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Hers selb er Anzeiger. F -----------

Mk. 86> Hersfeld/ den So. Oetober. 1861*

DerHersfelder Anzeiger« ersbeint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr 587) pro Quartal 7t Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf- schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Obervorsteher Kammerherrn von Seit bell zu Schwebda das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen.

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Wie Feldmäuse und deren Vertilgung.

(Schluß.)

Was nun diese künstlichen Vertilgungsmit­tel an langt, so wollen wir euch aus der großen An­zahl der zu verschiedenen Zeiten empfohlenen nur die praktisch ausführbarsten und erprobtesten anzeigen.

1) Das Zuschlagen der Mauselöcher. Die Feldmaus ist ein höchst gefräßiges Thier; entzieht ihr 6 Stunden lang die Nahrung und sie muß Hungers sterben. Im Großen läßt sich dies leicht ausführen. Stellet eine Reihe Knaben rc. auf den Acker, die ihr mit langstieligen Hämmern, wie man sie zum Zerschla­gen der Chanssvesteine braucht, versehen habt und laßt sie über den Acker verrückend sämmtliche Mäuselöcher fest zu schlagen, was sehr leicht und schnell ausführbar ist. Nach etwa 4 Stunden wird dieselbe Fläche zu gleichem Zwecke abermals überschritten. Die Haupt­ausgänge, die inzwischen durch die Mäuse wieder geöffnet waren, werden abermals zugeschlagen. Dies wird in Einem Morgen oder Nachmittag mehrfach wiederholt und schließlich wird man finden, daß keine Löcher mehr aufgestoßen wurden. Die Mäuse sind verhungert. Dies bei uns noch nicht bekannte Mittel ist uns von mehreren praktischen Landwirthen als eins der wirksamsten bezeich­net worden.

2) Das Anl egen von Bohrlöchern mittelst des Erdb ohr ers. Der Erdbohrer besteht aus einem ungefähr Fuß langem und 4 Zoll breiten, Halbzirkel- oder lösfelsörmig gebogenen eisernen Bohrer an einem gegen 2$- Fuß langen eisernen oder auch starken hölzer­nen Stiele, an dessen obern Ende ein 2 Fuß langes Querholz befestigt ist, um mit diesem als,Handgriff den Bohrer drehen zu können.

Mit diesem Instrument bohrtsman nun in den Lauf­

gängen der Mäuse, besonders in den Ackerfurchen und an den Grasrainen in entsprechenden Entfernungen 2 Fuß tiefe Löcher und sorgt dafür, daß die Wände der­selben möglichst glatt werden und daß keine Erde am Rande des Loches angehänft liegen bleibt oder in das­selbe hineinfällt. Ebenso ist Bedacht darauf zu nehmen, daß das gebohrte Loch mit keinem Mäusegang in Ver­bindung stehe. Die gebohrten Löcher müssen, damit man sie wieder finden kann, durch in deren Nähe gesteckte Zweige bezeichnet werden.

In diese Löcher fallen nun die Mäuse zu Dutzenden und können wegen der Glätte der Wandungen nicht wieder heraus. Die Löcher müssen täglich mehrmals untersucht und die darin befindlichen Mäuse mit Draht­zangen rc. Herausgenommen werden.

Das Bohren der Löcher gelingt in schwerem, tho- nigen Boden am beßten. Jm trocknen Sand, der häufig nachrollt feuchtet man das Loch beim Bohren mit Wasser an. Sollten die Wandungen durch die Versuche der Mäuse hinaufzuklettern oder aus sonstigen Ursachen uneben oder rauh geworden sein, so kann man mit einem runden, hölzernen Stampfer von dem ungefähren Durch­messer des Bohrers nachhelfen und die Glätte der Wan­dungen wieder herstellen.

' Mit einem Bohrer kann ein Mann mit Hülfe eines Kindes täglich gegen 800 Stück Mäuse fangen.

3) Unter den verschiedenen Feld-Mausefallen ist nur eine praktisch und deshalb zu empfehlen. Sie hat ihrer Brauchbarkeit halber bereits eine ziemliche Verbreitung gefunden, ist aber bei uns noch nicht so bekannt, als sie verdient.

Hier eine Beschreibung der Falle. Es ist eine 5 Zoll lange, 1 Zoll im Lichten weite, auf beiden Seiten offene, hölzerne Röhre, in deren Jnnerm ein Faden durch einen Einschnitt ausgespannt wird, wodurch eine oben angebrachte Drahtfeder hermedergezogen wird. Um den Faden angespannt, somit die Drahtfeder niederzu- halten, wird derselbe um ein Stiftchen gewunden. (Eine Abbildung der Falle liegt zur Ansicht im Geschäftslocale des hiesigen Kurst. Landrathsamts offen), g

Bevor man die Falle legt, werden sämmtliche Mause­löcher zugetreten. Bald werden jedoch die gangbarsten durch die Maus wieder geöffnet sein und in diese steckt