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Hersfeld, den 23. November. 1961*
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zwemial, Mittwochs unb Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr, 587) pro Quartal 71 L-gr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie- berholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
bent Dr. med. Dreyer zu Rumpenheim die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von Seiner Hoheit dem Herzoge von Nassau demselben verliehenen Ritterkreuzes des Ordens Adolph s von Nassau zu ertheilen.
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Girr SeeonHe»Lieutenant.
(Fortsetzung.)
Die Kunde von dieser schmachvollen Kapitulation der Festung und Citadelle Erfurt» auf deren Widerstand Viele so zuverlässig gebaut hatten, und die von der größten Wichtigkeit war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die ganze Umgegend und erregte die allgemeinste Entrüstung. Eine That rief sie aber hervor, welche neben diesem düsterem Flecken wie ein helles Licht erglänzte, welche zeigte, daß es an tapferen Männern und unerschrockenen Herzen in Preußen nicht fehlte, daß alles Unheil dieses Krieges nur von wenigen der Großen verschuldet war. In der Geschichte wird diese That meist gänzlich Übergängen, weil es ein einfacher Seconde- Lieutenant war, der sie ausführte. Wir wollen sie der Vergessenheit entreißen, die sie wahrlich nicht verdient. Solche Thaten sind immer ein schöner begeisternder Ruf für die Zukunft.
Die zweite Schwadron des preußischen Husarenregiments von Pölz war durch die Gefechte bei Saalfeld abgeschnttten und dadurch in den Rücken der französischen Armee gekommen. Es stand in der Gegend von Eisenach, während Eriurt übergeben wurde. In dieser Schwadron befand sich der Seconde-Lieutenant Hell- wig, ein junger feuriger und tapferer Mann, der unter all' seinen Kameraden für einen der Bravsten galt Auch er hörte von der schmachvollen Kapitulation, unb sein Herz bebte vor Unwillen. Sein Leben würde er hingegeben haben, hätte er diese Thac ungeschehen machen können, denn sie warf einen Flecken auf die ganzen preußischen Waffen. Zugleich erhielt er aber auch die Nach
richt, daß man in Eisenach den Durchmarsch der ganzen gefangenen Garniion von Eriurt, über 9000 Mann, unter einer nur schwachen Bedeckung erwarte. Ein Gedanke blitzte in ihm auf. Wenn es ihm gelänge, durch eine kühne That zum Theil wieder gut zn machen was in Erfurt verschuldet war! Und dieser Gedanke wurde sofort bei ihm zum Entschluß, ohne daß er nach den Schwierigkeiten und Gefahren, welche sein Vorhaben barbot, fragte. Ohne Zögern eilte er zu dem anwesenden Flügeladjutanten des Königs, Major Graf v Göz- zen, und trug ihm vor, daß er entschlossen sei, diedurch- marschirenden Gefangenen zu befieien. Dem Grafen gefiel des jungen Mannes kühner Plan, doch zweifelte er an dem Gelingen; er versprach es in Ueberlegung ziehen zu wollen.
„Nein!" rief Hellwig, „sogleich müssen Sie sich entscheiden. Gestern in der Frühe sind die Gemngenen von Erfurt abmarschirt, jede "Stunde können sie hier ankommen!"
„Es sind über 9000 Gefangene, bte Bedeckung wird nicht gering sein," erwiderte der Graf. Ohne einige Kompagnien Bedeckung ist ein solcher Transport nicht möglich, und ich kann nicht viel Leute an ein solches gewagtes, ja ich muß sagen, tollkühnes Unternehmen setzen."
„Ich verlange^auch nicht viel!" rief Hhllwig begeistert. „Geben Sie mir fünfzig Husaren, lassen Sie mich dieselben ans dem Regiment auspich-n, und ich stehe dafür, daß mein Vorhaben gelingen wird!"
Der Graf lächelte.
„Die Bedeckung wird nicht daran denken, daß sie angegriffen wird," fuhr Hellwig fort, „sie weiß nicht, daß wir hier stehen, und sie ha: nach der Schmach von Erfurt nicht Ursache, sich vor den preußischen Waffen zu fürchten!"
„Es geht nicht — es ist unmöglich!" rief der Ad« jutant, so sehr ein solches Unternehmen auch ihm selbst zusagte. «Sie und all' die fünfzig Braven würden sich nutzlos opfern!"
„So lassen Sie uns zum Opfer fallen!" rief Hel- wig. „So wollen wir zeigen, daß es unter ixn $;e!b ßen noch Männer gibt, welche ihr Leben gern für bis Freiheit ihrer Kameraden in die Schanze schlage Pir