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Mr. 83. Hersfeld, den 19. Oktober. 1N61>

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst Haben allergnädigst geruhet:

den: Landrath Groß und dem Bürgermeister Gebhard zu Eschwege den Kurfürstlichen Wil­helmsorden vierter Klasse zu verleihen,

zu Secondlientenants zu ernennen die Portepee- Fähnriche:

Ran von und zu Holzhausen vom 1. Infan­terie-Regiment, Kurfürst, in demselben,

von Lengerke vom 2. Infanterie - Regiment in demselben,

Rau von und zu Holzhausen vom 3. Infan­terie-Regiment in demselben,

von Schenk zu Schweinsberg vom S.^nfan- terie-Regiment in demselben, ferner zu überzähligen Secondlientenants zu er­nennen die Portepee-Fähnriche:

von Apell vom Jäger-Bataillon in demselben, von Loßberg im 1. Infanterie-Regiment, Kur­fürst, in demselben,

G i ssot vom Schützen-Bataillon in demselben, von Schmid vom 2. Infanterie-Regiment in dem­selben.

Der Erbherr.

Von Adolph Görling.

(Fortsetzung.)

($5 gehört nicht hierher, wie ich selbst wie durch unwiderstehliche Gewalt gezwungen wurde, der Gräfin Katarzynka war ihr rauhklingender, aber doch so an- gebeteter Vorname, eine nur schüchtern sich erhebende, dann aber gewaltige Leidenschaft zu weihen. Sie ahnte meine Liebe, sie die Verlassene, Hülflose erwiederte dieselbe. Lange redeten wir nur durch Blicke und Ge- berden. Dann aber fand ich trotz Kuba's Scharfsichtigkeit ein Mittel des Gedankenaustausches. Ich sandte ihr unter den für ihre Lcctnre bestimmten Büchern aus der Bibliothek des Grafen ein Werk über Architektur und marquirte eine mit acht Scheiben versehene Abbildung

eines Fensters mit den Buchstaben des Alphabets. Als ich sodann an mein Fenster trat und die Scheiben be­rührte, hatte Katarzynka bald mein Telegraphirsystem begriffen. Diese dürftige Sprache indeß reichte kaum für unsere Empsindungeu hin, viel weniger konnte sie genügen, um die Geschichte der Leiden der jungen Frau zu enthüllen. Gesprochen hatte ich mit der Gräfin bis zu dem folgenden Ereignisse das plötzlich und schreck­lich die Geheimnisse des Grafen zerriß niemals.

Es war an einem außerordentlich schwülen Nach­mittage im Juli. Ich hatte den Staub und Dunst des Gerichtstages abgeschüttelt und war, in Halbschuhen und weißen Strümpfen, in weiten Pantalons von Madras- musselin, mit kurzer Blouse und Strohhut, eben im Begriff, sammt meinem Neufundländer den Weg nach dem Wehre der Mühle des Schlosses zu suchen, um Ermüdung, Sorge und Liebesqual von mir wegzuspülen. Da kam der Graf, mit der Flinte in der Hand, Auf­regung in jedem Zuge seines gebräunten, von Schweiß bedeckten Gesichts, auf den Schloßhof. Ich würde ihn indeß kaum beachtet haben, wäre er nicht quer über den Schloßhof und in gerader Richtung auf mich zu gegangen.

Fast athemlos blieb er vor mir stehen und stampfte den Kolben seiner Flinte zornig aus das Steinpflaster. Unwillkürlich setzte ich mich in Vertheidigungsstand ich dachte im Augenblick nur an die Gräfin und unser Telegraphirsystem, das ich entdeckt wähnte.

Wer ist hier auf meinem Grund und Boden der Polizeichef, Herr? fragte er mich, bebend vor Wuth.

Ein Mann ist's antwortete ich aufgeregt, dem Sie Achtung schuldig sind und den Sie mit Achtung behan­deln sollen I

Ich werde Ihnen zeigen, mein Herr, fuhr der Graf zwischen den Zähnen murmelnd fort, ob mein Gebiet ein Hamsternest für solche verfluchte Landstreicher­für Zigeunergesindel und Spitzbuben sein soll, oder nicht! Absetzen werde ich Sie, absetzen I

Schämen Sie sich vor ihren Knechten da drüben, sagte ich kalt mich abwendend, wenn Sie keinen Anlaß finden, sich vor sich selbst zu schämen. Was dasAb­setzen" betrifft, fügte ich hinzu, so steht dasselbe nicht in Ihrer Macht. Wenn ich immerhin an einem Patronats-