Nr. 1OV HerSfeld, den 2l December. 1861*
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Untergerichtsanwalt Wilhelm Jffland in Treysa die Verlegung seines Wohnsitzes von da nach Rommershausen bis auf Weiteres zu gestatten,
Allerhöchst Ihrem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hofe, Kammerherrn, Geheimen Legationsrath von Baumbach, die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und juni Tragen des von Seiner Majestät dem Könige von Preußen ihm verliehenen Kronen- Ordens erster Klasse zu ertheilen;
dem Königlich Preußischen Geheimen Oberfinanz- rath Wendt, General-Jnspector des Thüringen'schen Zoll- und Handelsvereins, das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens zu verleihen;
den Justizbeamten Adam Hartmann von Steinbach - Hallenberg in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Großenlüder zu versetzen;
den Amtsassessor Julius Fulda in Hofgeismar zum Justizbeamten bei den: Justizamte in Steinbach- Hallenberg;
den Obergerichts, Referendar Friedrich Wilhelm Koch in Fulda zum Amtsassessor bei dem Justizamte in Hofgeismar;
den Amts-Assessor Ferdinand Bern er in Rinteln zum ordentlichen Kriminalgerichts- Assessor bei dem Criminalgericht in Fulda zu bestellen;
die erledigte erste reformirte Pfarrei zu Frankenberg dem Conrector an der Stadtschule zu Eschwege und Pfarrgehülfen, Lic. theol. Karl Wilhelm Hermann Hoch hu th zu übertragen und
den außerordentlichen Professor in der philosophischen Facnltät Dr. Albert W iegand zu Marburg zum ordentlichen Professor der Botanik an der Landesuniversität, sowie zum Direktor des botanischen Gartens daselbst zu bestellen.
Mmerikanifche Zustände.
(Aus den Frankfurter Familienblättern.)
Wir bekamen dieser Tage einige ^Aushängbogen eines Werkes in die Hand das noch im Laufe der nächsten Wochen erscheinen soll und im gegenwärtigen Moment, wo der Krieg der Union gegen die Sonderbündler Aller Blicke auf Nordamerika lenkt, von doppeltem Interesse ist. Es führt den Titel „Zustände in Amerika, Illustrationen von Graf A. Baudissin" (Verlag von A. Men« zel in Altvna) und erzählt die Erlebnisse, Erfahrungen und Anschauungen eines deutschen Einwanderers auf dem „freien" Boden der Vereinsstaaten. Gleich eines der ersten Erlebnisse war, daß er — Zeuge eines Mordes — znr Führung seiner Zeugenschaft eingesperrt wurde, und Gott weiß wie lang eingesperrt geblieben wäre, wenn nicht ein Mitgefangener, der zum Galgen verurtheilt, durch Geld sich vom Galgen loskauste, für ihn 2000 Dollars als Bürgschaft erlegt hätte. Dadurch frei geworden, lernte er Amerika in solchen Schattenseiten kennen, daß sich darüber sein Herz bald empört, bald wieder in verzweiflungsvoller Ironie eine Art Trost sucht. Mag auch in den allzu Grau in Gran, oder vielmehr Schwarz in Grau gehaltenen Schilderungen manches auf Rechnung der Uebertreibung zu setzen fein, immerhin ist die Wahrheit darin eine so düstere, daß auch der eingefleischteste Amerikaschwärmer aus den Illusionen, die er von dem gelobten Lande der Freiheit gehegt und gepflegt, bitter enttäuscht herausgerissen wird. All der furchtbare Volksdespotismus, die Schwindelei, Heuchelei, Gaunerei, Unsicherheit, Bestechlichkeit, und was sich sonst noch von derlei auferbaulichen Eigenschaften in Amerika in den Mantel der Freiheit hüllt, wird dem Leser in einer Reihe sehr lebhaft, mitunter amüsant gehaltener Bilder aufgerollt. Wir wollen nur einige Pröbchen hervorheben.
Im Gefängnisse fiel dem Helden des Buches eine Schrift: „Der Banknotendedector" in die Hand, welche