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Herssel-er A»zelgcr.

Nr. 2».

Hersfeld/ den 19» März.

LVG2.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöckentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben hei der Expedition (Neumarkt Nr, 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf­schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den ordentlichen Criminalgerichts-Assessor August Köhler in Kassel zum ordentlichen Assessor bei dem dasigen Stadtgericht, und

den Rechtspraitikanten Wilhelm Thon in Son- tra zum Untergerichtsanwalte bei den Justizämtern daselbst und Nentershausen mit dem Wohnsitz am letztgenannten Orte zu bestellen; auch

dem Advocaten Conrad Schimmelpfeng in Hersfeld die Advocatur bei dem Justizamte in Ra- boidshausen, und

dem Advocaten Hermann S ch e u ch in Hersfeld die Advocatur bei dem Justizamte in Eiterfeld zu gestatten;

dem Professor der Geburtshülfe, Director des Entbindungs-Justitutes und Hebammenlehrer Dr. Hermann Schwartz zu Marburg die alleruntertha- nigst nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste zu ertheilen;

den bei der Universitäts-Bibliothek zu Marburg vorläufig zum Gehülfen bestellten Dr. Christian Wilhelm Michael Grein nunmehr zum wirklicken Bibiioiheks Gehülfen bei der gedachten Bibliothek zu bestellen;

dem Canzlisten bei der Regierung zu Cassel Bern­hard Wilhelm Jtal, und

dem Canzlisten bei der Regierung zu Marburg, Justus Heinrich Schneider, das PrädikatRe- gistrator" zu verleiden; sowie

den Hülssrepositar bei der Regierung zu Kassel, Georg Adler, zum Repositar bei derselben provi­sorisch zu bestellen.

Der Trauer von Gent.

(Aus dem Jllustrirten Familien-Journal.)

(Fortsetzung.)

Am Abend schwankte eine dunkle Frauengestalt um das Stadthaus; sie musterte jedes Fenster, ob sie nicht

ein geliebtes Gesicht erspähe. Aber in die Tiefe der Erbe drang ihr Auge nicht und dort, in Finsterniß be­graben, lägen die Kerker der Verbrecher.

Die Unglückliche wollte zurückkehren in ihr Asyl, als sie Artevelde in Begleitung seiner Trabanten sich nähern sah. Sie wollte fliehen; dann faßte sie Muth, noch ein Mal mit ihrem bittenden Wort an sein Herz zu klopfen. Sie näherte sich, als er dem Eingänge des Stadthauses zuschritt; aber die Zunge versagte ihr den Dienst, sie vermochte nur flehend die Hände zu erheben. Er blieb stehen, maß sie mit einem scharfen Blick und sagte dann:

Folgt mir!

Wie klopfte ihr Herz in banger Erwartung! Im weiten Hausflur standen bewaffnete Männer, vielleicht dieselben, die ihren Väter fortgefüyrt. Auch einen Mann mit einem großen rasselnden Schlüsselbunde sah sie, der alle Schrecknisse qualvoller Gefangenschaft in ihrer Seele wach rief. Diesen Mann rief Artevelde zu sich und flüsterte ihm einige Worte zu. Der Mann verbeugte sich und schritt voran; Artevelde winkte seinen Trabanten, zurückzubleiben, und folgte dem Manne, Blanca hinter ihm. Der Weg spärlich beleuchtet durch eine Laterne, die der unheimliche Führer mitgenommen, führte durch finstere Räume, wiederhallend von den Fuß­tritten der Männer. Vor einer Thür blieb der Ker­kermeister endlich stehen. Die Schlüssel klirrten, das Schloß knarrte Biancas Herz drohte zu zerspringen. Jetzt fiel der blendende Schein der Laterne auf eine Menschengestalt, die auf einem niedern Strohlager saß. Biancas Pulse stockten, ihr Auge umflorte sich sie erkannte den Vater Gerhard von Leuwen, sagte Ar- teoelde nachdem der Kerkermeister auf seinen Wink die Zelle verlassen, man hat mir gesagt, daß Ihr mir allein eine gewisse Frage beantworten wollt, die man Euch vorlegte.

Haben Eure Folterknechte es dem Meister über- bracht? versetzte der Gefangene bitter. Ja, sie gaben sich alle Mühe, mir zu entreißen, was sie wissen wollten. Aber ich will Euch freiwillig sagen, von wem ich Eure Geheimnisse kenne. Kennt Ihr einen gewissen Hendrick van Duyck?

Ein gellender Schrei durchdrang die Zelle. Bianca