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Nr. 24. Hersfeld, den 22. März. 18K2.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Auskultanten bei der Forstinspection Habichtswald, Friedrich Carl Louis von Marschall zu Cassel, das Prädikat „Forstjunker" beizulegen, dem zu der erledigten Pfarrei Langendiebach in der Klasse Bücherthal, präsentsten Pfarrer Wilhelm Calaminus zu Hüttengesäß die landesherrliche Bestätigung zu ertheilen.
Der Mrauer von Gent.
(Aus dem Jllustrirten Familien-Journal.)
(Fortsetzung rind Schluß.)
Bald darauf, wurden die Abgeordneten an Bord des englischen Admiralschiffes gerufen, wo ihnen der Entschluß des Königs von England, seinem Sohne, dem Prinzen Eduard von Wales, die Stelle des vertriebenen Grafen Ludwig zu übertragen, unumwunden mitgetheilt wurde. König Eduard sprach durch seinen Gesandten nicht als Bundesgenoste Flanderns, sondern als König von Frankreich, als Lehnsherr der Grafschaft Flandern. Schon diese Form mußte das Freiheitsbewußtsein der Städteboten verletzen, und sie nahmen den Antrag mit finsterm Schweigen auf. Als der Gesandte auf Antwort drang, einigten sie sich zu der Erklärung:
Man müsse über einen so wichtigen Vorschlag die einzelnen Bürger hören; was die Mehrheit in Monats, srift beschließen werde, das solle auch ihnen genehm sein.
Artevelde blieb noch in Sluis, als seine Gefährten schon nach Gent zurückgekehrt waren. Noch ein Mal verfuchte^erdie Kraft seiner Ueberredungskunst den erzürnten Städtevertretern gegenüber, und es gelang ihm in der That, die von Brügge imb Iperu für den Plan zu gewinnen. Die übrigen reisten, nicht überzeugt von des Statthalters Gründen, in die Heimath zurück.
XV.
Auch Jakob von Artevelde war in die Vaterstadt heimgekehrt. Man hatte ihn nicht, wie sonst, mit begeisterten Zurufen empfangen; schweigend, hie und da selbst murrend, sah ihir-diLMWge vorüberziehen.. Eine erbitterte Stimmung gegen» en ehemaligen Liebling herrschte in der Bevölkerung; selbst Drohworte fielen.
Vor ArtevelW, Hause sammelten sich Gruppen von Menschen, anfangs, iwie es schien, noch zu keinem bestimmten Zwecke, gleichsam Vorboten eines nahen Sturmes. Aber immer größer wurden die Gruppen, und bald war der Platz von einer dunklen Masse bedeckt, und Arteveldes Name wurde gerufen, begleitet von schimpflichen Beiwörtern. Der Ruf: „Nieder mit dem Brauer!' scholl hie und da aus dem Haufen.
Artevelde sah ruhig auf ■ die Menge hinab. Niemand bemerkte das leise Zucken um seinen Mund, das Blitzen des Auges, das allein die Bewegung seiner Seele verrieth. Nun öffnete er das Fenster und winkte mit der Hand. Aber vergeblich! Der Zauber, durch den er einst spielend die noch so ungestüm brausenden Wogen beschworen, schien von ihm gewichen.
— Nieder mit Artevelde! Nieder mit dem Brauer! Nieder mit England! Es lebe Flandern! rief es tan» seudstimmig durcheinander. ‘
— Laßt ihn reden! donnerte eine starke Stimme dazwischen. Er soll sich verantworten!
Die Stimme schien die Menge zu beherrschen; es trat wenigstens in der nächsten Nähe einige Ruhe ein. Artevelde kannte jene Stimme; es war die Nikolaus von Wardeus.
— Bürger von Gent! rief nun der Statthalter; ich höre, daß ihr Rechenschaft von mir verlangt. Mit wenigen Worten gebe ich Euch diese Rechenschaft: Flandern ist frei! Mit redlichem Eifer habe ich Euch diese Freiheit erringen helfen; dieser Freiheit habe ich acht Jahre der Sorge und schwerer Arbeit geopfert. Als ihr das Regiment Eurer Stadt und später das Flanderns auf meine Schultern legtet, da sagte ichs Euch, daß ichs nur führen könne, wenn Ihr mir Euer Vertrauen bewahrtet.