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Hers selber Anzeiger.

Me. SL. Hersfeld, den 30. November. L8M.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus­schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

die erledigte Hauptpfarrei an der Altstädter Ge­meinde zu Rotenburg, so wie das Metropolitanat der Klasse Rotenburg, dem Pfarrer Franz Georg Wilhelm Kröger zu Orpherode und

die erledigte Pfarrei Heisebeck, in der Klasse Gotts- büren, dem außerordentlichen Pfarrer Carl Wilhelm Eisenberg aus Datterode zu übertragen, sowie

den außerordentlichen Pfarrer Georg Wilh. Kiin- gelhöffer aus Wetter zum zweiten lutherischen ; Pfarrer und lutherischen Rector zu Frankenberg und

den Candidaten der Theologie Theodor Gon n e r - mann aus Oberaula zum Rector an der Stadt­schule zu Ziegenhain zu bestellen, endlich

dem praktischen Arzt und Geburtshelfer Dr. Theo­dor Köhler in Kassel auch die Praxis als Wund- i arzt erster Klasse und

dem Dr. med. Gustav Brünner aus Gudens- berg die Praxis als Arzt, Wundarzt erster Klasse und Geburtshelfer mit dem Wohnort Fritzlar zu gestatten; ferner

den Kanzlisten Adam Lämmer bei derOberzoll- direction in gleicher Eigenschaft zum Finanzministe­rium zu versetzen;

den Hülfsexpedienten Carl Ludwig Nitschky in Kassel zum Kanzlisten bei dem dasigen Obergerichte provisorisch zu bestellen.

Ein Seesn-e- Lieutenant.

(Schluß.)

Hellwig nahm sich nicht Zeit, sie zu verfolgen. Die Spitze des Zuges mit der ersten Kompagnie der Franzosen hatte bereits das Thor von Eisenach erreicht, und er wollte sich auf sie werfen, ehe sie Zeit gewan­nen, sich in den Häusern festzusetzen. Er erreichte sie vorn in der Stadt, hier wurde der Kampf indeß ge- jährlicher für ihn, da die Franzosen sich in mehrere Straßen vertheilten und ein nachdrückliches Feuer un­

terhielten. Ihr Oberst siel durch den Säbelhieb eines Husaren. Dies erbitterte sie noch mehr. Der bis da­hin errungene Erfolg hatte indeß die Kühnheit der Husaren bis zur tovesfreudigen Begeisterung gesteigert. Einzelne von ihnen stürzten sich unerschrocken auf den zehnmal überlegenen Feind, ein,Theil der Gefange­nen, der sich Waffen verschafft hatte, unterstützte sie, und noch war keine halbe Stunde verstossen, so war der Kampf beendet. Die ganze französische Kompagnie war zerstreut, geflohen, ein Offizier und 15 Soldaten wurden zu Gefangenen gemacht.

Die Gefangenen waren befreit. Mit lautem Ju­belrufe wurde der kühne junge Lieutenant begrüßt, und er konnte diesen Gruß dreist annehmen, denn 9000 brave Krieger hatte er seinem Könige und Vaterlande er­halten. Er selbst hatte eine Wunde empfangen, er ach­tete indeß nicht darauf, denn eine andere Sorge ruhte schwer lastend auf ihm. Der erste Schritt seines Un­ternehmens war geglückt; sollte es ganz gelingen, so blieb ihm noch die schwere Ausgabe, die Befreiten sicher aus dieser rings von Feinden umgebenen Gegend zu führen. Er ließ den Muth nicht sinken. Die Befreiten wurden mit all' den Waffen, welche aurzutreiben waren, und mit den Karabinern und Pistolen der Hnsaren ar- mirt, die Bürger Eisenach's brachten Alles, was sie besaßen, zur Erfrischung derselben herbei, und nach kur­zer Ruhe brach Hellwig noch an demselben Abend mit ihnen aus und führte sie bis Kreutzburg und von dort nach hannov. Münden. Dort übergab er sie dem Ge­neral Zweifel, der sicher nicht ohne Beschämung auf diese That des Seconde-Lieuteuants blickte, denn er selbst war in Erfurt gewesen, als die Festung kapitu- lirte und die nun Befreiten dem Feinde preisgegeben wurden. Hellwig kehrte zu seinem Bataillon zurück, welches er bei Nordheim antraf.

Der edle Herzog von Weimar, Karl August, be­schenkte jeden der tapferen Husaren, welche an diesem kühnen Handstreich Theil genommen, mit einem Louis- d'or Die Unteroffiziere verbaten sich dieses Geschenk und wünschten dafür ein Ehrenzeichen. Der Komman­dant von Erfurt, Major Karl von Prüschenek, wurde durch einen Befehl des Königs Friedrich Wilhelm vom 11, December ISOu seiner unverantwortlichen Kapitu-