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Hersfclbcr Anzclger.

Re. 28. Hersfeld/ den 29. März. 1882.

^^^ Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des ersten Quartals zu Ende geht, so wer­den die resp. Abonnenten ersucht, dasselbe für das mit dem 1. April beginnende zweite Duaetal baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. Im Laufe dieses Monats neu zugehende Abonnenten erhalten die vorn Tage der Bestellung bis zum 31. März erscheinenden Nummern umsonst.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Unier-Staatsprokurator Edmund Mackeldey in Kassel zum ordentlichen Assessor bei dem dasigen Criminalgerichte, und

den Unter-Staatsprokurator Gustav Wilhelm Zimmermann in Marburg zum ordentlichen As­sessor bei dem Criminalgerichte daselbst zu bestellen, zur Versetzung des katholischen Pfarrers Kaspar Lomb zu Mardorf auf die erledigte Pfarrei Hain­bach, Landkapitels Großenlüder, und zur Bestellung desselben zum Landdechanten des gedachten Landkapi­tels die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu er­theilen,

den Revierförster Wilhelm K'l ern fft e zu Rotte- breite in gleicher Eigenschaft zum Forstreviere Wolfs­anger zu versetzen,

den Hülssrevisor Georg Engelhard Degenhardt zu Kassel, zum Revisor bei dem Control-Büreau der Main-Weser-Bahn provisorisch zu ernennen, und

dem vom Erblaudpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Assistenten bei dem Oberpostamte zu Kassel in Vorschlag gebrachten Post- praktikanten Carl Ferdinand Höll zu Kassel, die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen,

den Pfarrer Christian Friedrich Fürchtegott Fuk- kel zu Rotenberg zum Metropolitan der Klasse Obernkirchen zu bestellen,

dem Pfarrer Heinrich Philipp Theodor Hart- mann zu Buchenan die erledigte Pfarrei Seckbach, an der Klasse Bergen, zu übertragen, und

dem Dr. meck. Ernst M n m m aus Josbach die Praxis als Arzt, Wundarzt elfter Klasse und Ge­burtshelfer, mit dem Wohnorte Gelnhausen zu ge­statten.

N a d e s ch a.

Original-Novelle von Walburgis Henrichs.

(Aus dem Jllustrirten Familien-Journal.)

Ein herrlicher Frühlingsabend begünstigte aus­nahmsweise schon im April die Bewohner der nordischen Metropolis, welche heute in ungewöhnlicher Menge in der Newsky-Perspective und auf dem Jsaaksplatze ver­sammelt waren. Auch die übrigen Hauptstraßen St. Petersburgs wimmelten von fröhlichen, taumelnden und ermüdeten Fußgängern, die entweder voll des genossenen Vergnügens nach Hause wankten, oder in Erwartung des Kommenden dem Jsaaksplatze zueilten. Es war der sogenannte Balahan, der Jahrmarkt der Russen, das größte Volksfest im ganzen Jahre, welches gleich nach Ostern eine volle Woche gefeiert wird.

In einem der schönsten Paläste der Alexander- Newsky-Perspective ging kurz nach Mitternacht eine jener glänzenden Spielpartien zu Ende, bei denen Tau­sende von Nudeln umgesetzt zu werden pflegen. Die vornehmen Gäste fuhren, einer nach dem andern, im sausenden Galopp ab, während die Herrin des Palastes die Klingelschnur zog, um sich von ihrer Zofe in ihr Schlafzimmer geleiten zu lassen.

Dieses Gemach, im russischen Styl, bildete ein sehr geräumiges längliches Viereck, und zwei Drittel dessel­ben eine Art von Vorhalle, in deren Mitte ein Mar­morbassin war, in welchem eine Fontaine ihre erfrischen­den Stralen in hohen Bogen ergoß. Rings um das Becken standen die seltensten blühenden Pflanzen, und eine Nymphe aus Alabaster, welche ebenfalls die schön­sten Nankengewächse in einem zierlichen Korbe auf dem Haupte trugt bildete den Mittelpunct der Fontaine. An zwei Wänden des Zimmers standen abwechselnd Divans mit rothem Sammet überzogen und vergoldete Tischchen mit Marmorplatten. Die ganze Fronte entlang, welche drei Fenster enthielt, zog sich eine Orangen- und Myr- tenlaube, unter welcher ebenfalls ein Tisch nebst Lehn- stühlen sich befanden. Den vierten Theil des Zimmers