieder finden können. Mit zehn Stück solcher Fallen kann man an Einem Tage über hundert Mäuse sangen.

^) Gebt jedem Pflüger einen Knaben mit einem Rerserbesen bei, der die ausgepflügten Mäuse todtzuschla- 9?" hall .Dsr Besen trifft, er läßt keine Maus entwi- schen. Mit den meist in Anwendung kommenden, lan­gen Ruthen trifft man bei Weitem nicht so sicher.

Wo die Plage arg zu werden beginnt, leget Phosphor; hütet euch aber das ohnehin streng verbotene Arsenik anzuwenden. Dieses fürchterliche Gift gibt bei seiner äußern Aehnlichkeit mit andern unschädlichen Stof- sen, wie Zucker, Mehl, geflossenem Gyps rc, nur zu leicht

Anlaß zu entsetzlichem Unglück und behält, selbst Jahre lang in der feuchten Erde liegend, seine gefährlichen Eigenschaften in vollstem Maße bei. Also nur Phosphor wird statnirt! Nun kann euch aber jeder Apotheker sa­gen, wie er am besten angewendet wird. Das Legen aber auch dieses Gifts darf nur unter Beobachtung der höchsten Vorsicht geschehen. Es sollen zu diesem Ge­schäfte nur die zuverlässigsten Leute, niemals Kinder, verwendet werden. Das Gift — am besten eine aus Phospsor, Mehl und Wasser bestehende Latwerge, — soll in Form kleiner Pillen nur in die gangbarsten Mau­selöcher, t>. H. in die Ausgangslöcher geworfen werden; um diese zu erkennen, müssen nothwendiger Weise Abends zuvor sämmtliche Mauselöcher zugetreten werden. Dies geschieht aber in der Regel nicht. Man bringt vielmehr thörichterweise das Gift in alle Löcher. Dadurch aber streut man den größten Theil desselben nutzlos aus und macht die Sache nur theuer. Einige Srunden nach dem Giftlegen und auch noch den folgenden Tag sollten die belegten Flächen durchschiitten, alle außerhalb der Löcher gefundenen, vergifteten Mäuse sorgfältig zusammen ge­lesen und verscharrt werden. Dies geschieht in der Re­gel leider! auch nur ausnahmsweise einmal. Es ist aber eine unabweisbare Nothwendigkeit. Ihr seid diese Maß­nahme den nützlichen Thieren schuldig, welche euch hel­fen, eitere Aecker zu säubern. Unterlaßt ihr' sie. so muß der Unschuldige mit dem Schuldigen leiden- Die offen umherliegenden vergifteten Mäuse werden von Füchsen, Wieseln, Eulen, Bussarden, Krähen rc. verzehrt und diese muffen in Folge dessen sterben, da sich der Phosphor, als metallisches Gift, im Magen der Mäuse nicht zersetzt.

Und nun nochmals, wendet die äußerste Vorsicht an, streuet ja nicht etwa das Gift in die Furchen aus und vernichtet den etwaigen, nicht mehr zur Verwendung gekommenen Ueberrest sorgfältig, indem ihr ihn au siche­rer Stelle tief verscharret.

Dies sind die probatesten Mittel gegen die Mänse- plage. Wendet ihr sie jetzt gleich, also zur richtigen Zeit und — was eben so wichtig ist — geiueinschastlich in stirer gesammten Gemarkung an, so werdet ihr mit Gottes Hülfe der drohenden Noth wirksam vorbeugen. Handelt ihr aber nicht gemeinschaftlich und wartet ihr, bis die Noth da ist, dann ist's zu spät. Dann kann nur