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Nr. 18. Heröfeld, den 1. März. LÄGT.

DerHersfelder Anzeiger^ erscheint wöLentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. *- Preis besseren bei der Expedition (Neuularkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr» bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf­schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller« bei Me- Derholunge« mit 6 Heller berechnet.

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Der Mrauer von Gent.

(Aus dem Jllustrirten Familien-Jourual.)

(Fortsetzung.)

Binde los, Bursche! befahl Humbert.

Die Barke schwamm lustig dahin und landete end- lick in einem entlegenen Stadttheile, der von seinen Bewohnern verlassen zu sein schien, so meschenleer wa- rxn die Gaffen mit ihren hütteähnlichen Häusern.

* Hier giebt es keine Franzosenfreunde, .bemerkte Humbert lächelnd.

Sagt lieber: keine vollen Truhen! versetzte Leu- wen bitter. In jener Hütte mit dem Strohdache wohnt eine alte treue Dienerin meines Hauses. Lebt wohl und habt Dank, bis ich Euch besser danken kann.

Ist nicht von Nöthen, Herr! Es geschah für den Junker!

Leuwen reichte Hendrick die Hand.

Ist Euch an dem Danke eines alten Mannes ge­legen, so nehmt ihn von Herzen! Ihr wißt, wo Ihr uns findet, bis die Vernunft wieder in Gent eingekehrt ist. Auf Wiedersehen!

Auch Wiedersehen flüsterte auch Blauca, als ihr Hendrick das ihm anvertraute Kästchen reichte. Auch sie gab ihm die Hand; diese ruhte warm in der seinen, und der Jüngling glaubte einen leisen Gegendruck zu empfinden, als er sie feurig umschloß.

Wann? fragte er.

Wann Ihr wollt; Ihr werdet immer willkom­men sein!

Leuwen und Blauca verschwanden in der Fischer­hütte. Hendrick sah ihnen wie träumend nach.

Kommt, Junker! sagte Humbert. Wir müssen eilen, wenn Dirks unsere Flucht nicht merken soll! Und hört, Junker: der Alte mag ein Franzose sein; seine Tochter aber ist des besten Flämingers werth!

IX.

Endlich ging der heiße, wildbewegte Tag zu Ende. Jakob von Arteveld« saß als Regent aus dem Stadt­hause, sandte seine Boten aus und empfing Botschaften aus allen Theilen der Stadt.

Die Ruhe war äußerlich zurückgekehrt; aber es war nur die Ruhe der Erschöpfung des Fieberkranken. Hun­derte der angesehensten Bürger waren entflohen, ihre Häuser waren geplündert und standen mit den ausge- brochenen Thüren,und Fenstern als halbe Ruinen inmit­ten der kurz zuvor blühenden Stadt. Aber der Schrek- ken schien sich auch der unbelästigt Gebliebenen, ja selbst vieler Derer bemächtigt zu haben, die gestern den ersten Reigen geführt. Der öffentliche Verkehr wagte sich nur noch schüchtern hervor, bis Arteveldes Magtgebot ihn wieder in Fluß brächte.

Der neue Regent war die ganze Nacht auf seinem Posten geblieben, hatte unablässig die nöthigen Maßre­geln angeordnet, und seine eiserne Natur schien der Ruhe, der Erholung, ja selbst der Nahrung nicht zu bedürfen. Als er endlich heimkehrte, geleitete ihn ein zahlreiches Gefolge unter Jauchzen und Lebehochruf bis an seine Schwelle. (Forts, s.)

Amtliche Bekanntmachungm.

Landrathsamt Hersfeld.

Der Taglöhner Adam Beriet von Petersöerg W für sich und seine Familie zwecks Auswanderung nach Amerika um Entlassung aus dem Untcrhanknvßrhggdp nachgesucht.

Hersfeld, am 27. Februar 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. AnffartA

Der Taglöhner Justin Fischer von Ansbach hat behufs Niederlassung im Königreich Preußen um Ent­lassung aus dem Unterthauenverbande nachgesucht.

Hersseld, am 1. März 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. Ansfarth.

Susanne Altmüller von Wüstfeld hat um Erthei- lung eines Reisepasses nach Amerika nachgesucht.

Hersfeld, am 27. Februar 1862.

Kurfürstliches Landrathsamt. A,EKr.th-