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HM seid er A«zeIger.

Mrr. 17« Hersfeld, den 26. Februar. 8 EB

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) . pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus-- schlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem vom Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Assistenten bei dem Post­amte zu Rinteln in Vorschlag gebrachten Postpracll- canren Carl Wilhelm Mensing zu Eschwege die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen.

Dev Drauex von Gent.

(Aus dem Jünstrirten Familien-Journal.)

(Fortsetzung.)

— Platz für die Brauer Jakobs von Artevelde rief Humbert mit starker Stimme und bewirkte durch diesen Ruf mehr, als Hendrick durch die Kraft seiner Arme.

— Hoch Jakob von Artevelde! Hoch die Brauer i Nieder mit den Watschen! Nieder mit den Franzosen- freunden! erscholl es aus dem Haufen.

Nun hatte Hendrick mit seinen Freunden das Haus Leuwens erreicht, aber es hielt schwer sich Eingang ju' verschaffen.

— Gebt Raum, im Namen Jakobs von Artevelde! rief Hendrick; aber wenn auch Zehn und Zwanzig, die­ser Parole gehorsam, zurückwichen, so drängten eben so viele Andere nach, und nur Schritt für Schritt war vorwärts zu gelangen. Und aus den oberen Räumen schallte schon wildes Geschrei und dazwischen ein Hülfe­ruf, der Hendricks Herz zerschnitt. Keinen Widerstand mehr achtend, riß er Die zurück, die ihm den Weg ver­sperrten und kam eben noch zu rechter Zeit in den ihm wohlbekannten Zimmer an, um zu sehen, wie Bianca mit ihrem Körper den Vater gegen den Angriff einiger wilden Gesellen deckte, die mit geschwungenen Aexren und Hämmern auf den Greis eindrangen.

. Eine verzweifelte Anstrengung, und Hendrick stand zwischen den Angreifenden und ihren Opfern.

~ Zurück rief er sein Schwert den Ersteren entzegen- streckend. Im Namen Jakobs von Artevelde!

— Platz für die Brauer Jakcbs von Artevelde! don- necte Humbert hinter ihm und bildete im nächsten Au­

genblick eine lebendige Mauer gegen die verdutzt zurück- weichende Rotte.

Ein lauter, freudiger Aufschrei Biancas belehrte Hendrick, daß sie in ihm den Retter erkannt, und als er sich gegen sie umwandte, sah er, wie sie flehend die Arme nach ihm ausstreckte. Wie war sie so schön in diesem Uebergange von der Verzweistung zur frohen Hoffnung, von der Todesangst zur Lebensfreude! Ihr schwarzes, reiches Haar hing aufgelöst über ihren Nak- ken und ihre Schultern: ihre Wangen waren leidenschaft­lich geröthet, und zeigten noch herabrollende Thränen. Gerhard von Leuwen stand tvdtenbleich; sein Gewand war zerrissen, sein graues Haar mit Blut befleckt.

— Dieser Mann und seine Tochter sind unsere Ge­fangenen! rief Humbert. Im Namen Jakobs von Arte­velde! Tod allen Feinden Gents. Es lebe Flandern! Zurück, Freunde! Wartet draußen, bis wir mit ihm fer­tig geworden. . Wir suchen nur Briefe; was übrig bleibt, mögt Ihr haben!

— Hoch Vater Artevelde! Tod den Wälschen!

Die Masse drängte zurück — der Talisman des Namens Artevelde hatte gewirkt — das Gemach war geräumt — Humbert schob den Riegel vor.

— Nun schnell, alter Herr, rafft Eure Kostbarkeiten zusammen! Es ist uns nicht lange Zeit vergönnt. Ihr seid unser Gefangener, bis wir Euch dahin gebracht ha­ben, wohin Ihr verlangt.

Bianca reichte dem Junker die zitternde Hand.

— Euch sandte Gott in unserer höchsten Noth! sagte sie mit bewegter Stimme. Wie soll ich Euch danken! Was haben wir diesen Menschen gethan, daß sie selbst das ehrwürdige Haupt eines wehrlosen Greises nicht schonten? Hätten sie nur unser Hab und Gut verlangt, wie gern hätten wirs ihnen gegeben! Aber sie nannten meinen Vater einen Verräther — ihn einen Verräther

— Es ist ihnen so gelehrt, und sie Wissens nicht bes­ser! sagte Leuwen. Ihr meint es gut mit mir, wie ich sehe! So rettet mein Kind vor diesen Unholden und überlaßt mich meinem Schicksale.

— Sie und Euch retten wir, wenn uns die Heili­gen beistehen! antwortete Humbert. Aber sputet Euch, ehe die Ehrenmänner draußen ungeduldig werden. Habt Ihr Geld, Geschmeide und dergleichen, so nehmt es zu