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Hcrsfcl-er Anzeiger.

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Mp. 21. Hersfeld, den 12. März. 1862.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf- schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Assistenz-Arzt Fröhlich von der Garde du Corps zum Stabs- uno Divisions-Arzt in derselben zu ernennen,

dem Justizbeamten Landgerichtsrath Gößmann zu Fulda den Kurfürstlichen Wilhelmsorden vierter Klasse zu verleihen.

Der Trauer von Gent.

(Aus dem Jllustrirten Fgmilien-JournalJ

(Fortsetzung.)

. Ich hoffte es, aber ich fürchtete, zudringlich zu er­scheinen! Endlich aber ertrug ichs nicht länger, und so bin ich hier. Doch wo ist Dein Vater?

Es leidet ihn nicht in unserer Verborgenheit, seufzte Bianca. Er hat nicht Ruhe, nicht Rast hinter diesen Wänden. Ach, ich fürchte sehr, daß er erkannt wird . . .

Hat Herr von Leuwen mehr zu fürchten, als die Habsucht jener Plünderer?

Ich weiß es nicht, entgegnete Bianca. Verbrochen hat er gewiß nichts; aber wie mancher redliche Mann ist schon verfolgt worden! Man deutet vielleicht als Verbrechen, was nur ehrliche Meinung ist. Wie man mir sagt, hält man ihn für einen Franzosenfrennd. Ich weiß auch Das nicht, und noch weniger, ob es ein Ver­brechen ist, ein solcher zu sein.

Mir ist er nur der Vater meiner süßen Bianca mid als solcher ehre und liebe ich ihn, mag er sonst sein, was er will.

Du aber Artevelde . . .

~ 3Aov von Artevelde ist gerecht; er straft nur Verbrechen, nicht Meinungen. Die Herrschaft der rohen Gewalt hat^aufgehört., Doch laß uns die Händel der ^belt vergessen, ja laß uns die ganze Welt vergessen und uns selbst genug sein! Ich weiß ja nicht, wann ich ^lch wiecersehe, und wenn wir uns auch Wiedersehen, ob snh eine so glückliche Stunde findet.

Was hindert Dich denn, mich alle Tage wicder- zusehen?

Im Grunde nichts, versetzte Hendrick. Herr von Artevelde reist aber übermorgen nach Brügge, und ich will ihn bitten, ihn begleiten zu dürfen.

Du wi llst ihn bitten, mich, wer weiß auf wie lange, nickt Wiedersehen zu dürfen! schmollte Bianca.

Bianca! rief der Junker betroffen.

Oh geh nur! Die Heimat muß Dir ja theurer sein, als ein arme^ thörichtes Mädchen, das kein Recht an Dich hat.

Siehst Du es so an, so gehe ich nicht! tröstete Hendrick. Es muß ja nicht sein, und nun ich weiß, daß Du mich liebst, ists mir ja selbst, als könne, als dürfe ich nicht gehen!

Ich scherzte nur, Hendrick...

Ich aber spreche im Ernste: ich gehe nicht! Was ist nur die Heimat? Bei Dir ist meine Heimat! Deine " Liebe ersetzt mir Vater und Mutter!

Als sie nach einer Stunde süßen Koseus schieden antwortete der Junker auf des Mädchens Frage: Wann wirst Du wiederkommen? mit einem Kusse: Morgen!

Biancas so rosig aufgegangener Liebesfrühling .hlsihte noch auf ihren Wangen, leuchtete noch in ihren Augen, als Gerhard von Leuwen zurückkehrte. Indem groben Fischergewande, das er trug hätte allerdings wohl schwerlich Jemand den reichen Patricier gesucht.

Ihr bliebt lange aus und habt mich geängstigt, sagte das Mädchen. Ihr solltet Euch nicht muthwillig Gefahren aussetzen!

Sei unbesorgt! versetzte Leuwen. Gent schwimmt in Wonne über den neuen Götzen. Wer kümmert sich um einen armen Fischer? Ich habe die Stadt durchwan­dert, ich habe mein Haus wiedergesehen, das Haus mei­ner Väter, entweiht, beschimpft von verfluchten Händen. Der Grimm tobte in mir als ichs sah. Warum öffnete sich nicht die Erde, um die Rotte Korah zu verschlingen? Ach, mein armes Kind, ich weiß nicht, wann ich Dir eine andere Heimath bieten kann!

Ich verlange keine andere I rief Bianca. Warten wir ruhig'hier die bessere Zeit ab.

Wie lange werden wir zu warten haben? seufzte